エピソード

  • Die Hamas: Terror gegen Israel
    2026/01/31

    Beinahe hätte eine Coladose die Geschichte des Nahen Ostens verändert, auf jeden Fall die Geschichte der Hamas. Es passiert am 24. September 1997 in Amman, der Hauptstadt Jordaniens: Ein Kommando des israelischen Geheimdienstes Mossad versucht, Chalid Maschal zu töten, damals einer der Anführer der Terrororganisation. Zwei Agenten attackieren ihn mit Gift. Um den Angriff zu tarnen, spritzen sie mit einer geschüttelten Coladose umher. Aber Maschal bemerkt sie, die Angreifer fliehen, werden gefasst und verhaftet. Der Vorfall löst eine politische Krise aus, an deren Ende Israel Maschal mit einem Gegengift das Leben retten und den inhaftierten Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin freilassen muss. Der Angriff ist misslungen.

    In unserer neuen Sendung zeichnen wir den Aufstieg der Hamas nach, die seit ihrer Gründung 1987/88 zum gefährlichsten Gegner Israels aufgestiegen ist und zum Rivalen der Fatah-Bewegung des Palästinenserführers Jassir Arafat. Mit dem Historiker und Journalisten Joseph Croitoru sprechen wir darüber, wie aus einer ursprünglich religiösen Vereinigung, die als Ableger der Muslimbrüder entstand, während der ersten Intifada Anfang der Neunzigerjahre die bewaffnete Hamas wurde, die Israel seitdem mit Terror attackiert. In den Neunzigerjahren, als Jassir Arafat und Israels Regierungschef Izchak Rabin Frieden schlossen, waren es vor allem die Kassam-Brigaden der Hamas, ihr militärischer Arm, der mit Selbstmordattentaten den Friedensprozess beenden wollte.

    Wir rekapitulieren, wie und warum Israel die Gruppe anfangs in den Achtzigerjahren, gewähren ließ, welch ambivalenten Kurs vor allem der Langzeitpremier Benjamin Netanjahu, aber auch sein Parteikollege Ariel Scharon gegenüber der Gruppe einschlug – bis die Organisation seit 2007 im Gazastreifen ein islamistisches Regime errichtete. Seitdem kommt es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die 2023 im Terrorangriff auf Israel und dem anschließenden Gazakrieg eskalierten.

    Wir fragen zudem, wie stark die Hamas heute unter den Palästinensern ist; was sie von der Fatah unterscheidet, die Jassir Arafat lange anführte, bis Mahmud Abbas ihm nachfolgte. Wir wollen schließlich wissen: Gibt es einen Frieden nur ohne die Hamas? Oder nur mit ihr?

    Unser neues Heft "Israel und Palästina" bekommen Sie online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen.

    Alle Folgen des Podcasts hören Sie hier. Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter zeitgeschichte@zeit.de.

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    Für unsere Sendung haben wir folgende Literatur benutzt, die wir gerne empfehlen möchten:

    Joseph Croitoru – Die Hamas. Herrschaft über Gaza. Krieg gegen Israel, München 2024

    Michael Brenner – Israel. Traum und Wirklichkeit des jüdischen Staates, München 2023

    Moshe Zimmermann – Niemals Frieden? Israel am Scheideweg, Berlin 2025

    Ronen Bergman – Der Schattenkrieg. Israel und die geheimen Tötungskommandos des Mossad, München 2018

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    1 時間 16 分
  • Wie kam Jesus in den Koran?
    2025/12/20

    Es ist die Sure 19, die Maria, der Mutter Jesu, gewidmet ist. Sie erzählt, wie Maria ihren Sohn auf die Welt bringt – und sofort kann er sprechen. Ein Wunder. Doch wer ist dieser Jesus des Korans eigentlich und wie führte sein Weg in Mohammeds Offenbarung? Welche Rolle spielt seine Mutter Maria? Die neue Folge von Wie war das noch mal? begibt sich auf eine geschichtlich-theologische Suche in die Welt der Spätantike, nach Mekka und Medina, in die Lebenszeit Mohammeds zu Beginn des siebten Jahrhunderts.

