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Chlorgesänge

Chlorgesänge

著者: Ute Zill Martina Schrey
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Wir sind Schwimmerinnen. Wir waren beide mal im Schwimmverein, aber das ist lange her. Bis vor kurzem schwammen wir so wie die meisten – ab und zu, wenn es gerade passt. Doch dann entdeckten wir die Jahreskarte der Berliner Bäderbetriebe – und stellten fest: Berlin hat ja über 60 Schwimmbäder! Schnell stand fest: Die durchschwimmen wir alle! Und zwar in einem Jahr. Gesagt, getan. Was uns beim Bahnen ziehen durch den Kopf geht und warum wir meinen, dass schwimmen nicht nur überlebenswichtig, sondern ein großartiges Abenteuer ist – darum geht es hier!Ute Zill, Martina Schrey ウォータースポーツ 水泳・ダイビング
エピソード
  • Folge 165: Schwimmen im Pott
    2026/07/22
    Diesmal sprechen mit einer regelmäßigen Hörerin unseres Podcasts, mit der Dortmunderin Cordula Althaus. Cordula hat uns bei einem Fehler erwischt: In Folge 150 haben wir die Zahl der Bäder in 10 deutschen Städten verglichen und behauptet, in Dortmund gebe es nur zwei Hallenbäder und ein Freibad. Das ist falsch! Cordula hat uns korrigiert: In Dortmund gibt es sogar zwölf Hallenbäder und sechs Freibäder. Allerdings: Nur zwei städtische Hallenbäder und ein städtisches Freibad, was zudem wegen langjähriger kostenintensiver Sanierung noch immer geschlossen ist. Die anderen Bäder werden entweder von der Sportwelt Dortmund betrieben - einer gemeinnützigen Betriebsgesellschaft im Auftrag der Stadt - oder von Vereinen.Und das ist vermutlich der Grund für unseren Fehler, denn wir hatten explizit nach städtischen Bädern gesucht. Umso froher sind wir, dass die Ruhrgebietsstadt doch nicht so dürftig mit Schwimmbädern versorgt ist, wie wir befürchtet haben. Und Cordula ist auch sehr zufrieden mit dem Angebot, erzählt sie uns: Mindestens zweimal die Woche geht sie schwimmen, ihr Partner sogar täglich. Und sie hat sich uns zum Vorbild genommen und war tatsächlich mal in allen Dortmunder Bädern unterwegs.Das einzige, was sie etwas nervt, sind die unterschiedlichen Ticketpreise durch die unterschiedlichen Betreiber. Moderat sind sie aber alle, findet Cordula, von 3,50 bis gut fünf Euro. Was ihr Lieblingsbad ist, wollen wir an dieser Stelle nicht verraten, sonst ist das zu ihren Lieblingszeiten womöglich viel voller als sonst, fürchtet Cordula. Aber was das Schöne ist: Auch Nicht-Vereinsmitglieder können in die Vereinsbäder gehen. Nicht zu allen Zeiten, es wird ja auch trainiert. Aber doch häufig genug, findet Cordula.Allerdings - auch in Dortmund fehlt das Personal. Und so mussten in diesem Sommer zwischenzeitlich alle Hallenbäder schließen, weil die Bademeister:innen in den Freibädern gebraucht wurden. Cordula ist da pragmatisch. Wenn es in Dortmund eng wird, könne man ja auch noch in Witten, Hagen, Bochum, Lünen, Herne oder Hamm schwimmen gehen. Besonders schön findet Cordula das Westfalenbad in Hagen. Wir plaudern noch ein bisschen über besondere Freibäder in der näheren und weiteren Umgebung von Dortmund, zum Beispiel über Hamm, was seit geraumer Zeit auf so genannten Kombibäder setzt, die sowohl Schwimmbecken drinnen wie draußen haben. Auch spannend: Der Aquapark Oberhausen, hier gibt es einen 18-Meter-Turm, der einem Förderturm nachgebaut worden ist. Von dem kann man (anders, als während der Aufnahme gedacht) nicht springen, aber rutschen - für viele ein absolutes Highlight. Und in den Sommerferien hat das Werksschwimmbad in der Essener Kokerei Zollverein geöffnet. Wo früher Kohle zu Koks gebacken wurde, stehen jetzt zwei aneinander geschweißte Überseecontainer, in die man kostenlos eintauchen kann. Ebenfalls in Essen: Das Grugabad, ein Freibad der Nachkriegsmoderne, hier gibt es sogar ein Wellenbecken (was in den Sommerferien auch wieder geöffnet sein soll). Wenn man den Blick noch ein bisschen weiter schweifen lässt. dann sollte das Waldfreibad Gudenhagen nicht unerwähnt bleiben, das liegt im Hochsauerlandkreis bei Brilon und hat ein 200-Meter Becken, was allerdings streckenweise doch sehr flach ist, erzählt Cordula, die dort in der Gegend aufgewachsen ist. Ebenfalls ein Highlight für sie: Das Allwetterbad Walsum in Duisburg. Hier wird im Sommer, je nach Wetterlage - wie bei einem Cabrio - über dem 50-Meter-Edelstahlbecken das Dach weggefahren.Wir beschließen - wir müssen unbedingt mal im Ruhrgebiet schwimmen. Und sind für weitere Tipps sehr dankbar!
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    32 分
  • Folge 164: (Nicht nur) Den Neckar entlang
    2026/07/15

