• 026: Warum du?
    2026/11/01

    Korach, ein Vetter des Mose, steht mit zweihundertfünfzig angesehenen Männern auf und stellt die Frage, die in jeder Gruppe irgendwann fällt: „Die ganze Gemeinde ist heilig. Warum erhebt ihr euch über uns?“ Die Folge erzählt Numeri 16 und 17: Moses Gegenfrage „Ist es euch zu wenig?“, die Erde, die sich öffnet, Aaron, der sich zwischen die Toten und die Lebenden stellt, und den Stab, der über Nacht Mandeln trägt. Dazu eine Befragung aus dem Zweiten Weltkrieg, die zeigt, warum ausgerechnet Menschen mit guten Aussichten oft unzufriedener sind, die Unterscheidung der Mischna zwischen einem Streit „um des Himmels willen“ und einem, der es nicht ist, und die Geschichte von Qarun im Koran.

    Was wir mitnehmen: Ein richtiger Satz kann für ein falsches Ziel arbeiten. Der Unterschied zeigt sich daran, ob einer für die Sache streitet oder für seinen Platz.

    Quellen: Numeri 16, 17 und 26,11; Levitikus 19,2; Genesis 18; Deuteronomium 11,6; Psalm 106,16-18; Psalm 42; 1 Chronik 6; Mischna Avot 5,17; Talmud Pesachim 119a; Midrasch Tanchuma Korach; Koran, Sure 28,76-82; Stouffer u. a., The American Soldier (1949).

    Erdacht von Menschen, erzählt mit Unterstützung von KI.

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    22 分
  • 025: Die Kundschafter
    2026/10/28

    Zwölf Kundschafter erkunden vierzig Tage lang dasselbe Land. Zehn kommen mit Angst zurück, zwei mit Zuversicht, und ein ganzes Volk weint eine Nacht lang und will zurück nach Ägypten. Die Folge erzählt Numeri 13 und 14: die Traube an der Stange, den Bericht mit seinem kleinen Wort „aber“, die Nacht, an die das Judentum bis heute an Tischa beAv erinnert, und das Urteil, das aus elf Tagereisen vierzig Jahre macht. Dazu eine Studie, warum schlechte Nachrichten beim Weitererzählen wachsen, Solomon Aschs Versuch über die Kraft einer einzigen Gegenstimme und ein Blick darauf, was die Archäologie zur Landnahme sagt.

    Was wir mitnehmen: Wer sich selbst wie eine Heuschrecke sieht, glaubt bald, dass die anderen ihn genauso sehen, und hört auf, es zu prüfen. Aus Ägypten kommt man in einer Nacht, bis Ägypten aus dem Kopf ist, dauert es manchmal eine Generation.

    Quellen: Numeri 13 und 14; Deuteronomium 1,2; Josua 14; Koran, Sure 5,20-26; Talmud Sota 34b und 35a; Mischna Taanit 4,6; Talmud Taanit 29a; Ibn Ezra zu Exodus 14,13; Maimonides, Führer der Unschlüssigen III,32; Bebbington u. a. (2017), Evolution and Human Behavior 38(1); Asch (1955), Scientific American 193(5); Finkelstein und Silberman, Keine Posaunen vor Jericho (2002).

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    25 分
  • 024: Der Nächste
    2026/10/25

    Der Auftakt zur dritten Staffel „Die Wüste“. Das Volk lagert noch am Sinai, und mitten im Buch Levitikus fällt ein Satz an alle: „Ihr sollt heilig sein.“ Was folgt, sind keine Gebete, sondern die Ecke des Feldes für die Armen, der Lohn, der noch am selben Abend gezahlt wird, der Stein, den man dem Blinden nicht in den Weg legt, und der Satz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, der kurz darauf auch dem Fremden gilt. Wir verfolgen, wie Hillel, Rabbi Akiva, Jesus mit dem barmherzigen Samariter und ein Hadith des Propheten Mohammed diesen Satz weitertragen. Dazu ein Experiment aus Princeton: Angehende Pfarrer gingen auf dem Weg zu einem Vortrag über den Samariter an einem Hilfsbedürftigen vorbei, wenn sie es eilig hatten.

    Was wir mitnehmen: Heiligkeit beginnt in diesem Kapitel nicht am Altar, sondern beim Ernten, beim Bezahlen und beim Abwiegen. Weil gute Absichten in der Eile verloren gehen, lohnt es sich, sie in einer ruhigen Stunde festzulegen.

    Quellen: Levitikus 19; Talmud Schabbat 31a (Hillel); Sifra Kedoschim 4,12 (Akiva, Ben Azzai); Markus 12,28-34; Lukas 10,25-37; an-Nawawi, Vierzig Hadithe Nr. 13; Darley und Batson (1973), Journal of Personality and Social Psychology 27(1); Talmud Sanhedrin 73a und Joma 23a; Mischna Pea 1,2; Loi Garot (Frankreich, 2016).