    Gemeinsam mit dem islamischen Theologen und Religionspädagogen Mouhanad Khorchide aus Münster spüren wir der Frage nach, welche Rolle das Christentum der arabischen Halbinsel für die ersten Muslime spielte, was Mohammed von Jesus gehört hatte und welche Rolle Jesus in seiner Offenbarung spielte.

    Wir entdecken, dass Christentum und Islam nicht immer in Konkurrenz und Feindschaft zueinander standen, sondern dass Mohammed sich und seine Botschaft vielmehr in einer Tradition mit Jesus, aber auch mit den jüdischen Urvätern Abraham und Mose sieht. Und wir wollen wissen, was wir heute daraus lernen können, dass "Jesus, Sohn der Maria", eine prominente Figur im Koran ist.

    Unser neues Heft Christentum und Islam bekommen Sie online im ZEIT Shop oder im Handel.

    Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter zeitgeschichte@zeit.de.

    Für unsere Sendung haben wir folgende Literatur benutzt, die wir gerne empfehlen möchten:

    • Mouhanad Khorchide: Der andere Prophet. Jesus im Koran, Herder Verlag
    • Martin Bauschke: Der Sohn Marias: Jesus im Koran, Lambert Schneider/WBG
    • Karl-Josef Kuschel: "Dass wir alle Kinder Abrahams sind ...": Helmut Schmidt begegnet Anwar as-Sadat, Herder Verlag
    • Gudrun Krämer: Geschichte des Islam, C.H. Beck Verlag
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    57 分
  • „Gott will es“: Die Kreuzzüge und die islamische Welt
    2025/11/29

    Im November 1095 ruft Papst Urban II. zum Kreuzzug auf. Auf dem Konzil von Clermont hält er eine Predigt vor fast 200 Erzbischöfen, Bischöfen und Äbten, immer wieder wird er von Rufen unterbrochen: „Deus lo vult!“, „Gott will es!“ In mehreren großen Gruppen finden sich Ritter, Bauern oder Tagelöhner zusammen, um Richtung Jerusalem zu ziehen. Rund dreieinhalb Jahre später erobert ein christliches Heer die Heilige Stadt von den muslimischen Fatimiden, verübt ein grausames Massaker an den muslimischen und jüdischen Einwohnern und errichtet einen Kreuzfahrerstaat: das Königreich Jerusalem.

    Immer wieder wird der Kreuzzug als tiefer Einschnitt in die Beziehung von Islam und Christentum gewertet, als blutiger Dreh- und Angelpunkt ihrer gemeinsamen Geschichte. Doch stimmt dieser Befund? Welches Echo fanden die Kreuzzüge damals in der islamischen Welt? In der neuen Folge von „Wie war das noch mal?“ gehen wir dieser Frage nach.

    Auch das aktuelle Heft von ZEIT Geschichte dreht sich um die Geschichte von Christentum und Islam, die oft zu einer Erzählung von ewiger Feindschaft stilisiert wird. Was ist echter Konflikt, was Mythos? Vom Leben Mohammeds bis in die Gegenwart spüren wir dieser Frage nach: Wieso büßte die muslimische Welt ihren zivilisatorischen Vorsprung ein? Was dachte Luther über den Islam? Und trug der europäische Kolonialismus zur Entstehung des Islamismus bei?

    Die Einspielung des Palästinalieds von Walther von der Vogelweide stammt von der Sängerin Korydwenn. Es ist hier zu finden.

    Sie bekommen das Heft online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen.

