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Urbane Lernprozesse – Gespräche über Bestand, Transformation und eine neue Planungskultur

Urbane Lernprozesse – Gespräche über Bestand, Transformation und eine neue Planungskultur

著者: B/IAS Denkstatt sàrl in Zusammenarbeit mit espazium
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Die Schweiz, Deutschland, Europa sind gebaut – das ist die gute Nachricht. Aber was bedeutet es für Planung, Architektur und Stadtentwicklung, wenn Transformation und Umbau von Bestand zur Regel statt zur Ausnahme werden? Was ändert sich, wenn nicht mehr das Neue, sondern das Bestehende im Mittelpunkt steht? In vier Gesprächsrunden und den Themenfeldern Freiraum, Wohnen, produktive Stadt und Bildung trifft je ein Projekt von Denkstatt auf ein eingeladenes Projekt der Gäste – ein Dialog zwischen ähnlichen Haltungen, aber unterschiedlichen Erfahrungen. Gefragt wird nicht nur nach konkreten Lösungen, sondern nach den Fragestellungen und den Lernprozessen dahinter: Wie müssen sich Haltung, Prozesse, Rollen und Praxis verändern, damit Transformation wirklich gelingt? Diskutiert werden u.a. die städtebaulichen Entwicklungen Werkstadt Zürich und Haus der Statistik in Berlin, die Freiraumentwicklungen Schützenmatte Bern und Gleisbogen Dreispitz Basel und die Transformationsprojekte Güterstrasse 8 Warmbächli Bern und Bau 22 Zentrale Pratteln. Zudem werden auch die Masterstudiengänge Ko:Lab – kollaborative Raumentwicklung an der HSLU in Luzern und der Master Urban Design an der HCU in Hamburg im Dialog auf Lernprozesse befragt. Produziert in Zusammenarbeit von Denkstatt, B/IAS und espazium im Rahmen der Carte Blanche XX im Architekturforum Zürich (Dez. 2024 – März 2025). Die Podcast-Gespräche sind Teil eines Forschungsprojektes von B/IAS zu urbanen Lernprozessen. Die Transkripte sind mit DOI versehen, zitierfähig und dauerhaft archiviert. Ben Pohl (B/IAS / Denkstatt sàrl) — Konzeption, Research Judit Solt (espazium) — Moderation, Co-Redaktion Tina Cieslik (espazium) — Co-Redaktion, Produktion Fina Girard (Denkstatt sàrl) — Redaktion Franz Hagmann (Denkstatt sàrl) — Aufnahme, Schnitt, Mischung Leon Gloor (Denkstatt sàrl) — Aufnahme Mike D. — Schnitt, Mischung Episode: Chancen für die «Produktive Stadt» Barbara Zeleny (ehem. SBB Immobilien) — Gesprächspartnerin Andrea Hofman (Zusammenkunft eG / Raumlabor) — Gesprächspartnerin Sebastian Güttinger (Denkstatt sàrl) — Gesprächspartner Tabea Michaelis (Denkstatt sàrl) — Co-Moderation Judit Solt (espazium) — Co-Moderation Episode: Freiräume als 1:1 Modelle Nadine Heller (Tiefbau Stadt Bern) — Gesprächspartnerin Walter Schenkel (Synergo) — Gesprächspartner Nico Scholer (ehem. PL bei CMS) — Gesprächspartner Vedrana Zalac (Denkstatt sàrl) — Gesprächspartnerin Lena Wolfart (Denkstatt sàrl) — Co-Moderation Judit Solt (espazium) — Co-Moderation Episode: Fair Wohnen im Bestand Anne-Marie Wagner (BWA Architekten) — Gesprächspartnerin Tim Seidel (BHSF Architekten) — Gesprächspartner Tobias Willimann (Genossenschaft Wärmbächli) — Gesprächspartner Ben Pohl (Denkstatt sàrl / B/IAS) — Gesprächspartner Ivo Balmer (MHS / B/IAS) — Co-Moderation Judit Solt (espazium) — Co-Moderation Episode: Wissensräume der Bestandskultur Ulrike Sturm (HSLU) — Gesprächspartnerin Bernd Kniess (HCU Hamburg, Urban Design) — Gesprächspartner Tabea Michaelis (Ko:Lab HSLU / Denkstatt sàrl) — Gesprächspartnerin Ben Pohl (B/IAS / Denkstatt sàrl) — Co-Moderation Judit Solt (espazium) — Co-Moderation©B/IAS 2025 社会科学 科学
