MRD-Diagnostik (messbare Resterkrankung) hat beim Multiplen Myelom in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. In dieser speziellen, monothematischen Folge spricht Dr. Richard Schabath mit Dr. Holger Hauspurg aus der Hämatopathologie Hamburg über die moderne MRD-Diagnostik und ihre zunehmende Bedeutung für Therapieentscheidungen.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wann und wie MRD beim Multiplen Myelom sinnvoll bestimmt werden kann und welche Konsequenzen ein anhaltend negativer MRD-Status für die weitere Behandlung hat. Besprochen wird unter anderem die in Studien eingesetzte NGS-basierte ClonoSeq-Methode, die Voraussetzungen für die Untersuchung und der Unterschied zur Durchflusszytometrie.
Dr. Hauspurg erläutert außerdem, welches Ausgangsmaterial für die molekulargenetische MRD-Diagnostik benötigt wird, warum eine frühzeitige Sicherung von geeignetem Material sinnvoll sein kann und welche Möglichkeiten bestehen, wenn das Ausgangsmaterial nicht unmittelbar verfügbar ist. Auch praktische Fragen zur Einsendung, Materialmenge und Turnaround-Zeit werden angesprochen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der PERSEUS-Studie und der sogenannten sustained MRD negativity: Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine anhaltende MRD-Negativität Grundlage dafür sein, die Erhaltungstherapie mit Daratumumab zu deeskalieren bzw. zu beenden. Damit wird MRD von einem reinen Studienendpunkt zu einem diagnostischen Parameter mit unmittelbarer therapeutischer Relevanz.
Darüber hinaus geht es um die Frage, für welche Patientinnen und Patienten ein MRD-gesteuertes Vorgehen infrage kommt, warum Hochrisiko-Myelome dabei gesondert betrachtet werden müssen und welches Potenzial die MRD-Diagnostik auch unter gesundheitsökonomischen Gesichtspunkten bietet.
Eine praxisnahe Folge für alle, die wissen möchten, wie moderne MRD-Diagnostik beim Multiplen Myelom funktioniert – und wann aus einem Laborergebnis tatsächlich eine Therapieentscheidung wird.
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