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    1 時間 5 分
  • Von null auf 500.000 Soldaten: Mit oder ohne Wehrpflicht? (Teil 2)
    2025/10/25

    12. November 1955: Die Bundeswehr ist gegründet, aber eine funktionierende Armee ist sie noch lange nicht. Es fehlt den jungen Streitkräften an allem: Waffen, Munition, einer deutschen Rüstungsindustrie, die das Material liefern könnte. Die vorhandenen Kasernen werden noch von den Alliierten gebraucht, und auch diejenigen, die diese Kasernen eigentlich nutzen sollen, sind weit und breit nicht in Sicht: deutsche Soldaten in ausreichender Zahl. Dennoch erklärt Verteidigungsminister Theodor Blank Ende 1955 vollmundig, innerhalb von drei Jahren 500.000 Mann aufstellen zu können. Aber wo sollen diese Soldaten herkommen?

    Für Bundeskanzler Konrad Adenauer ist schnell klar: Ohne eine Wehrpflicht geht es nicht. In einer Mammutdebatte diskutiert der Bundestag Anfang Juli 1956 über ihre Einführung. Und die Opposition schäumt. Ausgerechnet in dem Augenblick, in dem Signale der Entspannung aus Moskau kämen, vertiefe die Regierung mit der Wehrpflicht die Spaltung Deutschlands und setze auf Konfrontation. Adenauer lässt das nicht gelten: "Es denkt doch bei Gott niemand von uns daran, dass wir in der Lage wären, mit zwölf Divisionen gegen Sowjetrussland zu marschieren!"

    Im zweiten Teil unseres Podcasts, der Bonusfolge über die Gründung der Bundeswehr, erzählen wir von den großen Debatten der Fünfzigerjahre – die heute seltsam vertraut klingen. Wehrpflicht ja oder nein, und wenn ja, wie genau? Wir hören hinein in die Bundestagsdebatte, in der Adenauer drängt, man müsse doch "die Welt realistisch" sehen und der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer "Entspannung und Abrüstung" fordert. Und was ist eigentlich mit Atomwaffen für die Bundeswehr? In der Debatte um die nukleare Teilhabe 1958 meldet sich der neue Verteidigungsminister Franz Josef Strauß zu Wort: Unmoralisch sei nicht die Atombombe, unmoralisch "ist das Gewehr in der Hand eines Mörders".

    Die Bonusfolge ist im Abobereich der ZEIT zu finden, wo Sie unsere Arbeit unterstützen können.

    Auch das aktuelle Heft von ZEIT Geschichte dreht sich um die Geschichte der Bundeswehr seit ihrer Gründung vor 70 Jahren und um die Fragen, die seit Putins zweitem Überfall auf die Ukraine wieder mit Wucht auf die Tagesordnung zurückgekehrt sind. Wir zeigen in der neuen Ausgabe, dass es in der Geschichte der Bundeswehr nicht nur eine, sondern viele Zeitenwenden gegeben hat. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde aus einer Truppe zur Landes- und Bündnisverteidigung eine weltweit operierende Einsatzarmee. Und zum ersten Mal seit 1945 starben nun auch wieder Soldaten im Gefecht, so wie der Hauptgefreite Sergej Motz, dessen Geschichte unser Heft erzählt.

    Unter www.zeit.de/geschichte-bundeswehr können Sie uns abonnieren. Das Heft über die Bundeswehr bekommen Sie dann als erste Ausgabe gratis.

    Alle Folgen des Podcasts hören Sie hier. Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter zeitgeschichte@zeit.de

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    54 分
  • Der Starfighter-Skandal
    2025/09/27

    Am 19. Juni 1962 stürzen vier Piloten westlich von Köln mit ihren Kampfflugzeugen ab. Gerade erst hat die Luftwaffe die Maschinen eingeführt, die Piloten trainieren für eine Flugshow am nächsten Tag. Alle vier Männer sterben bei dem Absturz unweit des Luftwaffen-Stützpunkts Nörvenich. Es ist die erste Katastrophe dieser Art in der Bundesrepublik. Die Flugshow am Folgetag wird abgesagt. Eigentlich sollte gefeiert werden, dass an diesem Standort der neue Allzweck-Kampfjet der Bundeswehr in Dienst gestellt wird: der Starfighter. Nun liegen vier Exemplare zerstört am Boden.

