Felix Werner ist Ortswehrleiter in Boxberg/O.L., Martin Zieschang ist Gemeindewehrleiter der Gemeinde Boxberg/O.L. – und Romy weiß zu Beginn eigentlich nur eins: Die Feuerwehr hat rote Autos mit Blaulicht. Was folgt, ist eine ziemlich ehrliche Bestandsaufnahme dessen, was die freiwillige Feuerwehr hier wirklich ist – und was sie nicht ist. Kein Verein zum Beispiel, sondern eine kommunale Einrichtung, bei der der Bürgermeister der oberste Dienstherr ist. 18 Ortsteile in der Gemeinde Boxberg/O.L., aber nur 9 Ortsfeuerwehren. Wer mitmachen will, kommt einfach freitagabends zur Ausbildung vorbei – kein Studium nötig, kein Leistungssport. Felix sagt, wer beim Fußballverein zweimal die Woche trainiert und am Wochenende spielt, hat mehr Zeitaufwand als für den Truppmann-Grundlehrgang. Die Feuerwehr löscht Feuer – das denken viele. Die Realität sieht anders aus: Verkehrsunfälle, Türnotöffnungen, Tragehilfen für den Rettungsdienst, Ölspuren auf der Straße, Bootseinsätze auf dem Bärwalder See. Und wer nicht vorne am Unfallwagen arbeiten will oder kann, wird trotzdem gebraucht – für die Absperrung 300 Meter weiter, für den Einsatzbericht, für die Wasserversorgung. Dass das alles ehrenamtlich läuft, macht es nicht einfacher. Arbeitgeber müssen freistellen, Einsätze kommen immer zur verkehrten Zeit – und wenn es größer wird wie letztes Jahr in der Gohrischheide, sieben Tage, 24-Stunden-Schichten im rollierenden Verfahren, dann ist trotzdem alles Ehrenamt, komplett. Wie man verarbeitet, was man dabei erlebt, erklärt Martin mit einem Glas Wasser: Jeder Einsatz kommt ein Schluck dazu. Wer nichts rauslässt, läuft irgendwann über. Am Ende wirbt Martin schlicht: einfach vorbeikommen.
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