エピソード

  • Folge 165: Schwimmen im Pott
    2026/07/22
    Diesmal sprechen mit einer regelmäßigen Hörerin unseres Podcasts, mit der Dortmunderin Cordula Althaus. Cordula hat uns bei einem Fehler erwischt: In Folge 150 haben wir die Zahl der Bäder in 10 deutschen Städten verglichen und behauptet, in Dortmund gebe es nur zwei Hallenbäder und ein Freibad. Das ist falsch! Cordula hat uns korrigiert: In Dortmund gibt es sogar zwölf Hallenbäder und sechs Freibäder. Allerdings: Nur zwei städtische Hallenbäder und ein städtisches Freibad, was zudem wegen langjähriger kostenintensiver Sanierung noch immer geschlossen ist. Die anderen Bäder werden entweder von der Sportwelt Dortmund betrieben - einer gemeinnützigen Betriebsgesellschaft im Auftrag der Stadt - oder von Vereinen.Und das ist vermutlich der Grund für unseren Fehler, denn wir hatten explizit nach städtischen Bädern gesucht. Umso froher sind wir, dass die Ruhrgebietsstadt doch nicht so dürftig mit Schwimmbädern versorgt ist, wie wir befürchtet haben. Und Cordula ist auch sehr zufrieden mit dem Angebot, erzählt sie uns: Mindestens zweimal die Woche geht sie schwimmen, ihr Partner sogar täglich. Und sie hat sich uns zum Vorbild genommen und war tatsächlich mal in allen Dortmunder Bädern unterwegs.Das einzige, was sie etwas nervt, sind die unterschiedlichen Ticketpreise durch die unterschiedlichen Betreiber. Moderat sind sie aber alle, findet Cordula, von 3,50 bis gut fünf Euro. Was ihr Lieblingsbad ist, wollen wir an dieser Stelle nicht verraten, sonst ist das zu ihren Lieblingszeiten womöglich viel voller als sonst, fürchtet Cordula. Aber was das Schöne ist: Auch Nicht-Vereinsmitglieder können in die Vereinsbäder gehen. Nicht zu allen Zeiten, es wird ja auch trainiert. Aber doch häufig genug, findet Cordula.Allerdings - auch in Dortmund fehlt das Personal. Und so mussten in diesem Sommer zwischenzeitlich alle Hallenbäder schließen, weil die Bademeister:innen in den Freibädern gebraucht wurden. Cordula ist da pragmatisch. Wenn es in Dortmund eng wird, könne man ja auch noch in Witten, Hagen, Bochum, Lünen, Herne oder Hamm schwimmen gehen. Besonders schön findet Cordula das Westfalenbad in Hagen. Wir plaudern noch ein bisschen über besondere Freibäder in der näheren und weiteren Umgebung von Dortmund, zum Beispiel über Hamm, was seit geraumer Zeit auf so genannten Kombibäder setzt, die sowohl Schwimmbecken drinnen wie draußen haben. Auch spannend: Der Aquapark Oberhausen, hier gibt es einen 18-Meter-Turm, der einem Förderturm nachgebaut worden ist. Von dem kann man (anders, als während der Aufnahme gedacht) nicht springen, aber rutschen - für viele ein absolutes Highlight. Und in den Sommerferien hat das Werksschwimmbad in der Essener Kokerei Zollverein geöffnet. Wo früher Kohle zu Koks gebacken wurde, stehen jetzt zwei aneinander geschweißte Überseecontainer, in die man kostenlos eintauchen kann. Ebenfalls in Essen: Das Grugabad, ein Freibad der Nachkriegsmoderne, hier gibt es sogar ein Wellenbecken (was in den Sommerferien auch wieder geöffnet sein soll). Wenn man den Blick noch ein bisschen weiter schweifen lässt. dann sollte das Waldfreibad Gudenhagen nicht unerwähnt bleiben, das liegt im Hochsauerlandkreis bei Brilon und hat ein 200-Meter Becken, was allerdings streckenweise doch sehr flach ist, erzählt Cordula, die dort in der Gegend aufgewachsen ist. Ebenfalls ein Highlight für sie: Das Allwetterbad Walsum in Duisburg. Hier wird im Sommer, je nach Wetterlage - wie bei einem Cabrio - über dem 50-Meter-Edelstahlbecken das Dach weggefahren.Wir beschließen - wir müssen unbedingt mal im Ruhrgebiet schwimmen. Und sind für weitere Tipps sehr dankbar!
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  • Folge 164: (Nicht nur) Den Neckar entlang
    2026/07/15

