• Zu den Protesten in Iran: „Wir waren in Deutschland nicht konsequent genug gegenüber den Despoten"
    2026/01/28
    Am 28. Dezember 2025 demonstrierten in Teheran Ladenbesitzer und Händler, die sogenannten Basaris: ausgelöst durch die hohe Inflation von über 40 Prozent und den dramatischen Verfall der Landeswährung Rial. Traditionell gehört die unternehmerische Mittelschicht zu den wirtschaftlichen Stützen des Regimes. Doch die wirtschaftliche Krise betrifft alle Bevölkerungsgruppen. Die sich rasch ausbreitenden Demonstrationen wurden auch von Studenten und Oppositionsgruppen unterstützt. Besonders heikel für die Herrscher in Teheran: Ausgerechnet der Sohn des vor 47 Jahren gestürzten Schah ist für viele Iraner ein Hoffnungsträger. Auf den Demonstrationen wird die Parole „Javid Shah“(Es lebe der König) gerufen. Der von den Monarchisten als „Kronprinz“ bezeichnete Reza Schah hatte bald nach Ausbruch der Proteste, aus seinem Exil in den USA, den Sturz des Regimes gefordert und seine geplante Rückkehr in die Heimat angekündigt. Die iranischen Milizen gingen in den letzten vier Wochen mit äußerster Brutalität gegen die Demonstranten vor. Inzwischen werden bis zu 30.000 Getötete und Hunderttausende Verletzte und Schwerverletzte befürchtet. Zehntausenden Verhafteten droht die Todesstrafe. Die extreme Gewalt der Sicherheitskräfte und die vollständige Abschaltung von Internet und Telefonie haben die Proteste stark eingedämmt. Bis heute ist das Internet nur eingeschränkt nutzbar, und Telefonate ins Ausland sind kaum möglich. Viele der etwa 400.000 Deutschiraner haben sich mit den Protestierenden solidarisiert und am 24. Januar in Düsseldorf zu Zehntausenden für Freiheit und Menschenrechte in Iran demonstriert. Eine europaweite Demonstration ist für den 14. Februar in München angekündigt. Organisiert wird sie von The Munich Circle. The Munich Circle ist ein im Jahr 2022 von Deutsch-Iranern in München gegründeter gemeinnütziger Verein. Er setzt sich für iranische Flüchtlinge ein, die bei den Frau-Leben-Freiheit-Protesten 2022 verletzt wurden und vor politischer Verfolgung nach Deutschland geflohen sind. Mit dem Unternehmer und 1. Vorsitzenden von The Munich Circle, Farhid Habibi, sprechen wir über die Hoffnungen und den Kampf der Menschen in Iran und in der deutschen Diaspora für einen freien und demokratischen Iran.
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    52 分
  • "Unsere Arbeit bei ODIHR zeigt, dass es wirklich Hoffnung gibt!"
    2026/01/23
    Zu Gast in unserem sechsten Livepodcast Menschenrechte nachgefragt am 10. Dezember 2025 war Katya Andrusz. Die gebürtige Britin arbeitet in Warschau als Sprecherin für das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (BDIMR/ODIHR) der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Die OSZE ist mit 57 Teilnehmerstaaten die größte regionale Sicherheitsorganisation. Sie geht auf die vor 50 Jahren unterzeichnete Schlussakte von Helsinki zurück. 1991 gegründet, vornehmlich um Wahlen zu beobachten, engagiert sich das Büro inzwischen für Minderheitenrechten, für Medienfreiheit, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, und es berät Staaten u. a. zu Verfassungs-, Wahl- und Parteienrecht, zur Gewaltenteilung und zur Stärkung unabhängiger Institutionen Es gehört zwar zur OSZE, arbeitet aber unabhängig. Mit Katya sprechen wir über ihre Arbeit und die großen Herausforderungen, die für ODIHR mit dem Schutz der Menschenrechte und der Demokratie verbunden sind.
