Nach dem 1:4 des 1. FC Köln beim Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart vor 60.000 Zuschauern ziehen Uwe Bödeker (Express) und Lars Werner (KStA) im Gespräch mit KStA-Sportchef Christian Löer noch aus Stuttgart Bilanz. Trainer René Wagner sage, die Niederlage sei „um ein Traumtor zu hoch ausgefallen“. Dem stimmten die Reporter zu.
Uwe Bödeker sprach von einer „deutlichen Abfuhr" – vor allem in der ersten Halbzeit sei Stuttgart klar überlegen gewesen und hätte drei, vier, fünf Tore erzielen können. Nach der Pause habe der FC aber eine starke Viertelstunde gehabt, in der ein Anschlusstreffer möglich gewesen wäre. Werner berichtet, bei den Spielern direkt am Mannschaftsbus keine große Niedergeschlagenheit wahrgenommen zu haben. Trotz des Ergebnisses sei es „ein geiler Abend“ gewesen: 60.000 Zuschauer, rund 7000 bis 8000 Kölner Fans, eine „brutal stimmungsvolle Kulisse“.
Torwart Marvin Schwäbe sei in der Mixed-Zone trotz der vielen Gegentore sachlich geblieben. Auch Tom Krauß und Thomas Kessler nahmen laut Bödeker positive Aspekte mit – wenngleich René Wagner eingeräumt habe, die Abwehr hätte sich in manchen Szenen cleverer anstellen können.
Der erst wenige Tage zuvor verpflichtete Mikey Moore wurde nach seiner Einwechslung sofort zum gefährlichsten Kölner Offensivspieler und bereitete das 1:3 vor. Gemeinsam mit dem ebenfalls eingewechselten Ellyes Skhiri, der dem Mittelfeld Ruhe und Struktur gab, zeigte sich das Potenzial des Kölner Kaders. Dass Wagner nicht von Beginn an mit Moore und Skhiri spielte, sahen beide nicht als Fehler. Für das Heimspiel gegen Werder Bremen erwarten sie, dass beide von Anfang an spielen, ergänzt um die zuletzt erkrankten Said El Mala und Thijs Dallinga.
Ragnar Aché habe als alleinige Spitze ohne Unterstützung „überhaupt nicht funktioniert“ – beide sehen ihn eher als Opfer der Umstände. Luka Lochoshvili erlebte einen „Tag zum Vergessen“ (verunglückter Querpass, grenzwertiges Duell vor dem 0:3), bleibt für die drei Journalisten aber ein Spieler mit Führungsqualität. Alessio Castro-Montes überzeugte spielerisch, war aber tempomäßig überfordert – ein Bereich, in dem laut Bödeker die Rückkehr des verletzten Sebastian Sebulonsen als Rechtsverteidiger helfen dürfte.
Einordnung des Gegners: Beide Reporter warnten davor, Stuttgart trotz des 1:5 gegen Bayern zu unterschätzen – Bödeker beschreibt eine „Dreiklassengesellschaft" mit Bayern an der Spitze, dahinter Teams wie Stuttgart, gegen die der FC „jeden ärgern“ könne.
Trotz deutlicher Niederlage überwog ein positiver Grundton: intensive Partie, starker Moore-Auftritt, stabile Moral. Der Blick richtet sich optimistisch auf das Heimspiel gegen Werder Bremen.
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