エピソード

  • E22 Nah wozu und der Osten von was? Antwort auf Zuhörer-Fragen
    2026/08/06

    Diese Folge widmet sich Fragen aus der Hörerschaft rund um den Begriff „Nahost“ und dessen Bedeutung. El-Gawhary erklärt, dass sowohl „Nahost“ als auch der englische Begriff „Middle East“ aus einer eurozentrischen und kolonialen Perspektive des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Er zeigt auf, dass geografische Bezeichnungen immer vom jeweiligen Blickwinkel abhängen und deshalb nicht neutral sind. Als mögliche Alternativen nennt er „Westasien“ sowie die in der Wissenschaft gebräuchlichen Begriffe „WANA“ und „SWANA“, die auch Nordafrika einschließen. Gleichzeitig weist El-Gawhary darauf hin, dass sich der Begriff „Nahost“ in Medien, Politik und selbst in der arabischen Welt weiterhin etabliert hat. Für seinen Podcast nutzt er den Begriff deshalb bewusst weiter, weil er allgemein verständlich und sprachlich prägnant ist. Darüber hinaus erklärt El-Gawhary, dass der Titel „Nahost. Nah dran.“ auch die enge geografische, politische und gesellschaftliche Verbundenheit zwischen Europa sowie Westasien und Nordafrika ausdrücken soll. Abschließend plädiert er dafür, sich der kolonialen Prägung von Sprache bewusst zu sein und Begriffe stets kritisch zu hinterfragen.

    Produktion: Manuel Correa, Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

    Grafic Design des Logos: Mona Henry

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    9 分
  • E21 Ob der Iran, der Golf, Gaza oder das Westjordanland - es gibt einen gemeinsamen Nenner: Unberechenbarkeit - eine Analyse
    2026/08/05

    Donald Trump wechselt innerhalb weniger Tage zwischen massiven Kriegsdrohungen gegen den Iran und der Ankündigung neuer Verhandlungen, ohne dass klar wird, ob tatsächlich ein belastbarer diplomatischer Prozess existiert. El-Gawhary analysiert, dass Trumps ständige Kurswechsel seine Glaubwürdigkeit zunehmend untergraben und sowohl Abschreckung als auch Diplomatie erschweren. In Gaza sorgt die Ankündigung einer möglichen Entwaffnung der Hamas zunächst für Hoffnung, doch der Streit über den zeitlichen Ablauf eines israelischen Truppenabzugs macht eine Umsetzung derzeit unwahrscheinlich. Während über diplomatische Lösungen gesprochen wird, gehen die israelischen Angriffe im Gazastreifen weiter und fordern erneut zahlreiche zivile Opfer.

    Im Westjordanland verschärfen Checkpoints, Verhaftungen und Siedlergewalt den Alltag der palästinensischen Bevölkerung. Anhand des Schicksals einer hochschwangeren Frau, die wegen einer langen Verzögerung an einem israelischen Checkpoint ihr Kind verliert, verdeutlicht El-Gawhary die humanitären Folgen dieser Einschränkungen. Die Episode zeigt, dass von Iran über Gaza bis ins Westjordanland derzeit vor allem eines den Nahen Osten prägt: politische Unberechenbarkeit und fehlende Perspektiven für eine nachhaltige Deeskalation.

    Produktion: Manuel Correa, Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

    Grafic Design des Logos: Mona Henry

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    16 分
  • E20 „Ich hörte Schreie, das Geräusch von zerschmettertem Glas, spürte die Hitze des Feuers“ Analyse: Siedler-Gewalt im Westjordanland
    2026/07/30

    Die Folge beschreibt die jüngste Eskalation der Siedlergewalt im besetzten Westjordanland als Teil eines länger bestehenden Musters von Angriffen auf palästinensische Dörfer, Häuser, Moscheen, Fahrzeuge und landwirtschaftliche Flächen. Besonders hervorgehoben wird, dass die israelische Armee bei vielen Übergriffen nicht eingreift, sondern Palästinenser statt der Angreifer festnimmt.

    Ein zentraler Teil der Folge ist der Bericht des palästinensischen Journalisten Mohammad Hesham Huraini über einen Angriff auf At-Tuwani, bei dem Siedler eine Moschee in Brand setzten und mit Gewalt in das Dorf eindrangen. Der Text schildert die Situation als Erfahrung vollständiger Hilflosigkeit, weil die Bewohner keine staatliche Hilfe erwarten können. Ergänzend wird der israelische Jurist Itay Epshtain zitiert, der Siedlergewalt und militärische Zerstörung als zwei Seiten derselben Politik beschreibt. Nach seiner Einschätzung dienen diese Maßnahmen dazu, Palästinenser zu vertreiben und die israelische Präsenz im Westjordanland zu verfestigen.