    Martin Tschepe liebt das Freiwasser - und ganz besonders den Neckar. So sehr, dass er vor einigen Jahren zusammen mit seinem Freund Volker den ganzen Fluss entlang geschwommen ist - über 300 Kilometer in knapp zwei Wochen. Von Sulz durch Stuttgart und Ludwigsburg bis nach Mannheim. Und das, obwohl in dem Fluss das Baden streckenweise verboten ist - in Stuttgart zum Beispiel. Aber das hat die beiden nicht gestört: Sie wollten zeigen, was für ein großartiges Naherholungsgebiet so ein Fluss sein kann - und haben nebenher noch Spenden gesammelt, damit Menschen mit Behinderung Schwimmtraining bekommen können.

    Genannt hat Martin das Projekt „Bahn neun“. Denn wenn der Bademeister in seiner Jugend das Freibad direkt neben dem Neckar schloss, sagte er immer: „Jetzt habt ihr nur noch Bahn neun“.

    Allerdings - in den 1970er Jahren kam das noch überhaupt nicht in Frage, zu verdreckt war der Neckar, der immerhin der zwölftgrößte Fluss Deutschlands ist. Aber offenbar hat Martin dieser Gedanke nicht mehr losgelassen.

    Heute ist der Fluss an vielen Stellen deutlich sauberer, zum Baden freigegeben ist er trotzdem nicht überall. Dabei wäre diese kostenlose Möglichkeit in Zeiten des Klimawandels gerade in Großstädten wie Stuttgart so wichtig, findet Martin. Er selber schwimmt das ganze Jahr über im Neckar, auch bei knapp zwei Grad Wassertemperatur. Möglichst nie allein und immer mit Boje. Früher im Neoprenanzug, heute auch ohne - denn Martin ist mittlerweile Weltmeister im Eisschwimmen, erst im März dieses Jahres hat er sich im finnischen Oulu zweimal den Titel geholt, in 200 und 450 Meter Freistil.

    Überhaupt - der Mann hat eine echte Seen-Sucht: Vom Bodensee bis zur Müritz hat er schon sehr viele Seen in Deutschland durchschwommen und auch Salzwasser ist für ihn kein Problem: Er hat am Sylter Küstenschwimmen teilgenommen, ist nicht nur von Föhr nach Sylt gekrault, sondern war auch im Mittelmeer und im Atlantik unterwegs.

    Wenn Martin nicht gerade schwimmend unterwegs ist, schreibt er als freier Journalist unter anderem für den Staatsanzeiger oder swim.de. Was er beim Schwimmen schon so alles erlebt hat, hat er in seinem Buch „Im Element - Geschichten vom Schwimmen“ beschrieben. Und er arbeitet für die Stuttgarter Josef Wund Stiftung, die sich für sauberes Wasser und fürs Schwimmen lernen einsetzt.

    An dem Morgen unseres Gesprächs ist er auch schon startbereit: Allerdings geht es diesmal weder in den Fluss noch in einen See, sondern ganz bodenständig ins Freibad. Denn wer ein guter Schwimmer im Freiwasser sein will, sagt Martin, der muss dafür im Becken trainieren.















