Generative KI kann heute schreiben, malen und programmieren. Was bleibt da noch für einen Menschen, der sein Leben zum Spiel machen will? Nico Steinbach und ich sassen an der Pädagogischen Hochschule jahrelang Schreibtisch an Schreibtisch. Nico ist Informatiker und beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz seit dem Studium, also lange bevor ChatGPT die Schlagzeilen füllte. Ich selbst nutze KI inzwischen als Business-Coach, Texter und App-Entwickler und beobachte dabei ziemlich genau, was das mit mir macht. In dieser Folge loten wir die Randzone zwischen generativen Systemen und dem spielenden Leben aus. Nicos zentrale These: KI verstärkt, was schon da ist. Wer weiss, wohin er will, bekommt einen digitalen Pinsel in die Hand und kann plötzlich Dinge umsetzen, die ihm vorher verschlossen waren. Wer die Werkzeuge aber nur als Abkürzung nutzt, um eine Erwartung von aussen zu erfüllen, überspringt ausgerechnet das, was beim Spiel zählt: den Weg, das Ausprobieren und den Widerstand. Wir sprechen über den «Sprossenverlust» auf dem Arbeitsmarkt, über meine Erschöpfung, wenn mehrere Agenten gleichzeitig für mich arbeiten, und über die alte Verheissung, dass Technologie uns Zeit schenkt, die wir dann doch nie haben. Nico erzählt, wie er in einer Woche dreissig Apps gebaut hat und danach beschlossen hat, gute Ideen wieder mit Menschen durchzudenken. Und wir fragen uns, ob Kreativität, Empathie und Problemlösen wirklich noch das Urmenschliche sind, oder ob es am Ende eher darum geht, etwas mit Liebe zu tun. Zum Schluss wagen wir einen Blick in die Zukunft. Nico traut sich keine Prognose mehr zu, verrät aber, dass er gerne einmal wüsste, wie es sich anfühlt, als Batterie einer Maschine in einer Matrix-Welt fliegen zu lernen. Erwähnt in der Folge: Beat Döbeli Honegger und die Grafik «Sprossenverlust» · Jöran Muuß-Merholz · John Carmack · die vier Motivationsarten und der Antriebskräfte-Test von Spiel dein Leben · Randzonen-Geflüster E3 «Spielen ist der Rand, nicht die Pause»
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