Lange im Zentrum der Macht, jetzt im politischen Abklingbecken unterwegs: Wolfgang Schmidt, einst Kanzleramtschef unter Olaf Scholz und Dompteur der "Ampel", blickt mit Sorge auf die derzeitige Bundesregierung aus Union und seiner Partei, der SPD. Da seien "Parteien gezwungen, miteinander zu koalieren, die nicht wirklich Lust aufeinander haben". Ein Koalitionsstreit wie jetzt um die Rente sei aber kein Ausnahmezustand, sondern die neue Normalität. Ein Schweizer Freund habe ihm einmal gesagt: "Was ihr Streit nennt, nennen wir Demokratie." Über die vielen Jahre seiner SPD in der Regierung, sagt Schmidt, sei bei einigen vielleicht der Eindruck entstanden, die "flammende, glutrote Fahne" der Partei habe sich zu "einem lappigen Orange" verwandelt. Gleichzeitig warnt er vor den einfachen Antworten der Populisten: "Manchmal habe ich das Gefühl, das ist so Zauberstabpolitik: 'Hex, hex – und die irreguläre Migration ist bei null. Und Friede in der Ukraine. Und das Wirtschaftswachstum ist wieder da.'" Trotzdem bleibt er Optimist: Die SPD werde wieder über 20 Prozent kommen, weil sie eine Partei sei, "die versucht, den Laden zusammenzuhalten". Gast: Wolfgang Schmidt, Ex-Kanzleramtschef (SPD) Host: Beatrice Achterberg Produzenten: Utz Dräger & Dominik Schottner Feedback und Kontakt: machtspiel@nzz.de Foto: Bundesregierung/S. Kogler Weitere Informationen zum Thema: [NZZ-Kommentar zur Lage der SPD](https://www.nzz.ch/der-andere-blick/die-spd-ist-zu-einer-traurigen-gestalt-geworden-ihre-irrfahrt-belastet-das-ganze-deutsche-parteiensystem-ld.1913475) [SPIEGEL-Porträt von Wolfgang Schmidt (€)](https://www.spiegel.de/politik/deutschland/wolfgang-schmidt-jetzt-muss-der-oberste-scholz-verteidiger-fuer-sich-selbst-kaempfen-a-5a235617-0d2d-47bf-b003-f716e61a2500?giftToken=3b617d6e-f7b0-45e8-b2ad-296aaae95205) [Wolfgang Schmidt bei Paul Ronzheimer über Stimmenverluste der SPD an die AfD](https://www.youtube.com/watch?v=2gb4VdIxcAs)
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