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    30 分
  • Folge 163: Als Eiswürfel geboren
    2026/07/08
    Dass er vermutlich als Eiswürfel zur Welt gekommen ist, hat der österreichische Extremsportler Josef Köberl mal im Scherz gesagt - aber wenn man seine Geschichte kennt, hat man schon den Eindruck, dass da was dran sein könnte. Josef hat als erster Österreicher die Eismeile geschafft, also 1609 Meter in unter fünf Grad kaltem Wasser, er ist Präsident des österreichischen Eisschwimmverbandes und in seinem Schlafzimmer steht tatsächlich eine Gefriertruhe, in die er sich zu Trainingszwecken immer wieder reinsetzt.Klingt super, wenn man gerade unter der Hitze ächzt - ist aber natürlich ganz und gar nicht ungefährlich. Um solch niedrige Temperaturen aushalten zu können, muss man trainieren, auch Josef Köberl. Er hat einst mit dem Langstreckenschwimmen begonnen, aber nach dem Schwimmen durch den Ärmelkanal im Jahr 2015 war ihm klar - kalte Temperaturen sind sein Ding. Auch wenn es bis heute eine Art Hassliebe ist. Denn wenn er in sehr kaltes Wasser steigt, also um die null Grad, hat er bis heute sehr große Schmerzen.Aber, sagt Josef - dieser Schmerz dauert vielleicht 20 Sekunden. Und dann sei es einfach nur großartig. Während des Schwimmens und auch danach, Dopamin sei Dank! Aber auch er stellt fest - es geht nicht immer. Deshalb achtet Josef ständig darauf, wie es ihm tatsächlich geht. Wenn sich irgendwas komisch anfühlt, bricht er das Schwimmen auch wieder ab.Er schwimmt immer mit Boje - und gibt den wichtigen Hinweis, gerade im Eiswasser immer mit offener Boje zu schwimmen, also nicht mit einer, wo man erst noch die Reißlinie ziehen muss. Wenn der Körper reagiert, dann geht es meist zu schnell, als dass man noch auf das Sichaufblasen der Boje warten könnte.Josef trainiert nicht nur seine eigenen Fähigkeiten, sondern auch andere Menschen, die sich ins kalte Wasser trauen. Im Natureispalast am Hintertuxer Gletscher kann man Eisbaden mit Josef buchen. Allerdings - ein bisschen Erfahrung sollte man schon haben, hier liegt die Wassertemperatur eigentlich immer rund um den Gefrierpunkt oder niedriger. Vor allem der so genannte Afterdrop ist gefährlich, wenn das kalte Blut aus den Extremitäten zurück in den Rumpf fließt. Josef war Hochalpinist beim Militär, er hat Erfahrung mit den Bergen, deshalb kann er viele Situationen sehr gut einschätzen. Wenn er nicht gerade im Eiswasser ist, arbeitet er als verbeamteter Qualitätsmanager für Luftfahrtsicherheit im österreichischen Klimaschutzministerium. Josef hat nicht nur österreichische Rekorde aufgestellt, sondern auch einen Weltrekord:Dass er es geschafft hat, zu Beginn der Corona-Zeit zweieinhalb Stunden in einer Tonne mit Eiswürfeln zu verbringen, hat ihm einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde verschafft. Gerade ist er einmal rund um Manhattan geschwommen - da war das Wasser für seine Verhältnisse mit 17 bis 20 Grad ziemlich warm. Sein nächstes Ziel: Die Ocean´s Seven zu vollenden. Im August ist der Santa-Catalina-Kanal dran, voraussichtlich in diesem Jahr auch noch die Tsugura-Straße in Japan. Dann fehlt ihm nur noch der Kaiwi-Kanal in Hawai - aber davor hat er großen Respekt. Das Wasser ist rund 30 Grad warm, zu kälteren Jahreszeiten schwimmen aber auch keine Alternative. Denn dann ist dort der sogenannte Cooki Cutter Shark unterwegs. Was lieblich klingt, ist sehr gefährlich: Der Hai heißt nämlich deshalb so, weil er beim Angriff mit Hilfe seines Gebisses ganze Stücke aus dem Fleisch des anderen reißt. Am Ende wird Josef aber auch das nicht abhalten. Seine eigenen Grenzen immer wieder zu verschieben - das findet er einfach großartig. Die größte Hürde ist für ihn eher das Geld, denn all diese Unternehmungen kosten Tausende von Euro. Warum er auf Spenden angewiesen ist und warum seine Lebensgefährtin für ihn bei all seinen Unternehmungen die größte Stütze ist - auch davon erzählt er in dieser Folge.
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    45 分
  • Folge 162: Am schönsten sind die Kraul-Bahnen!
    2026/07/01

