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Lernräume der Bestandskultur

Lernräume der Bestandskultur

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Eine neue Umbaukultur erfordert auch eine veränderte Wissenskultur. Wie erlernen angehende Fachleute den Umgang mit der Bestandsstadt? Mit welchen neuen Fragestellungen und Situationen müssen die Disziplinen umgehen? Welche Lernräume brauchen sie? Welche Zugangsweisen zur gebauten Welt müssen neu gelernt – und welche verlernt werden? Wenn die Tabula-Rasa-Logik die Komplexität urbaner Transformationsprozesse nicht mehr verdecken kann, treten «Wicked Problems» zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Fragestellungen und Motiven zunehmend als gesellschaftliche Aushandlungsprozesse hervor. Diese Aushandlungen lassen sich nicht mehr innerhalb einzelner Disziplinen lösen. Zunehmend braucht es einen Perspektivwechsel: vom Produkt zum Prozess, von der Zukunftsvorwegnahme zu Möglichkeitsräumen, von der Vermittlung zum Dialog. Diese Episode bringt zwei exemplarische Studienprogramme in den Dialog, das Lehr- und Forschungsprogramm Urban Design an der HafenCity Universität Hamburg (HCU) und das Masterprogramm Kollaborative Raumentwicklung (Ko:Lab) an der Hochschule Luzern. Urban Design an der HCU besteht seit 2008 als interdisziplinärer wissenschaftlicher Master, der den Bestand als Wirkungsgefüge versteht und zum Ausgangspunkt einer forschend-gestalterischen Praxis macht. Der Master Kollaborative Raumentwicklung (Ko:Lab) an der HSLU Luzern startete im Herbst 2024 als Kooperation der Institute für Architektur, Soziokulturelle Entwicklung sowie Regionalökonomie und widmet sich der Entwicklung und Vermittlung einer disziplinübergreifenden, kollaborativen Planungspraxis. Beide Lernräume teilen gemeinsame Fragestellungen: Wie lernt man, mit Situationen der Unbestimmtheit konstruktiv umzugehen? Wie verändern sich Disziplinen, wenn ihre Grenzen zu Aushandlungsräumen werden? Welche analytischen und kommunikativen Fähigkeiten und Verhandlungstechniken braucht es zusätzlich zur gestalterisch disziplinären Kompetenz? Welche Rolle spielen reale Kontexte und das Scheitern im Lernprozess? Und wie gehen Absolvent:innen mit den strukturellen Widerständen aus Verwaltung, Politik und Immobilienmarkt um, wenn sie ihr Erfahrungswissen in eine Praxis tragen, die selbst noch nicht umgeschaltet hat? Judit Solt (espazium) und Ben Pohl (Denkstatt sàrl / B/IAS) sprechen mit Prof. Bernd Kniess (HafenCity Universität Hamburg, Urban Design), Prof. Dr. Ulrike Sturm (Hochschule Luzern, Institut für Soziokulturelle Entwicklung) und Tabea Michaelis (Denkstatt sàrl, Co-Leitung MA Kollaborative Raumentwicklung HSLU) über Hochschulen als Lernräume einer neuen Planungskultur.
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