    In der neuen Folge von "Wie war das noch mal?" nehmen wir Platz in einem aufregenden Flugzeug, das mit doppelter Schallgeschwindigkeit flog, der Bundeswehr Schlagkraft und Modernität bringen sollte und geradezu sinnbildlich für die Nachkriegs-Allianz mit den USA stand. Doch der Starfighter war auch bald berüchtigt für seine Abstürze und Pannen. Er kostete viel zu viele junge Piloten das Leben. Zudem sorgte er für eine aufsehenerregende Schmiergeld-Affäre. Es gibt kein Flugzeug der Bundeswehr, das so bekannt ist, keines hat einen so ambivalenten Ruf.

    Wir zeichnen die Geschichte des Starfighters nach und begeben uns in die Zeit kurz nach der Gründung der Bundeswehr. Warum entschied der CSU-Verteidigungsminister Franz Josef Strauß im Jahr 1958, ausgerechnet diesen Kampfjet zu kaufen? Wir rekapitulieren die Pannenserie und die zahlreichen Abstürze, die 1965 und 1966 zu einer heftigen politischen Krise in Regierung und Parlament in Bonn führten. Wir lassen uns vom Starfighter-Piloten Klaus Sommer erzählen, wie schwierig es wirklich war, diesen Jet zu fliegen, und wie es sich anfühlte, im Cockpit zu sitzen – mit einer Atombombe unter dem Rumpf. Sommer erinnert sich wie die meisten Starfighter-Piloten trotz allem gerne an den Kampfjet: Er war "das Beste, was einem passieren konnte", sagt er, "wenn man es überlebte".

    Auch das aktuelle Heft von ZEIT Geschichte widmet sich der Bundeswehr, die im November ihren 70. Geburtstag feiert: Darin analysiert der Militärhistoriker Sönke Neitzel, dass die deutsche Armee wieder zu ihrer ursprünglichen Aufgabe der Landesverteidigung zurückfinden muss. Der Historiker und ZEIT-Geschichte-Autor Norbert Frei erzählt, wie Konrad Adenauer den Alliierten die Wiederbewaffnung abgerungen hat. Moritz Gerlach geht der Frage nach, ob und wann die Bundeswehr eigentlich in der Lage war, das Land zu verteidigen. Und unsere Autorin Magdalena Gräfe hat die Geschichte des Hauptgefreiten Sergej Motz nachgezeichnet, der 2009 in Afghanistan starb – als erster deutscher Soldat, der nach 1945 in einem Feuergefecht bei einem Kampfeinsatz ums Leben kam.

    Sie erhalten das Heft online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen.

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    Für unsere Sendung haben wir uns Rat und Auskunft beim Deutschen Museum in München geholt. Dort hat uns der Kurator Andreas Hempfer aus der Hauptabteilung Verkehr, Mobilität, Transport viele wertvolle Hinweise gegeben. Das Deutsche Museum zeigt in seiner Hauptausstellung auf der Museumsinsel einen Starfighter sowie einen weiteren in seiner Außenstelle in Oberschleißheim.

    www.deutsches-museum.de

    Die Plenarsitzungen des Deutschen Bundestags sind in Text, Bild und Ton auf seiner Internetseite dokumentiert und recherchierbar:

    www.bundestag.de/mediathek/plenarsitzungen

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    1 時間 15 分
  • "Rule Britannia": Queen Victoria, das Empire und der Imperialismus
    2025/08/30

    Es ist ein echter Hochkaräter, der kurz vor der Weltausstellung im Jahr 1851 in London ankommt: der Koh-i-Noor, einer der berühmtesten Diamanten der Welt. Während der Kriege gegen die Sikh im nordindischen Punjab war er der Britischen Ostindien-Kompanie in die Hände gefallen und kam kurz darauf in den Besitz von Königin Victoria. Der Stein wird zum Prunkstück der Great Exhibition, in Scharen strömen die Besucher in den Kristallpalast, den Crystal Palace, im Hyde Park. Sie wollen den Schatz des Empires bewundern.