    Philipp Reußner - das ist der Schwimmbadtourist! Am letzten Juni-Wochenende diesen Jahres hat er im Laufe von sechs Jahren bereits 212 unterschiedliche Frei- und Hallenbäder in Europa besucht, war in England, Island, Ungarn, Österreich, Italien, Spanien, Monaco, in der Schweiz, in Frankreich - und natürlich auch in Berlin. Dort ist auch sein 212. Bad - das Sommerbad in Wilmersdorf, vielen auch als Lochow bekannt.

    Wir treffen uns an diesem heißen Samstag aber im Sommerbad am Insulaner, denn da haben wir alle zum Glück noch online-Tickets ergattert. Und nach ein paar Irritationen an der Kasse haben wir dann auch tatsächlich den Weg auf die grüne Wiese gefunden - das Schwimmen muss erstmal warten.

    Aber Philipp ist nach wie vor begeistert von seinem doch recht aufwändigem Hobby. Als wir ihn vor zwei Jahren das erste Mal trafen, hatte er gerade gut hundert Bäder geschafft - das 100. war die Alster-Schwimmhalle in Hamburg. Das 200. Bad ist ebenfalls ausgesprochen pompös: Das Centre Aquatique Olympique in Saint-Denis, nördlich von Paris. Hier fanden die Wassersportwettbewerbe bei Olympia 2024 statt, dafür wurde die Halle extra gebaut.

    Überhaupt - die Schwimmbäder in Frankreich findet Philipp ziemlich cool und ähnlich ausgefallen, was Stile und Baujahre betrifft wie in Deutschland. Begeistert haben ihn die so genannten Sonnenblumenbäder, in Frankreich in den 1970er-Jahren gebaut, bei denen sich das Dach öffnen und zur Sonne ausrichten lässt.

    In Italien oder Spanien fand er dagegen bislang hauptsächlich Zweckbauten, hier lässt sich außer dem reinen Schwimmbecken tatsächlich rein gar nichts an Verspieltheit finden. Und in Sizilien kam er erst gar nicht rein in ein Bad, weil er dafür erstmal eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Arzt hätte vorweisen müssen.

    Philipp lässt sich von sowas nicht entmutigen, im Gegenteil - mehrmals die Woche schwimmen, immer so mindestens drei bis fünf Kilometer in nem guten Stündchen, das ist für den Franken Alltag. Am meisten freut er sich, wenn es in den Bädern nicht nur eine Sportbahn, sondern eine richtige Kraulbahn gibt, wo man also nur kraulen darf. Haben wir noch nie was von gehört, aber sind sofort begeistert. Keine Nahtod-Erfahrung mehr beim Überholen zwischen zwei Brustschwimmern! Soll es tatsächlich geben. Nur leider nicht in Berlin.

    Noch immer macht Philipp von jedem Bad und sich ein Foto - aufhängen zuhause im Flur kann er die Bilder allerdings nicht mehr, die Wände sind voll. Aber bei Instagram kann man sie sich anschauen, sieht schon cool aus. Und mittlerweile ist der Schwimmbadtourist einfach Kult - und durfte sich in Nürnberg deshalb auch die Baustelle des Volksbads anschauen, ein Jugendstilbad, das nach aufwändiger Sanierung voraussichtlich im Herbst wieder eröffnet wird.