    Die Folge verweist auch auf internationale Reaktionen, vor allem auf Aussagen von UN-Generalsekretär António Guterres und Zahlen der UN-Behörde OCHA. Demnach wurden seit Jahresbeginn mehr als 1.330 Vorfälle mit Siedlerbeteiligung registriert, die zu Opfern oder Sachschäden führten. Zugleich kritisieren fast 600 ehemalige israelische Militär-, Diplomatie- und Geheimdienstfunktionäre die Siedlergewalt und warnen vor Folgen für die regionale Sicherheit. Am Ende betont die Folge, dass sich für Palästinenser in Gaza und im Westjordanland mit den kommenden israelischen Wahlen voraussichtlich wenig ändern wird.

    Produktion: Manuel Correa, Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

    Grafic Design des Logos: Mona Henry

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    13 分
  • E19 Archäologie in Ägypten: Weg vom Gold der Pharaonen hin zum Leben der einfachen Menschen: Talk mit Irene Forstner-Müller
    2026/07/29

    Wie lebten die einfachen Menschen im Alten Ägypten? Das ist der Forschungsschwerpunkt von Irene Forstner‑Müller, er Leiterin des Österreichischen Archäologischen Instituts in Kairo. Sie erforscht seit Jahrzehnten Siedlungsarchäologie in Tell el‑Daba (im Osten des Nildeltas) und Kom Ombo (Süden) betreibt. Sie beschreibt interdisziplinäre Prospektionsmethoden — Magnetometer, Bodenradar, Bohrungen und geomorphologische Analysen — die Ausgraben zielgerichteter und wissenschaftlicher machen. Neuere Technologien wie Structure‑from‑Motion‑3D‑Scanning (mit LiDAR‑fähigen Smartphones) erlauben detailreiche Modelle von Gebäuden, Speicheranlagen und Keramik. Die Forschung fand umfangreiche Getreidespeicher und Verteilungsanlagen, die auf regional organisierte Vorratssysteme und Verwaltung in Krisenzeiten hinweisen. Durch Tierknochenanalysen, Mumienbefunde und physische Anthropologie lassen sich Ernährungsweisen (Brot, Bier, Fisch) aber auch soziale Unterschiede bei der Ernährung nachweisen und Krankheiten rekonstruieren. Forstner‑Müller berichtet auch, wie migrantische Gruppen aus der Levante in ägyptische Städte integriert waren: im Alltag ägyptisiert, in Gräbern oft kulturspezifische Bestattungsformen bewahrend.

    Produktion: Manuel Correa, Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

    Grafic Design des Logos: Mona Henry

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    44 分
  • E18 Auslandsberichterstattung zwischen weißen Flecken und Social Media-Konkurrenz: Talk mit Hartmut Fiedler
    2026/07/23

    El-Gawhary und Hartmut Fiedler diskutieren, warum Auslandsberichterstattung für das Verständnis der Welt unverzichtbar ist. Sie sprechen darüber, wie sich die Berichterstattung in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat und warum Prozesse oft zu kurz kommen, obwohl sie nötig wären, um Krisen früh zu erkennen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, warum manche Konflikte sehr ausführlich begleitet werden, während andere, etwa im globalen Süden oder in Gaza, deutlich weniger Raum bekommen. Fiedler erklärt, dass fehlende Zugänge, Ressourcenmangel und kulturelle Nähe oder Distanz die Berichterstattung stark prägen. El-Gawhary beschreibt, wie sehr soziale Medien die klassische Rolle von Medien als Gatekeeper verändert haben und wie daraus Vertrauen verloren gehen kann. Gemeinsam sprechen sie auch über die Schnelllebigkeit heutiger Nachrichten, in der Ereignisse oft schon wieder verschwinden, bevor sie wirklich eingeordnet sind. Fiedler plädiert dafür, Geschichten neu zu erzählen, genauer hinzuschauen und sich nicht mit Stereotypen oder Vereinfachungen zufriedenzugeben. Am Ende wird klar, dass Auslandsberichterstattung für beide keine Randnotiz ist, sondern eine zentrale journalistische Aufgabe bleibt.