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    21 分
  • „Kinder müssen in allen Dingen, die sie betreffen, einbezogen werden“
    2025/12/18
    Sollten die Sozialen Medien für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verboten werden? Und was hat dieses Thema mit den Kinderrechten und den Vereinten Nationen zu tun? Am 20. November 1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Kinderrechtskonvention. Deutschland trat ihr 1992 bei. Heute wird die Konvention von 196 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen unterstützt. Im Jahr 2015 richtete das Deutsche Institut für Menschenrechte in Berlin eine Monitoring-Stelle zur UN-Kinderrechtskonvention ein. Die Leiterin Claudia Kittel ist zu Gast im Podcast Menschenrechte: nachgefragt der Zeitschrift Die Politische Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung. Wir sprechen mit ihr über die Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland und über die aktuelle Debatte: das erstmalig in Australien vollzogene und in Deutschland diskutierte Verbot von Sozialen Medien für unter 16jährige.
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    46 分
  • „Humanitäre Hilfe ist wirklich gefährlicher geworden!“
    2025/12/05
    Gerda Hasselfeldt zu Gast im Podcast Menschenrechte: nachgefragt der Zeitschrift Die Politische Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung. Acht Jahre lang war sie Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), als erste Frau seit Bestehen des DRK. Am vergangenen Samstag hat sie die Leitung an Hermann Gröhe abgegeben. Wir haben mit ihr in einer Zeit mit mehr als 130 Kriegen und bewaffneten Konflikten weltweit über die internationale Rotkreuzbewegung gesprochen. Noch nie wurden in diesen Konflikten so viele Helfer getötet wie in den vergangenen Jahren. Es ging um die Rolle der Frauen und ihren hohen Anteil am Erfolg der Bewegung. Und über einen bis heute wichtigen Teil der Arbeit des DRK: um den Suchdienst. Bis heute werden Tausende Suchanfragen gestellt, in der Hoffnung, Menschen, die seit dem 2. Weltkrieg vermisst werden, wiederzufinden oder Aufklärung über ihr Schicksal zu erlangen. Und Gerda Hasselfeldt spricht darüber, wie wichtig Neutralität für die Arbeit des Roten Kreuzes ist. Sie ist die Voraussetzung, von allen beteiligten Konfliktparteien akzeptiert zu werden.
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    53 分
  • „Jetzt bräuchte es doch mal eine weibliche Generalsekretärin!“
    2025/11/19
    Gast in unserer neuen Folge des Podcasts Menschenrechte: nachgefragt: Barbara Lochbihler. Sie war zehn Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International und nochmal zehn Jahre im Europäischen Parlament, wo sie sich für Menschenrechtspolitik eingesetzt hat. Heute ist sie Vize-Präsidentin der Europäischen Bewegung in Deutschland. Barbara Lochbihler ist Mitglied eines Ausschusses der Vereinten Nationen, der sich mit dem gewaltsamen Verschwindenlassen befasst. Ein Verbrechen, dem viele Syrer, aber auch andere Flüchtlinge auf dem afrikanischen Kontinent zum Opfer fielen. Im Podcast sprechen wir mit ihr auch über ihren Einsatz gegen die Todesstrafe und für Frauenrechte, Themen, mit denen sich Barbara Lochbihler seit über drei Jahrzehnten befasst. In einer Zeit, in der uns tagtäglich Nachrichten über Kriege und Konflikte erreichen, diskutieren wir, warum Friedensprozesse erfolgreicher sind, wenn Frauen beteiligt werden. Eine neue Folge im Podcast Menschenrechte: nachgefragt der Zeitschrift Die Politische Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung Hört rein – überall, wo es Podcasts gibt.
