Du öffnest das Handy: Einer zeigt den Schlüssel zu seiner neuen Wohnung, einer ist im Urlaub, einer wurde befördert. Du legst das Handy weg; der Kaffee ist derselbe, die Wohnung dieselbe, aber alles wirkt ein bisschen kleiner. Epikur, der vor zweitausenddreihundert Jahren in einem kleinen Garten am Rand Athens mit Brot, Wasser und etwas Käse lebte, wusste, wie man diesen leisen Dieb an der Tür abweist. In diesem Gespräch geht es darum, sich mit anderen zu vergleichen, das eigene Leben an den Schaufenstern in den sozialen Medien zu messen, um Neid und um die Ruhe, die Genügsamkeit schenkt.
📖 Quellen im Video:
• Epikur, Vatikanische Spruchsammlung 35 (in gängiger Übersetzung): „Verdirb nicht, was du hast, durch das Verlangen nach dem, was du nicht hast; bedenke, dass auch das, was du jetzt hast, einst zu dem gehörte, was du dir nur erhofftest.“
• Epikur, Brief an Menoikeus: natürliche und notwendige, natürliche, aber nicht notwendige, und leere Begierden; Lust nicht als Festmahl, sondern als Freiheit von Schmerz und Ruhe der Seele.
• Die Inschrift am Tor des Gartens („Fremder, hier wirst du es gut haben; hier ist die Lust das höchste Gut.“) ist eine Überlieferung aus Senecas Briefen an Lucilius (21).
• Ein Sprichwort aus unserer Kultur: „Genügsamkeit ist ein unerschöpflicher Schatz.“
💬 In wessen Schaufenster hast du zuletzt geschaut und dein eigenes Leben klein gefunden? Was von dem, was du heute hast, war einst nur ein Traum? Schreib es in die Kommentare; hier wird niemand verurteilt.
Möge dein Herz voll Genügsamkeit sein, mein lieber Freund.