    Dass Königin Victoria das kostbare Stück jedoch bald umschleifen lässt, hinterlässt aus heutiger Sicht einen Beigeschmack: Die Königin formt sich ihr neues Kronjuwel, wie es ihr behagt – ganz so wie Großbritannien im Viktorianischen Zeitalter meint, sich Indien als "Kronjuwel des Empires" untertan machen und ausbeuten zu können.

    In unserer neuen Folge stellen wir die britische Königin vor, der das Viktorianische Zeitalter seinen Namen verdankt. Am Beispiel Indiens, des "Kronjuwels" des Empires, diskutieren wir, welchen Einfluss Victoria in den 64 Jahren ihrer Herrschaft auf den britischen Imperialismus hatte. Wir reisen in die Zeit des Sepoy-Aufstandes, als indische Soldaten in britischen Diensten sich 1857 im Norden des Subkontinents gegen die Machthaber auflehnen und es kurz den Anschein hat, als könne die britische Herrschaft in Indien ernsthaft ins Wanken geraten. Wir erzählen, wie Großbritannien die Kolonie nach der Niederschlagung des Aufstandes im Namen Ihrer Majestät noch enger an sich bindet, und fragen, warum Königin Victoria sich 1877 – aller englischen Tradition zum Trotz – zur Kaiserin krönen lässt, zur Kaiserin von Indien.
    Dazu haben wir mit Benedikt Stuchtey gesprochen, Professor für Neuere und Neueste Geschichte in Marburg. Er ist Experte für die Geschichte des Britischen Empires, seinen bei C. H. Beck erschienenen Band empfehlen wir sehr.

    Auch das aktuelle Heft von ZEIT Geschichte hat den Imperialismus zum Thema: Darin erläutert der Historiker Jürgen Osterhammel, warum keine überzeitliche Kontinuität von den alten zu den neuen Imperien führt. Die künftige Leiterin des Deutschen Historischen Instituts in Washington, D. C., Ulrike von Hirschhausen, fragt nach den Herausforderungen, vor denen ehemalige Kolonialmächte nach dem Ende ihrer Herrschaft stehen, und der USA-Kenner Bernd Greiner spürt den Folgen des amerikanischen Imperialismus nach.

    Sie bekommen das Heft online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen.

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    1 時間 17 分
  • Was wäre gewesen, wenn: das Elser-Attentat auf Hitler 1939 und die Macht des Zufalls
    2025/06/28

    Am Abend des 8. November 1939 explodiert eine Bombe im Münchner Bürgerbräukeller und verwüstet das Lokal. Kaum eine Viertelstunde zuvor hielt Adolf Hitler hier eine Rede, der Anschlag von Georg Elser galt ihm. Dass Hitler ihn überlebt, ist nichts anderes als ein großer Zufall, wahrscheinlich war das an diesem Abend gerade nicht.

    In der neuen Folge von "ZEIT Geschichte – Wie war das noch mal?" fragen wir, welche Rolle der Zufall in der Geschichte spielt. Wann führt er Regie – und warum tun wir uns so schwer, seine Macht zu akzeptieren? Wir wagen in dieser Folge etwas Besonderes: Wir fragen am Beispiel von Attentaten, wie die Geschichte – bei einer anderen Laune des Zufalls – auch hätte verlaufen können. Was wäre gewesen, wenn der Anschlag auf Hitler erfolgreich gewesen wäre?

