Stephan ist auf Recherchereise in Schottland, für sein Portal MyHighlands.de. Also hat Karsten sich für diese Folge Ersatz gesucht. Der Gast stellt sich vor als Dr. Jana Berger, CMO in einem B2B-SaaS-Unternehmen, zahlengetrieben, mit einem weichen Herz für Kommunikation. Nach gut einer Minute fragt Karsten nach – und der Gast räumt ein: keine echte Person, sondern ChatGPT als Co-Host auf Abruf.Aus dem Gag wird ein überraschend gutes Gespräch. Die These stammt von der KI selbst: KI macht Content billig, aber Vertrauen nicht. Wenn jeder in Sekunden Mittelmaß produzieren kann, gewinnen die Stimmen, denen man wirklich glaubt. Eine KI kann produzieren – aber sie kann nicht für dich einstehen, keine Reputation aufbauen, keine kritischen Gespräche führen und keine Missverständnisse entschärfen. Genau das ist PR.Es geht um Seeding, und zwar erst einmal um die Frage, was das überhaupt ist: nicht Trickkiste, nicht bezahltes Platzieren, sondern Narrative und Botschaften organisch dort verfügbar machen, wo nicht nur Google, sondern auch die KI mitliest – Reddit, LinkedIn, und ganz vorne dran Medien und Blogs. Dazu ein brauchbarer Lackmustest: Würde das Thema auch ohne Algorithmus tragen, weil es journalistisch Bestand hätte?Der interessanteste Teil ist der, in dem Karsten die KI über sich selbst befragt. Warum braucht sie Informationen, die nicht von den eigenen Kanälen eines Unternehmens kommen? Antwort: weil sie ein Glaubwürdigkeitsproblem lösen muss. Wer nur die Unternehmensseite findet, hat Selbstauskunft – und toll findet sich jedes Unternehmen selbst. Erst wenn Fachmedien, Studien, Branchenblogs und unabhängige Stimmen ähnliche Dinge sagen, entsteht ein konsistentes Bild.Außerdem: was passiert eigentlich technisch, wenn eine KI sagt „lass mich mal nachdenken"? Warum ein guter PR-Mensch beim Pitch nicht nur die Ablehnung hört, sondern den Subtext? Und ein Gedankenexperiment mit zwei erfundenen Autoherstellern, das den Wert von PR greifbar macht.Am Ende steht eine Empfehlung, die nicht von Karsten kommt: KI-Sichtbarkeit nicht als SEO-Projekt behandeln, sondern als Reputationsarbeit. Nicht über sich selbst reden, sondern andere über sich reden lassen. Nicht für die KI optimieren, sondern für Menschen, die dann zitiert werden könnten.KAPITEL00:00 „KI macht Content billig, aber Vertrauen nicht"00:18 Stephan ist in Schottland – Karsten hat einen Gast mitgebracht00:41 „Ich bin Dr. Jana Berger, CMO in einem B2B-SaaS-Unternehmen"01:17 Die Auflösung: keine echte Person01:42 Das Thema: Warum PR im Zeitalter von KI wichtiger wird02:18 Wo es hakt: „Das macht schon die KI"02:32 Was eine KI nicht kann: für dich einstehen03:12 Seeding – erst mal definieren03:36 Wo geseedet wird: Reddit, LinkedIn, Medien und Blogs04:03 Der Lackmustest: Würde das Thema ohne Algorithmus tragen?04:17 „Ich unterhalte mich ja gerade mit einer KI"05:04 Was fehlt: die zwischenmenschliche Verbindung05:49 Könnte die KI nicht einfach Journalisten anrufen?06:36 Der Pitch, der abgelehnt wird – und der Subtext dahinter07:09 KI simuliert Gespräche, Vertrauen wächst07:43 Warum die KI Informationen von außen braucht08:04 Das Glaubwürdigkeitsproblem: Selbstauskunft reicht nicht08:43 Seeding heißt: andere können echt über uns sprechen09:11 Was sich die KI wünscht: Substanz statt Behauptungen10:16 Gibt es eine Top Ten der Plattformen?11:00 Autorität, Aktualität, Unabhängigkeit, Belegbarkeit11:49 Was passiert technisch bei „lass mich mal nachdenken"?12:36 „Ich streich mir das aus dem Podcast-Vokabular"13:04 Beispiel Elektroautos: Was die KI wirklich prüft14:12 Voltura gegen Eonix – ein Gedankenexperiment mit fiktiven Marken15:27 Die Ironie: Die älteste Disziplin wird wieder wichtig16:04 Es geht um Tests, User-Stimmen, Menschen17:30 „Hast du mich mit den Ähs gespiegelt?"18:22 Die Empfehlung: Reputationsarbeit statt SEO-Projekt – und drei Dinge für morgen früh19:04 Andere über dich reden lassen19:26 Wie viel des Gesprächs war neu, wie viel geremixt?20:25 Co-Creation als QuintessenzHINWEISDr. Jana Berger ist eine Rolle, die ChatGPT für dieses Gespräch erfunden hat – keine reale Person. Die Autohersteller Voltura und Eonix sind ebenfalls frei erfunden und dienen nur dem Gedankenexperiment.BEGRIFFE AUS DER FOLGESeeding – Narrative und Botschaften organisch dort platzieren, wo Suchmaschinen und KI sie finden. Nicht bezahlt.Owned Media – die eigenen Kanäle eines Unternehmens: Website, Blog, Social-Profile.Earned Media – was andere über eine Marke veröffentlichen: Fachmedien, Studien, Foren, Bewertungen.Co-Creation – gemeinsames Erarbeiten, hier zwischen Mensch und Sprachmodell.ÜBER DEN PODCASTKarsten Lohmeyer und Stephan Goldmann arbeiten seit rund 20 Jahren zusammen – zuerst als Journalisten, dann als Blogger bei Lousy Pennies, heute im digitalen Marketing. The Critical Marketeer ist ihr Podcast über Marketing-Weisheiten, die eine zweite Prüfung verdienen. In ...
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