    Inzwischen hat Philipp zudem einen Schwimm-Halbmarathon absolviert, beim 24-Stunden-Schwimmen letztes Jahr in Erlangen. In fünf Stunden und 43 Minuten - nicht schlecht! Würden wir auf keinen Fall schaffen - weder die Strecke und schon gar nicht die Zeit … aber Philipp macht als Schwimmbadtourist auf jeden Fall weiter - schließlich gibt es noch einige Bäder in Europa zu durchschwimmen.

    An diesem Wochenende wird das mit dem Meter-Machen allerdings nichts - wohl all jenen, die überhaupt noch einen Steh-Platz im Becken ergattert haben.

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    31 分
  • Folge 161: Mittsommer - Bahnen ziehen mit Ute und Martina
    2026/06/24

    Es soll ja Leute geben, die gerade traurig sind – weil der längste Tag des Jahres schon vorbei ist und sich somit für die ganz Sensiblen quasi bereits der Winterankündigt. Wir dagegen freuen uns, dass die Berliner Bäderbetriebe sich dieses Jahr für den 21. Juni was ganz Besonderes ausgedacht haben – an diesem Tag konnte man nämlich im Sommerbad am Insulaner bereits ab 4:30 Uhr ins Wasser hüpfen.

    Eine von uns war um die Uhrzeit bereits dabei – und echt erstaunt, wie viele sonst noch! Um die 80 Leute hat sie schon nach wenigen Minuten allein im Schwimmerbecken gezählt. Einsam Bahnen ziehen im Morgengrauen – von wegen!

    Die Stimmung war jedenfalls großartig, von Vätern mit ihren Kindern über Rentner:innen bis hin zu After-Party-Gästenwaren so ziemlich alle da. Ein tolles Spektakel, sollte es öfter geben!

    Und auch am Abend bot das Sommerbad am Insulaner was Besonderes: Öffnungszeit bis 21:30 Uhr und gleich nebenan auch noch ein Theater-Event. Also an dem Tag war wirklich für jede und jeden was dabei.

    Wir haben aber auch mal wieder einen Ausflug über die Stadtgrenzen gemacht und uns das Stadionbad in Nürnberg angesehen. Das liegt – wie der Name schon sagt – direkt neben dem Nürnberger Frankenstadion. Das Besondere hier neben einer tollen Rutsche und einem 10-Meter-Turm: Das Freibad hat jeden Tag bis 21 Uhr geöffnet. Und es wirdsehr gut angenommen, im 50-Meter-Becken genauso wie auf den großzügigen Sportflächen.

    Was wir in den Bädern nicht gesehen haben, sind Menschen mit Smart Glasses – also Brillen, mit denen manunbemerkt Fotos machen und filmen kann. Man sollte sich damit auch nicht im Schwimmbad erwischen lassen – denn das ist grundsätzlich verboten, es könnte durchausein längeres Hausverbot drohen.

    Wir werfen aber auch noch einen Blick in die Zukunft: Am 24./25. Oktober soll nämlich im SSE in Berlin ein 24-Stunden-Schwimmen stattfinden. Jeder dort eingenommene Euro wird dann dafür eingesetzt, dass Kinder schwimmen lernen. Unterstützt wird das Event unter anderem von RoundTable 44 und der Stiftung Deutschland schwimmt, Schirmherrinist Britta Steffen. Anmelden kann man sich schon jetzt – wir sind auf jeden Fall dabei. Ihr auch?

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    22 分
  • Folge 160: Ägypten - hier ist Schwimmen ein Privileg
    2026/06/17

    Diesmal sind wir bereits zu früher Stunde digital in Ägypten, genauer gesagt: in Kairo. Dort arbeitet unsere Gesprächspartnerin Nina Amin als Korrespondentin für die ARD und nutzt jede freie Minuten, um schwimmen zu gehen. Allerdings - ganz so einfach ist das nicht im Land der Pharaonen: Öffentliche Schwimmbäder gibt es hier nicht, wer in einem Pool seine Bahnen ziehen will, muss einen Club besuchen - Nina hat das Glück, einer ist direkt bei ihr um die Ecke.