    Produktion: Manuel Correa, Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

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    53 分
  • E17 Eine Mossad-Hollywood-Produktion: Wie der israelische Geheimdienst den Regime-Wechsel in Teheran plante und gescheitert ist
    2026/07/22

    El-Gawhary schildert eine ungewöhnliche Geheimdienstoperation, bei der der Mossad versuchte, Mahmoud Ahmadinedschad als zukünftigen Machthaber im Iran aufzubauen. Kontakte wurden unter anderem über Treffen in Budapest hergestellt, die als akademische Veranstaltungen getarnt waren. Israel ging davon aus, dass Ahmadinedschad sich vom Regime distanziert hatte und politisch nutzbar geworden war. Während des Angriffs auf den Iran wurde er während eines Luftangriffs aus seinem Wohnkomplex in ein Mossad-Sage-House gebracht. Doch die Operation verlor danach schnell an Kontrolle. Ahmadinedschad kehrte schließlich unter unklaren Umständen wieder in den Einflussbereich des iranischen Regimes zurück.

    Parallel verfolgte Israel einen sogenannten Kurden-Plan, bei dem bewaffnete Gruppen Richtung Teheran vorrücken sollten. Dieser Plan scheiterte an mangelnder Unterstützung, internen Zweifeln und letztlich an einer Absage durch die USA. El-Gawhary ordnet bei Geschichten als ein weiteres Beispiel ein, dass man auch als stärkste Militärmacht in der Region es nicht so einfach schafft, Kräfteverhältnisse in einem anderen Land in seinem Sinne zu verändern.

    Produktion: Manuel Correa, Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

    Grafic Design des Logos: Mona Henry

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    14 分
  • E16 Warum Fische und Vögel doch miteinander leben können. Ein Talk mit dem österreichisch-ägyptischen Filmemacher A.B.Shawky über dessen neuen Film "The Stories"
    2026/07/16

    In dieser Folge von „Nahost. Nah Dran.“ spricht El-Gawhary mit Abu Bakr Shawky über dessen Film The Stories. Der Film erzählt von seiner Familie zwischen Ägypten und Österreich und geht auf die Brieffreundschaft der Eltern in den 1970er-Jahren zurück. El-Gawhary beschreibt den Film als Liebeserklärung an Menschlichkeit und an die kleinen Leute, die sich durch schwierige Zeiten manövrieren. Shawky erklärt, dass ihn besonders interessiert hat, wie normale Familien große politische und historische Ereignisse erleben. Dazu gehören Kriege, Aufstände und der Mord am ägyptischen Präsidenten Anwar El- Sadat, die im Film immer wieder mit den privaten Erinnerungen der Familie verschränkt werden.

    Ein zentrales Motiv ist die Geschichte vom Fisch und dem Vogel, und die Frage ob die beiden am Ende zusammenleben können. Ebenso wichtig sind familiäre Rituale, Aberglaube und die Liebe zum Fußball, die im Film als Metaphern für Hoffnung, Pech und Zusammenhalt dienen. Die Folge betont, dass Familiengeschichten durch ständiges Weitererzählen zu Legenden werden. Der Film ist auch eine Hommage an unsere Gemeinsamkeiten, die viel größer sind als die Kulturen, die uns trennen.

    Produktion: Manuel Correa, Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

    Grafic Design des Logos: Mona Henry

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    38 分
  • E15 Wenn die Waffenpause eine Pause einlegt: Analyse zur Lage in Hormus
    2026/07/15

    El-Gawhary beschreibt, wie die vereinbarte Waffenpause zwischen den USA und dem Iran zunehmend an Bedeutung verliert und durch wiederholte Eskalationen untergraben wird.
    Auslöser der aktuellen Spannungen sind iranische Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus, nachdem diese ohne iranische Genehmigung eine südliche Route nutzen.
    Die USA reagieren darauf mit Angriffen auf iranisches Territorium, woraufhin der Iran wiederum US-Stützpunkte in der Region ins Visier nimmt.
    Im Kern geht es um die Kontrolle der strategisch wichtigen Meerenge, wobei der Iran auf einer Genehmigungspflicht besteht und die USA alternative Routen durchsetzen wollen.
    Zusätzlich verschärft sich der Konflikt durch aggressive Rhetorik, insbesondere von US-Präsident Trump, sowie durch neue Maßnahmen wie eine geplante US-Gebühr für Schiffspassagen.
    El-Gawhary kommt zu dem Schluss, dass trotz der Eskalation keine Seite strategisch profitieren kann und der Konflikt langfristig nur durch Verhandlungen gelöst werden dürfte.

    Produktion: Manuel Correa, Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

    Grafic Design des Logos: Mona Henry

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    10 分