    Martin Tschepe liebt das Freiwasser - und ganz besonders den Neckar. So sehr, dass er vor einigen Jahren zusammen mit seinem Freund Volker den ganzen Fluss entlang geschwommen ist - über 300 Kilometer in knapp zwei Wochen. Von Sulz durch Stuttgart und Ludwigsburg bis nach Mannheim. Und das, obwohl in dem Fluss das Baden streckenweise verboten ist - in Stuttgart zum Beispiel. Aber das hat die beiden nicht gestört: Sie wollten zeigen, was für ein großartiges Naherholungsgebiet so ein Fluss sein kann - und haben nebenher noch Spenden gesammelt, damit Menschen mit Behinderung Schwimmtraining bekommen können.

    Genannt hat Martin das Projekt „Bahn neun“. Denn wenn der Bademeister in seiner Jugend das Freibad direkt neben dem Neckar schloss, sagte er immer: „Jetzt habt ihr nur noch Bahn neun“.

    Allerdings - in den 1970er Jahren kam das noch überhaupt nicht in Frage, zu verdreckt war der Neckar, der immerhin der zwölftgrößte Fluss Deutschlands ist. Aber offenbar hat Martin dieser Gedanke nicht mehr losgelassen.

    Heute ist der Fluss an vielen Stellen deutlich sauberer, zum Baden freigegeben ist er trotzdem nicht überall. Dabei wäre diese kostenlose Möglichkeit in Zeiten des Klimawandels gerade in Großstädten wie Stuttgart so wichtig, findet Martin. Er selber schwimmt das ganze Jahr über im Neckar, auch bei knapp zwei Grad Wassertemperatur. Möglichst nie allein und immer mit Boje. Früher im Neoprenanzug, heute auch ohne - denn Martin ist mittlerweile Weltmeister im Eisschwimmen, erst im März dieses Jahres hat er sich im finnischen Oulu zweimal den Titel geholt, in 200 und 450 Meter Freistil.

    Überhaupt - der Mann hat eine echte Seen-Sucht: Vom Bodensee bis zur Müritz hat er schon sehr viele Seen in Deutschland durchschwommen und auch Salzwasser ist für ihn kein Problem: Er hat am Sylter Küstenschwimmen teilgenommen, ist nicht nur von Föhr nach Sylt gekrault, sondern war auch im Mittelmeer und im Atlantik unterwegs.

    Wenn Martin nicht gerade schwimmend unterwegs ist, schreibt er als freier Journalist unter anderem für den Staatsanzeiger oder swim.de. Was er beim Schwimmen schon so alles erlebt hat, hat er in seinem Buch „Im Element - Geschichten vom Schwimmen“ beschrieben. Und er arbeitet für die Stuttgarter Josef Wund Stiftung, die sich für sauberes Wasser und fürs Schwimmen lernen einsetzt.

    An dem Morgen unseres Gesprächs ist er auch schon startbereit: Allerdings geht es diesmal weder in den Fluss noch in einen See, sondern ganz bodenständig ins Freibad. Denn wer ein guter Schwimmer im Freiwasser sein will, sagt Martin, der muss dafür im Becken trainieren.