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    49 分
  • „Ich bin auch schon gefragt worden, welchen Tipp ich der Deutschen Bahn geben kann.“
    2025/11/05
    In der neuen Folge des Podcasts Menschenrechte: nachgefragt der Zeitschrift Die Politische Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung sprechen wir mit Marko Martin. Marko Martin ist Zeitzeuge. Einer, der – „im falschen Land geboren“ – noch im Mai 1989 die DDR verlassen hat, wo er als Kriegsdienstverweigerer und Regimegegner der Repression des SED-Unrechtsstaats ausgeliefert war. Und dann gibt es noch den Autor Marko Martin, der sich mit gesellschaftlichen und politischen Themen befasst, die den deutschen und europäischen Rahmen sprengen. Seine wichtigen, oft provokanten Debattenbeiträge thematisieren unsere eigene Verfasstheit, unser Selbstbild und unsere offenen Baustellen. Ob in seinem jüngsten Buch „Freiheitsaufgaben“ aus dem Jahr 2025 oder in „Und es geschieht jetzt. Jüdisches Leben nach dem 7. Oktober“ – Marko Martin macht es sich und seinen Lesern nicht leicht. Am Tag nach der Podcastaufnahme wurde Marko Martin vom PEN Zentrum deutschsprachiger Autoren für sein Werk mit dem Ovid-Preis geehrt. Wir sprechen mit ihm über die Verbindung von Glück und Freiheit und darüber, warum „das Fremdeln mit der Freiheit“ auch heute – 35 Jahre nach der Deutschen Einheit – noch immer spürbar ist. Hört rein – überall wo es Podcasts gibt!
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    43 分
  • „Beim Einsatz von Sanktionen muss man immer die Kollateralschädengefahr mitdenken“
    2025/10/22
    Zum Schutz der Menschenrechte haben zahlreiche Staaten – darunter die USA, die Staaten der Europäischen Union, das Vereinigte Königreich und Kanada – in den vergangenen zehn Jahren eigene Sanktionsregime entwickelt. Diese sogenannten Magnitsky-Sanktionen, gehen auf den amerikanischen Magnitsky Act von 2012 zurück, benannt nach dem russischen Whistleblower Sergei Magnitsky, der 2009 unter fragwürdigen Umständen in einem Moskauer Gefängnis starb. Magnitsky-Sanktionen werden weltweit gegen Personen und Organisationen verhängt, die sich an Menschenrechtsverletzungen oder massiver Korruption beteiligen. Es sind autonome Sanktionen, die nicht mit den Vereinten Nationen abgestimmt und daher nicht durch ein Mandat des UN-Sicherheitsrats gedeckt sind. Vor allem Verantwortliche aus China, Iran und Russland stehen prominent auf den Sanktionslisten. Mit dem Politikwissenschaftler und Sanktionsexperten Sascha Lohmann von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, der seit über 15 Jahren zu Sanktionen forscht, haben wir über die aktuellen Entwicklungen in der Sanktionspolitik gesprochen, die seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine völlig neue Dimensionen erreicht hat.
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    40 分
  • "Passt auf, dass Deutschland immer eine Demokratie bleibt"
    2025/10/01
    Ein Podcastgespräch mit Minister a.D. Rainer Eppelmann anlässlich des 35. Jahrestages der Deutschen Einheit über erlittenes SED-Unrecht, deutsch-deutsche Aufarbeitung und die geteilte Erinnerung im vereinten Deutschland. Die Lebensstationen von Reinhard Eppelmanns sind eng mit der friedlichen Revolution von 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands verbunden. Als evangelischer Pfarrer in Ostberlin war er einer der wichtigsten Köpfe der DDR-Opposition. Er überlebte zwei Anschlagsversuche der Staatssicherheit. Im Oktober 1989 war Reinhard Eppelmann Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs. Nach der ersten und einzigen freien Wahl zur Volkskammer im März 1990 wurde er Minister für Abrüstung und Verteidigung. Bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 trug er einen Titel, den es so nie wieder geben sollte. Im wiedervereinigten Deutschland wurde Reinhard Eppelmann für die CDU viermal in den Deutschen Bundestag gewählt. Dort leitete er die beiden Enquete-Kommissionen zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und des SED-Unrechts. In 32 Bänden und auf 29.000 Seiten ist dieser dunkle Teil der deutschen Teilung nachzulesen. Seit 1999 ist er ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Im Podcast Menschenrechte: nachgefragt der Zeitschrift Die Politische Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung sprechen wir mit Reinhard Eppelmann über sein Leben im geteilten und im geeinten Deutschland. Und wir erfahren, warum er noch mindestens ein Jahrzehnt länger leben möchte: Weil er dann länger in der Demokratie als in der Diktatur gelebt hat!
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    1 時間 14 分