    Zweimal in der Woche gibt es dort ein reines Frauenschwimmen, dann sind auch nur noch Bademeisterinnen vor Ort. Das sei immer eine richtig große Party, erzählt Nina. Dabei geht es dann weniger ums Bahnen ziehen, sondern ums hin und her schwimmen und sich dabei in aller Ruhe zu unterhalten und Spaß zu haben.

    Für die meisten Ägypter sind solche Clubs viel zu teuer. Auf dem Land gibt es oft noch nicht einmal das. Schwimmen ist kein Unterrichtsfach in der Schule, dabei liegt Ägypten im Norden direkt am Mittelmeer und im Osten am Roten Meer. Der Nil, der sich quer durch das ganze Land zieht, wird zwar oft zum Abkühlen genutzt. Hier kommt es allerdings immer wieder zu Todesfällen durch Ertrinken, weil jemand in die Strömung gerät und dann einfach untergeht, viele Ägypter behalten beim Bad im Fluss zudem ihre Kleidung an.

    Wer es sich leisten kann, bezahlt privaten Schwimmunterricht für seine Kinder, aber sehr viele Ägypter:innen können gar nicht schwimmen. Wasser ist in dem Land ein sehr kostbares Gut. Darin zu schwimmen, in Bädern seine Freizeit zu verbringen, wie es für viele Heranwachsende in Deutschland einfach selbstverständlich dazu gehört - das gibt es hier nicht.

    Badekleidungsvorschriften gibt es in den Clubs in der Regel nicht, hier sieht man Bikinis neben Burkinis bunt gemischt, erzählt Nina. So wenig wie in Clubs Fahren die meisten Ägypter:innen aber auch nicht an Meer, zum Strand. Dort gibt es meist abgegrenzte Resorts, zu vielen Strandabschnitten hat man gar keinen Zutritt. An manchen Stränden gibt es eigene Bereiche nur für Frauen. Für alle gilt immer und überall: Oben ohne geht gar nicht! Man muss nicht im Burkini ins Wasser gehen, aber schon ausreichend bedeckt sein.

    An der ägyptischen Mittelmeerküste gibt es sehr starke Strömungen - immer wieder gehen Menschen dort trotz roter Flagge ins Mehr, erst im letzten Jahr gab es einen spektakulären Fall, wo an der Küste acht Menschen ertrunken sind.

    Am Roten Meer gibt es andere Probleme. Es ist eins der schönsten Meere, die Nina kennt, erzählt sie, mit einem faszinierenden Fisch- und Korallenwelt, nach wie vor. Hier ist der Tauchtourismus noch immer stark ausgeprägt, Ägypten setzt aber vermehrt auf Korallenschutz. Nachts im Roten Meer schwimmen darf man ohnehin nicht. Nachtaktive Raubtiere wie Haie, Muränen und Steinfische beginnen dann ihre Jagd, während Strömungen und Riffkanten nicht mehr gut zu erkennen sind

    Weltklasse-Schwimmer:innen aus Ägypten gibt es durchaus - wie Farida Osman, die 2017 als erste ägyptische Schwimmerin eine Medaille bei einer Weltmeisterschaft gewann. In der Regel kommen sie jedoch aus eher privilegierten Elternhäusern. Auch in Ninas Club gibt es eine Trainingsgruppe, lauter Frauen, „und alle wahnsinnig gut und schnell!“ Drei- bis viermal pro Woche werde dort trainiert, wenn sich ein Talent herauskristalliere, dann werde das vom Staat auch gefördert. Schließlich gebe es im Land auch Begeisterung für Schwimmwettkämpfe bei Olympia, erzählt Nina. Aber andere Sportarten wie Fußball stehen dann doch weit mehr im Fokus.