    Attentate sind Momente, in denen der Lauf der Geschichte auf Messers Schneide steht. Und in denen der Zufall eingreift und über Leben und Tod entscheidet. Bismarck hat 1866 ein Attentat überlebt. War es reines Glück? Und wie wäre die deutsche Geschichte verlaufen, wenn es anders gekommen wäre? Oder der 28. Juni 1914, das Attentat von Sarajevo: Was wäre gewesen, wenn der Anschlag auf den österreich-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand ebenfalls gescheitert wäre? Wäre es dann nie zum Ersten Weltkrieg gekommen?

    Kontrafaktische Geschichte fordert unser Vorstellungsvermögen heraus und schärft das Bewusstsein dafür, dass die Geschichte offen ist, nicht vorherbestimmt. Wir haben für die neue Ausgabe von ZEIT Geschichte, unser Jubiläumsheft zum 20. Geburtstag, 20 Wendepunkte der deutschen Historie gesammelt, von Luther bis Merkel – über einige davon sprechen wir in dieser Sendung. Hier können Sie eine aktuelle Gratisausgabe von ZEIT Geschichte bestellen.

    Alle Folgen des Podcasts hören Sie hier. Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter zeitgeschichte@zeit.de.

    Im Deutschen Historischen Museum in Berlin ist noch bis Januar 2026 die Ausstellung "Roads not taken. Oder: Es hätte auch anders kommen können" zu sehen, die wir in der Sendung erwähnen.

    Für die weitere Lektüre wollen wir folgende Bücher empfehlen, die wir auch für den Podcast benutzt haben:

    • Wolfgang Benz: "Allein gegen Hitler. Leben und Tat des Johann Georg Elser", C. H. Beck, München 2023
    • Christopher Clark: "Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog", Pantheon, München 2015
    • Christoph Nonn, Tobias Winnerling (Hg.): "Eine andere deutsche Geschichte 1517–2017", Schöningh, Paderborn 2017
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    1 時間 5 分
  • Als das Blutbad ausblieb
    2025/05/31

    Anspannung herrscht in Leipzig, als sich am 9. Oktober 1989 die Menschen zur Montagsdemonstration versammeln. Gerüchte wabern durch die Stadt: Krankenhäuser hätten Betten frei gemacht und Blutkonserven aufgestockt. Trotzdem strömen immer mehr Menschen auf die Straßen, 70.000 sollen es am Ende sein. Groß ist ihre Angst und die vieler anderer Menschen im Land, dass es zu schweren Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften kommen könnte. Nicht ohne Grund. Schon bei den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Gründung der DDR zwei Tage zuvor sind Polizei und Staatssicherheit massiv gegen Protestierende vorgegangen.

    "Ich bin angenehm enttäuscht worden von der Geschichte", sagt der Historiker und Zeitzeuge Stefan Wolle in unserem Podcast über den Herbst 1989. Denn das, was die Menschen für wahrscheinlich halten, passiert nicht. Die Staatsmacht greift nicht ein. 70.000 Menschen demonstrieren friedlich in Leipzig, einen Monat später fällt die Mauer.

    Um Geschichte, die nicht geworden ist, aber gut vorstellbar war, geht es in dieser Folge von Wie war das nochmal? Warum und wie wurde die Revolution der Menschen in der DDR eine friedliche, obwohl das Gegenteil vielleicht sogar wahrscheinlicher war? War es Glück? Und kann das Verhalten Einzelner, können einzelne Entscheidungen dieses Glück erklären?

    Auch das aktuelle Heft von ZEIT Geschichte befasst sich mit der nicht gewordenen
    Geschichte. "Was wäre gewesen, wenn ..." heißt es und fragt nach Schlüsselmomenten, in denen die Geschichte auch eine andere Abzweigung hätte nehmen können.

    Folgendes Buch haben wir für den Podcast verwendet und wollen es gerne empfehlen:

    • Ilko-Sascha Kowalczuk: Endspiel, C.H.Beck Verlag 2015

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    1 時間 2 分