Serap Gülers Vater sprach bis zu seinem Lebensende nur gebrochenes Deutsch. Trotzdem, so die Staatsministerin des Auswärtigen Amts, sei er besser integriert gewesen als viele Migranten, die fliessend Deutsch sprächen. Gülers Vater kam 1968 als türkischer Gastarbeiter ins Ruhrgebiet und arbeitete fast 40 Jahre als Bergmann unter Tage. «Das war seine Heimat, und im Türkischen sagt man: Ich lasse auf etwas, was mir ganz lieb ist, kein Staubkorn aufkommen», erzählt Güler in dieser Folge von «NZZ Machtspiel». Für Güler zeigt sich eine gelungene Integration vor allem durch eine klare Verbindung zu den Werten des Landes. Trotzdem brauche es auch die nötige Infrastruktur – Jobs, Schulbildung, Sprachkurse und Begleitung für traumatisierte Flüchtlinge. «Und damit das weder die Menschen, die kommen, noch die Gesellschaft, die aufnimmt, herausfordert und das wirklich auch im humanistischen Sinne funktioniert, braucht es eine Zahl, die die Infrastruktur trägt. Und wir waren längst drüber», so Güler. Die Migrationswende der Regierungskoalition sei deshalb richtig gewesen, erklärt sie im Gespräch mit Beatrice Achterberg, diesmal vor besonderer Kulisse bei der Brost-Stiftung in Essen. Im Wohnzimmer der verstorbenen Verlegerin Anneliese Brost und vor Publikum diskutieren die beiden auch über Bürokratie beim Wohnungsbau, den Bundeshaushalt, ein mögliches AfD-Verbot und die gegenwärtigen Herausforderungen in der Innen- und Aussenpolitik. Gast: Serap Güler, Staatsministerin im Auswärtigen Amt Host: Beatrice Achterberg, Redaktorin NZZ Deutschland Foto Serap Güler: André Krass Redaktion: Dominik Schottner Produktion: Sarah Ziegler [Exklusiv für dich als Podcast-Fan: 7 Tage NZZ-Digitalabo geschenkt. Unverbindlich testen.](https://probeabo.nzz.ch/podcast?utm_source=shownotes&utm_medium=podcast&utm_campaign=0726_NZZCH_Podcast) Feedback und Kontakt zur Redaktion: machtspiel@nzz.de
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