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    33 分
  • Folge 159: Held der Meere
    2026/06/10

    Die Sommerurlaubszeit hat längst begonnen und deswegen geht es in dieser Folge nicht um Chlor- sondern um Salzwasser! Denn viele zieht es in diesen Wochen ans Meer, zum schwimmen, tauchen oder surfen und es gibt wohl wenige Menschen, die sich der Faszination der Ozeane entziehen können. Wenn da nicht dieses kleine „aber“ wäre … Auch wenn wir es nur zu gern verdrängen: Natürlich ist uns allen klar, dass es den Meeren und somit auch den darin schwimmenden Lebewesen nicht wirklich gut geht. Nicht nur wegen der zunehmenden Erwärmung der Meere, sondern auch wegen des ganzen Unrats, der darin herumschwirrt, allem voran das viele Plastik.

    Uns heutiger Gesprächspartner ist deshalb der Speaker und Podcaster Christian Weigand, der das Konzept „Blue Awareness“ entwickelt hat, was mittlerweile ein gemeinnütziger Verein geworden ist. Er ist professioneller Redner für Unternehmen und Veranstaltungen und spricht über Nachhaltigkeit, Meere und Selbstwirksamkeit.

    Das Tolle an ihm: Er läuft nicht etwa den ganzen Tag mit erhobenem Zeigefinger herum und fordert dazu auf, ab sofort asketisch zu leben, sein Motto ist vielmehr: „take three for the sea“. Heißt: Wenn wir beispielsweise im Urlaub am Strand entlang gehen und nur drei Plastikteile aufheben, haben wir schon was getan. Denn das sind drei Teile weniger, die von den Meeresbewohnern mit wertvoller Nahrung verwechselt werden können, drei Teile weniger, an denen ein Wesen im Wasser ersticken oder sich damit strangulieren kann.

    Diese Haltung spürt man auch in seinem erfolgreichen Podcast „Helden der Meere“. Auch hier geht es nicht darum, moralinsauer aufzuzählen, dass vermutlich rund fünf Trillionen Plastikteile in den Ozeanen schwimmen oder um wieviel Grad die Meerestemperatur mal wieder gestiegen ist - stattdessen hat er alle 14 Tage Gäste, die von der Faszination des Meeres erzählen.

    Wie sie mit Haien schwimmen oder Orcas filmen, abenteuerliche Expeditionen machen, von steilen Klippen springen, als Tankerkapitän arbeiten oder ein mexikanisches Drogenkartell verfolgen, das illegal in einem Naturschutzgebiet fischt.

    Aufregende und faszinierende Geschichten, die einem auf ihre ganz eigene Art bewusst machen, was sich für eine wunderbare und besondere, mitunter aber auch ganz schön unheimliche Welt da unter Wasser auftut. Auch für Christian selbst ist das ein großer Spaß - selbst wenn es sehr häufig gar nichts mit Meeresschutz zu tun hat.

    Wir können nicht anders - wir müssen ihn auch danach fragen, wie er die Aktion rund um den Wal in der Ostsee erlebt hat. An dieser Stelle nur so viel: Begeistert hat ihn diese ganze Sache nicht.

    Christian ist nicht nur Redner und Podcaster - und leidenschaftlicher Surfer - er hat zusammen mit dem Journalisten Florian Sturm auch ein Buch gemacht: „Ein Leben für den Ozean“ heißt es und eine von uns hat es natürlich zuhause im Regal stehen und ist im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig begeistert! Umso größer die Freude, dass im November 2026 die zweite Ausgabe erscheinen wird. Während es im ersten Band um Ostsee, Nordsee und Nordatlantik geht, dreht sich der zweite Band um den Europäischen Atlantik. Und wer nicht nur lesen, sondern auch schauen will, bekommt außerordentlich schöne Bilder zu sehen - aus den Tiefen der Ozeane. Das Weihnachtsgeschenk ist safe!