エピソード
  • Lernräume der Bestandskultur
    2026/05/22
    Eine neue Umbaukultur erfordert auch eine veränderte Wissenskultur. Wie erlernen angehende Fachleute den Umgang mit der Bestandsstadt? Mit welchen neuen Fragestellungen und Situationen müssen die Disziplinen umgehen? Welche Lernräume brauchen sie? Welche Zugangsweisen zur gebauten Welt müssen neu gelernt – und welche verlernt werden? Wenn die Tabula-Rasa-Logik die Komplexität urbaner Transformationsprozesse nicht mehr verdecken kann, treten «Wicked Problems» zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Fragestellungen und Motiven zunehmend als gesellschaftliche Aushandlungsprozesse hervor. Diese Aushandlungen lassen sich nicht mehr innerhalb einzelner Disziplinen lösen. Zunehmend braucht es einen Perspektivwechsel: vom Produkt zum Prozess, von der Zukunftsvorwegnahme zu Möglichkeitsräumen, von der Vermittlung zum Dialog. Diese Episode bringt zwei exemplarische Studienprogramme in den Dialog, das Lehr- und Forschungsprogramm Urban Design an der HafenCity Universität Hamburg (HCU) und das Masterprogramm Kollaborative Raumentwicklung (Ko:Lab) an der Hochschule Luzern. Urban Design an der HCU besteht seit 2008 als interdisziplinärer wissenschaftlicher Master, der den Bestand als Wirkungsgefüge versteht und zum Ausgangspunkt einer forschend-gestalterischen Praxis macht. Der Master Kollaborative Raumentwicklung (Ko:Lab) an der HSLU Luzern startete im Herbst 2024 als Kooperation der Institute für Architektur, Soziokulturelle Entwicklung sowie Regionalökonomie und widmet sich der Entwicklung und Vermittlung einer disziplinübergreifenden, kollaborativen Planungspraxis. Beide Lernräume teilen gemeinsame Fragestellungen: Wie lernt man, mit Situationen der Unbestimmtheit konstruktiv umzugehen? Wie verändern sich Disziplinen, wenn ihre Grenzen zu Aushandlungsräumen werden? Welche analytischen und kommunikativen Fähigkeiten und Verhandlungstechniken braucht es zusätzlich zur gestalterisch disziplinären Kompetenz? Welche Rolle spielen reale Kontexte und das Scheitern im Lernprozess? Und wie gehen Absolvent:innen mit den strukturellen Widerständen aus Verwaltung, Politik und Immobilienmarkt um, wenn sie ihr Erfahrungswissen in eine Praxis tragen, die selbst noch nicht umgeschaltet hat? Judit Solt (espazium) und Ben Pohl (Denkstatt sàrl / B/IAS) sprechen mit Prof. Bernd Kniess (HafenCity Universität Hamburg, Urban Design), Prof. Dr. Ulrike Sturm (Hochschule Luzern, Institut für Soziokulturelle Entwicklung) und Tabea Michaelis (Denkstatt sàrl, Co-Leitung MA Kollaborative Raumentwicklung HSLU) über Hochschulen als Lernräume einer neuen Planungskultur.