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    25 分
  • Spezial: Das zweite Buch (Der Exodus)
    2026/10/22

    Elf Folgen, ein Buch. Bevor am Sonntag die dritte Staffel beginnt, erzählen wir den Exodus noch einmal als eine einzige Geschichte. Sie beginnt mit Lehmziegeln, in die ein König seinen Namen stempeln ließ, und endet mit einer Wohnung, die ein Volk freiwillig baut. Dazwischen liegen zwei Hebammen, die nicht gehorchen, ein Kind im Schilfkästchen, ein Meer, ein Berg und die Frage von Massa: „Ist der Herr unter uns oder nicht?“ Zusammengehalten wird alles von einem hebräischen Wort: awoda heißt Arbeit, Knechtschaft und Gottesdienst. Ein Einstieg für Neue und ein Wiederhören für alle.

    Was wir mitnehmen: Der Exodus führt von der Arbeit, die einem abgepresst wird, zur Arbeit, die man freiwillig gibt.

    Quellen: gestempelte Ramses-Ziegel im Penn Museum Philadelphia und im ISAC Chicago; awoda in Ex 1,13-14 und Ex 39,32. Alle weiteren Belege in den Anmerkungen zu den Folgen 13 bis 23.

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    17 分
  • 023: Die Wohnung
    2026/10/07

    Aus Gesetz und Vergebung wird jetzt ein gemeinsames Bauwerk. Diese Folge erzählt Exodus 35 bis 40, die Stiftshütte: wie das Volk freiwillig so viel bringt, dass man es bitten muss aufzuhören, wie der Handwerker Bezalel mit Geist und Weisheit erfüllt wird, und wie am Ende die Wolke die Wohnung füllt und Gott mitten unter den Menschen einzieht. Daneben die Forschung dazu, warum uns bindet, was wir mit eigenen Händen gemacht haben, und warum Beitragen stärker zusammenschweißt als Empfangen.

    Was wir mitnehmen: Beitragen bindet stärker als Empfangen: wer nur versorgt wird, bleibt Gast, wer mit eigenen Händen mitbaut, wird Teil. Und aus einem Gesetz wird erst dann ein Zuhause, wenn Menschen darin gemeinsam etwas errichten.

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    22 分
  • 022: Das Angesicht
    2026/10/04

    Nach dem Bruch mit dem goldenen Kalb kommt die Frage, die schwerer wiegt als jede Strafe: kann es weitergehen? Diese Folge erzählt Exodus 33 und 34. Mose spricht im Zelt der Begegnung von Angesicht zu Angesicht, bittet „Zeig mir deine Herrlichkeit", und bekommt zur Antwort keine Erscheinung, sondern eine Selbstbeschreibung: barmherzig, gnädig, geduldig, reich an Güte. Er haut zwei neue Tafeln, diesmal mit eigenen Händen, der Bund beginnt von vorn, und sein Gesicht leuchtet, als er herabsteigt. Daneben die Forschung dazu, warum Beziehungen nicht am Bruch zerbrechen, sondern an der ausbleibenden Reparatur.

    Was wir mitnehmen: Eine Beziehung zerbricht nicht am Bruch, sondern an der ausbleibenden Reparatur. Und man sieht nicht das Angesicht, nur den Rücken: Verstehen kommt im Rückblick, nicht im Augenblick.

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    24 分
  • 021: Das Kalb
    2026/09/30

    Mose bleibt zu lange oben auf dem Berg, und unten wird das Warten unerträglich. Diese Folge erzählt das goldene Kalb: wie Aaron den Schmuck einsammelt und ein Bild gießt, das man anfassen kann, wie das Volk ruft „Das sind deine Götter, Israel", und wie Mose herabsteigt, den Tanz sieht und die Tafeln zerbricht. Dazwischen die nüchterne Frage, warum Menschen unter Ungewissheit nach einem sichtbaren Gott greifen, wenn der unsichtbare zu lange schweigt, und woraus wir heute unsere Kälber gießen.

    Was wir mitnehmen: Ungewissheit ist schwerer auszuhalten als eine schlechte Gewissheit. Und wer für andere einsteht, rechnet nicht auf, wenn sie fallen, er stellt sich dazwischen.

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    23 分
  • 020: Der Berg
    2026/09/27

    Vor ihnen liegt ein Berg, der raucht. Diese Folge erzählt die Ankunft am Sinai: drei Tage Vorbereitung, dann Donner, Blitz, dichte Wolke und ein langer Ton, der stärker wird. Und mitten in diese Ehrfurcht hinein kommen zehn Sätze. Nicht nummeriert, im Hebräischen „die zehn Worte", und das erste ist gar kein Gebot, sondern eine Erinnerung: „Ich bin der Herr, der dich aus dem Haus der Knechtschaft geführt hat." Aus dem Auszug wird ein Bund, aus Geschichten wird Gesetz. Die Forschung zur Ehrfurcht zeigt, was in solchen Momenten geschieht: Das Ich wird kleiner, der Raum daneben größer, aus vielen Einzelnen wird ein Wir. Und ein alter Faden schließt sich. Das „Du sollst nicht morden" verweist zurück auf Kain, dessen private Untat am Feld unbeantwortet blieb. Am Berg wird daraus ein Satz für alle. Freiheit, so die nüchterne Pointe, braucht Form, sonst hält sie nicht.

    Was wir mitnehmen: Freiheit braucht Form. Frei zu werden ist ein Ereignis, frei zu bleiben ist die Arbeit, sich auf ein paar Sätze zu einigen, die auch dann noch gelten, wenn der Rausch vorbei ist.

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    23 分