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    45 分
  • Folge 158: KI is watching you
    2026/06/03
    Auf den ersten Blick ist da erstmal nichts Besonderes. Das CabrioLi im westfälischen Lippstadt ist ein Kombibad mit Hallen- und Freibad. Betriebsleiter Tobias Göbel führt uns durch die Halle und deutet nach oben. Und jetzt sehen wir sie: Kleine weiße Kameras an der Decke oder hoch oben an der Wand, die jeden Winkel der drei Schwimmbecken in der Halle im Blick haben.Das CabrioLi in Lippstadt war bundesweit das erste Schwimmbad, das KI zum Einsatz gebracht hat. Auslöser war aber nicht der tragische Tod eines Kleinkindes im Jahr 2019, wie viele vermuten, sondern der pure Zufall, erzählt Tobias. Auch Bäder haben nämlich immer wieder Besuch von Vertretern, die ihnen die neuesten Entwicklungen auf dem Markt präsentieren. Und von so einem Vertreter erfuhr man im CabrioLi von der israelischen Firma Lynxight, die Pionierin in Sachen Schwimmbad-KI.Das war 2022. Das Bad willigte ein, das Programm zu testen, Anfang 2023 gings los: Kameraüberwachung in Echtzeit, auch unter Wasser. Das System macht eine ständige Bewegungsanalyse aller Menschen, die gerade im Wasser sind. Erkennt sie untypische Bewegungsmuster, sendet sie einen Alarm auf die Smartwatch, die hier jeder Bademeister trägt (und natürlich auch jede Bademeisterin). Mit dem Alarm wird der exakte Standort des Geschehens gesendet, außerdem ein Livebild. Zu sehen ist auch, was in den Sekunden davor geschah.Allerdings darf man sich das nicht als einen glasklaren Film vorstellen, erzählt Tobias, die eigentlichen Kameraaufnahmen werden nicht gespeichert. Stattdessen wandelt das Tool sie in so genannte Vektordaten um, sodass nur die Umrisse der Schwimmenden zu sehen sind. Wichtig für den Datenschutz! Seit drei Jahren ist Lynxight jetzt in Lippstadt im Einsatz, am Anfang war das noch ganz schön holperig, erzählt Tobias. Da wurde auch schon mal der Schatten einer Liege als Ertrinkender gewertet, auch ließ sich der Alarm mit „Toter-Mann-Spielen“ viel leichter auslösen. Aber: Diese KI lernt. Nach jedem Alarm melden die Bademeister:innen zurück, ob die KI die Situation richtig erfasst hat. Die Fehlalarme werden deutlich seltener. Und dass eine heikle Situation NICHT erkannt wurde, sei zum Glück noch nie passiert. Ab und zu würden es Gäste auch mal darauf anlegen, den Alarm auszulösen, indem sie sich beispielsweise auf den Beckenboden sinken ließen - doch mittlerweile in der Regel ohne Erfolg.Betriebsleiter Tobias Göbel ist von dem System begeistert, das merkt man. Über die Anschaffungskosten schweigt er sich aus, die jährlichen Betriebskosten seien aber mit rund 10.000 Euro absolut überschaubar. Für ihn hat diese Technik Zukunft - aber nicht, weil er Badpersonal sparen will - „Retten können nur wir, da hilft uns keine KI“ - sondern weil er kaum noch Personal bekommt. Gerade wenn es sehr voll ist, sei aber jedes Auge wichtig - auch das der Kamera. Mittlerweile haben auch schon einige andere Bäder in Deutschland nachgezogen, das System Lynxight kommt in sieben Ländern weltweit zum Einsatz.Mittlerweile sind wir draußen am Schwimmbecken angelangt. Hier gibt es keine KI, an heißen Sommertagen müssen sich die Bademeister:innen nach wie vor auf ihre eigenen Augen und Erfahrungen verlassen. Das Problem: Hier gibt es weder hohe Wände noch Decken, an denen die KI-Kameras aufgehängt werden können. Stangen oder ähnliches wären zu wacklig. Da ist also im wahrsten Sinne des Wortes noch Luft nach oben.
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    37 分