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    46 分
  • Fair Wohnen im Bestand
    2026/05/09
    Jeder Mensch muss wohnen. Die Nachfrage nach Wohnraum wächst auch in der Schweiz – durch demografische Entwicklungen und einen steigenden Pro-Kopf-Verbrauch. Das Raumplanungsgesetz limitiert Bauland auf bestehende Bauzonen. Die angestrebte Lösung heisst Innenentwicklung: Gebaut werden soll nur noch dort, wo schon gebaut ist. Unregulierte Bodenpreise werden spekulativ angehoben, und viele Eigentümer:innen im freien Markt umgehen das Mietrecht, um Erträge zu maximieren. Bauträger:innen in gemeinnütziger Selbstverpflichtung setzen diesen Entwicklungen die Strategie der fairen Kostenmiete entgegen und entziehen den Boden, wo immer möglich, dauerhaft spekulativer Verwertung. Diese sozialökonomischen Ziele stehen jedoch nicht immer im Einklang mit ökologischen Zielen, etwa wenn zusätzlicher Wohnraum in Kostenmiete durch Abbruch und Ersatzneubau auf bestehenden Arealen erzielt werden soll. Die aktuelle Folge geht der Frage nach, wie es durch Lernprozesse dennoch gelingt, Bestand zu erhalten und soziale wie ökologische Ziele gleichzeitig zu verfolgen. Wie lassen sich bezahlbare Mieten und deutliche Einsparungen von Grauenergie und Ressourcenverbrauch erreichen und dabei zugleich innovative Wohnformen und eine hohe Gebrauchsqualität ermöglichen? Anhand von zwei Projekten wird diskutiert, wie die Transformation von ehemaligen Lagergebäuden in Wohnbauten gelingt, wie Architektur, Gebäudebestand und gemeinnützige Organisations- und Finanzierungsstrukturen dabei zusammenspielen und welche Lernprozesse diese Entwicklungen erst möglich machen. Die Genossenschaft Warmbächli in Bern ist ein Wohnprojekt mit hohen ökologischen Anforderungen, fairer Kostenmiete, partizipativer Planung und gemeinschaftlichem Zusammenleben im ehemaligen Lagergebäude der Chocolat Tobler AG. Im Zusammenspiel eines bestandssensiblen Städtebaus (BHSF Architekten) und einer partizipativen Organisationsentwicklung (Genossenschaft Warmbächli, Thiesen & Wolf) gelingt nicht nur eine inspirierende Architektur, sondern auch der Aufbau einer tragfähigen gemeinnützigen Finanzierungsstruktur. Das Ostdeck ist ein Projekt der Dachgenossenschaft Mietshäusersyndikat Basel auf dem Areal der Zentrale Pratteln. Durch den Erhalt der Tragstruktur eines ehemaligen Coop-Lagergebäudes entsteht ein gemeinschaftliches Wohnhaus, von Einzelapartments und Familienwohnungen bis zum Hallenwohnen. Im ersten städtebaulichen Entwurf war das Gebäude noch für den Abbruch vorgesehen. Pioniernutzungen und Machbarkeitsstudien (Denkstatt sàrl) stossen Lernprozesse an, die im Zusammenspiel von Eigentümerin (Logis Suisse AG), Bauherrschaft (MHS Basel), Gemeinde und Städtebauteam (Bachelard Wagner Architekten) zu einer Umplanung führen: Die Tragstruktur bleibt erhalten und spart rund 1.300 Tonnen CO₂-Äquivalente ein. Judit Solt (Chefredaktorin espazium) und Ivo Balmer (Denkstatt sàrl) sprechen mit Tobias Willimann (Co-Präsident Wohnbaugenossenschaft Warmbächli), Tim Seidel (BHSF Architekten), Ben Pohl (Denkstatt sàrl) und Anne-Marie Wagner (Bachelard Wagner Architekten) über Lernprozesse in gemeinnütziger Organisationsentwicklung und die bauliche Transformation von Gebäuden für fairen Wohnraum und innovative Wohnformen. Welche Veränderungen in der Planungskultur braucht es, damit Lernphasen und 1:1-Modelle ihr Wissen aktiv in Quartierplanprozesse einspeisen können? Wie lassen sich soziale und ökologische Ziele im gemeinnützigen Wohnungsbau verschränken, ohne die wachsende Komplexität als Hindernis zu begreifen? Produziert in Zusammenarbeit von Denkstatt, B/IAS und espazium im Rahmen der Carte Blanche XX im Architekturforum Zürich (Dez. 2024 – März 2025). Die Podcast-Gespräche sind Teil eines Forschungsprojektes von B/IAS zu urbanen Lernprozessen. Die Transkripte sind mit DOI versehen, zitierfähig und dauerhaft archiviert. Ben Pohl (B/IAS / Denkstatt sàrl) – Konzeption und Research.