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    30 分
  • Folge 163: Als Eiswürfel geboren
    2026/07/08
    Dass er vermutlich als Eiswürfel zur Welt gekommen ist, hat der österreichische Extremsportler Josef Köberl mal im Scherz gesagt - aber wenn man seine Geschichte kennt, hat man schon den Eindruck, dass da was dran sein könnte. Josef hat als erster Österreicher die Eismeile geschafft, also 1609 Meter in unter fünf Grad kaltem Wasser, er ist Präsident des österreichischen Eisschwimmverbandes und in seinem Schlafzimmer steht tatsächlich eine Gefriertruhe, in die er sich zu Trainingszwecken immer wieder reinsetzt.Klingt super, wenn man gerade unter der Hitze ächzt - ist aber natürlich ganz und gar nicht ungefährlich. Um solch niedrige Temperaturen aushalten zu können, muss man trainieren, auch Josef Köberl. Er hat einst mit dem Langstreckenschwimmen begonnen, aber nach dem Schwimmen durch den Ärmelkanal im Jahr 2015 war ihm klar - kalte Temperaturen sind sein Ding. Auch wenn es bis heute eine Art Hassliebe ist. Denn wenn er in sehr kaltes Wasser steigt, also um die null Grad, hat er bis heute sehr große Schmerzen.Aber, sagt Josef - dieser Schmerz dauert vielleicht 20 Sekunden. Und dann sei es einfach nur großartig. Während des Schwimmens und auch danach, Dopamin sei Dank! Aber auch er stellt fest - es geht nicht immer. Deshalb achtet Josef ständig darauf, wie es ihm tatsächlich geht. Wenn sich irgendwas komisch anfühlt, bricht er das Schwimmen auch wieder ab.Er schwimmt immer mit Boje - und gibt den wichtigen Hinweis, gerade im Eiswasser immer mit offener Boje zu schwimmen, also nicht mit einer, wo man erst noch die Reißlinie ziehen muss. Wenn der Körper reagiert, dann geht es meist zu schnell, als dass man noch auf das Sichaufblasen der Boje warten könnte.Josef trainiert nicht nur seine eigenen Fähigkeiten, sondern auch andere Menschen, die sich ins kalte Wasser trauen. Im Natureispalast am Hintertuxer Gletscher kann man Eisbaden mit Josef buchen. Allerdings - ein bisschen Erfahrung sollte man schon haben, hier liegt die Wassertemperatur eigentlich immer rund um den Gefrierpunkt oder niedriger. Vor allem der so genannte Afterdrop ist gefährlich, wenn das kalte Blut aus den Extremitäten zurück in den Rumpf fließt. Josef war Hochalpinist beim Militär, er hat Erfahrung mit den Bergen, deshalb kann er viele Situationen sehr gut einschätzen. Wenn er nicht gerade im Eiswasser ist, arbeitet er als verbeamteter Qualitätsmanager für Luftfahrtsicherheit im österreichischen Klimaschutzministerium. Josef hat nicht nur österreichische Rekorde aufgestellt, sondern auch einen Weltrekord:Dass er es geschafft hat, zu Beginn der Corona-Zeit zweieinhalb Stunden in einer Tonne mit Eiswürfeln zu verbringen, hat ihm einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde verschafft. Gerade ist er einmal rund um Manhattan geschwommen - da war das Wasser für seine Verhältnisse mit 17 bis 20 Grad ziemlich warm. Sein nächstes Ziel: Die Ocean´s Seven zu vollenden. Im August ist der Santa-Catalina-Kanal dran, voraussichtlich in diesem Jahr auch noch die Tsugura-Straße in Japan. Dann fehlt ihm nur noch der Kaiwi-Kanal in Hawai - aber davor hat er großen Respekt. Das Wasser ist rund 30 Grad warm, zu kälteren Jahreszeiten schwimmen aber auch keine Alternative. Denn dann ist dort der sogenannte Cooki Cutter Shark unterwegs. Was lieblich klingt, ist sehr gefährlich: Der Hai heißt nämlich deshalb so, weil er beim Angriff mit Hilfe seines Gebisses ganze Stücke aus dem Fleisch des anderen reißt. Am Ende wird Josef aber auch das nicht abhalten. Seine eigenen Grenzen immer wieder zu verschieben - das findet er einfach großartig. Die größte Hürde ist für ihn eher das Geld, denn all diese Unternehmungen kosten Tausende von Euro. Warum er auf Spenden angewiesen ist und warum seine Lebensgefährtin für ihn bei all seinen Unternehmungen die größte Stütze ist - auch davon erzählt er in dieser Folge.
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    45 分
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