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    40 分
  • Freiräume als 1:1 Modelle
    2026/04/26
    Strassen, Plätze und öffentliche Freiräume sind in dichten urbanen Zentren die augenfälligsten Orte, an denen widersprüchliche, zuweilen konflikthafte Nutzungen, Interessen und Wertvorstellungen öffentlich kollidieren – politische Situationen, die sich als «Wicked Problems» (Rittel) zeigen und für die es keine eindeutigen Lösungsmöglichkeiten gibt. Eine neue Planungskultur setzt nicht mehr auf einfache Antworten, sondern auf Prozesse des Aushandelns, Experimentierens und Lernens. Freiräume werden dabei selbst zu 1:1 Modellen urbaner Transformation: Sie machen heterogene Motive und Akteur:innen sichtbar und verändern, welche Wissensformen und welche neuen Governance-Modelle eine Kultur «lernender Planung» von Eigentümer:innen und Verwaltungen erfordern. Diese Episode bringt zwei exemplarische Freiraumentwicklungen in den Dialog, die auf unterschiedliche Weise zu Lernorten einer neuen Planungskultur geworden sind: Die Schützenmatte in Bern – Altstadtparkplatz, Skatertreff, autonomes Kulturzentrum, Drogenszene, Hitzeinsel: ein zentraler, hochgradig politischer Stadtraum, der exemplarisch für die widersprüchlichen Anforderungen an öffentliche Räume steht. Durch zahlreiche gescheiterte Planungsanläufe über Jahrzehnte blockiert, wurde der Ort ab 2012 über einen ergebnisoffenen Prozess neu erschlossen. Ausgehend von der Schützenmatte vollzog die Stadt Bern einen strategischen Kurswechsel: An die Stelle klassischer Lösungslogiken treten Dialogformate, Testnutzungen und Pionierprojekte im Massstab 1:1. Teile von Tiefbau Stadt Bern verstehen sich heute bewusst als «lernende Verwaltung» mit einer offenen Fehlerkultur. Der Gleisbogen Dreispitz in Basel, ein stillgelegtes Gleisfeld auf dem 50 Hektar grossen Dreispitz-Areal der Christoph Merian Stiftung, das nicht nur die Frage aufwirft, wie man Gleisfelder als Freiräume entwickelt, sondern wie sich Planungsprozesse ändern müssen, wenn grosse Planungswürfe an räumlich und zeitlich fragmentierten Bedingungen scheitern, der Grossteil des Areals noch als Logistik- und Gewerbeareal in Betrieb ist, Klimaveränderungen zu Hitzebelastungen führen und Fragen der Biodiversität und des Planungsrechts aufeinandertreffen. Das Studio Gleisbogen, eine Dialogplattform von Denkstatt sàrl, vernetzte Eigentümerschaft, Nutzer:innen und Planende über vier Jahre (2020–2024) und mündete in die Gründung des Vereins Studio Dreispitz als dauerhafte Dialogstruktur zwischen Nutzung und Planung am Ort. Judit Solt (espazium) und Lena Wolfart (ehem. Denkstatt sàrl) sprechen mit Nadine Heller (Tiefbau Stadt Bern, Bereich Gestaltung + Nutzung; ZORA – Zentrum öffentlicher Raum), Walter Schenkel (Synergo), Nico Scholer (ehem. Co-Projektleiter CMS) und Vedrana Zalac (Denkstatt sàrl) über Freiräume als Lernräume urbaner Transformation. Wie gelingt es, politisierte Blockaden über ergebnisoffene Prozesse aufzulösen? Was braucht es, damit Verwaltungen den Mut finden, Fehler als Lernbedingungen zuzulassen und in 1:1 Modellen zu testen? Welche Rolle spielen Pioniernutzungen und temporäre Interventionen für das Lernen in Planungsprozessen? Wie entstehen neue Organisationsarchitekturen, wie Vereine, als zivilgesellschaftliche Trägerschaften und Kümmerer-Strukturen, aus dem Prozess selbst? Wohin verschieben sich Aufgabenfelder und Rollenprofile bei Politik, Verwaltungen und Gestalter:innen? Produziert in Zusammenarbeit von Denkstatt, B/IAS und espazium im Rahmen der Carte Blanche XX im Architekturforum Zürich (Dez. 2024 – März 2025). Die Podcast-Gespräche sind Teil eines Forschungsprojektes von B/IAS zu urbanen Lernprozessen. Die Transkripte sind mit DOI versehen, zitierfähig und dauerhaft archiviert. Ben Pohl (B/IAS / Denkstatt sàrl) — Konzeption und Research.
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    43 分
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