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Hirnzigartig - ADHS und Neurodiversität im Business

Hirnzigartig - ADHS und Neurodiversität im Business

著者: Julie Simstich Walter Marinelli
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ADHS und Neurodiversität im BusinessJulie Simstich, Walter Marinelli 衛生・健康的な生活
エピソード
  • Neuro-Biodiversität: Warum Vielfalt der Normalzustand ist - im Gespräch mit Markus Götz
    41 分
  • Neurodivergenz am Arbeitsplatz: Diese Rechte haben Menschen mit ADHS und Autismus
- Update im Fall André Fischer
    2026/07/07
    Neurodivergenz am Arbeitsplatz: Diese Rechte haben Menschen mit ADHS und Autismus
 Update im Fall André Fischer 

 In dieser Folge gibt Julie ein Update zum Fall des Rettungssanitäters André Fischer, der sich gegen seine Versetzung gerichtlich gewehrt hat. Im Hauptsacheverfahren hat der Arbeitgeber nun selbst eingeräumt, dass die Versetzung unwirksam war – ein richtungsweisendes Signal für Neuroinklusion im Arbeitsrecht. Julie ordnet ein, was das Urteil rechtlich bedeutet und warum es trotz deutschem Recht auch für Österreich hochrelevant ist. Takeaways Der Arbeitgeber hat im Hauptsacheverfahren am 18. Juni selbst eingeräumt, dass die Versetzung nicht wirksam war – die Einschätzung des Landesarbeitsgerichts Saarland aus dem Eilverfahren wurde damit bestätigt. Das Direktionsrecht des Arbeitgebers ist nicht grenzenlos: Wenn eine Weisung eine Person aus fachärztlicher Sicht absehbar krank macht (Dekompensation), wiegt die Fürsorgepflicht schwerer. ADHS und Autismus können über das Sozialgesetzbuch (in Deutschland SGB IX) als Behinderung mit einem Grad der Behinderung (GdB) eingestuft werden – ab GdB 50 spricht man von Schwerbehinderung mit zusätzlichen Schutzmechanismen. Auch mit niedrigerem GdB ist eine Gleichstellung möglich – André hat diesen Status als gleichgestellter Behinderter. Bei Schwerbehinderung greifen formale Verfahren wie die Zustimmungspflicht des Inklusionsamts bei Kündigungen und das betriebliche Wiedereingliederungsmanagement (BEM). In Österreich gibt es ein sehr ähnliches Prinzip: den Status begünstigter Behinderter nach dem Behinderteneinstellungsgesetz mit erhöhtem Kündigungsschutz ab GdB 50 – nicht eins zu eins übertragbar, aber dieselbe Grundlogik. Das deutsche Urteil ist in Österreich nicht bindend, liefert aber eine klare Argumentationsgrundlage für vergleichbare Fälle im gesamten DACH-Raum. Für Arbeitgeber gilt: Wer weiß oder wissen müsste, dass jemand neurodivergent ist und bestimmte Strukturen gesundheitlich braucht, muss das bei Weisungen abwägen – sonst ist die Maßnahme unwirksam. Frühzeitig ins Gespräch zu gehen ist für Unternehmen immer günstiger als Verfahrenskosten und Imageschaden – Neuroinklusion ist keine Bauchgefühl-Frage, sondern handfestes Recht. Chapters 00:00 Begrüßung & Update im Fall André Fischer
 01:05 Rückblick
 03:26 Worum es hier nicht geht – persönliche Angriffe
 04:06 Direktionsrecht vs. Fürsorgepflicht
 05:59 Rechtliche Ableitungen
 10:49 Zusammenfassung Mehr zu den Hosts Julie Simstich (Psychologin & Organisationsexpertin): hirnzigartig.at
 Walter Marinelli (Kreativ-Profi & persönlicher Experte): marinelli.de Keywords ADHS, Neurodivergenz, Neuroinklusion, Arbeitsrecht, Fürsorgepflicht, Direktionsrecht, Versetzung, Grad der Behinderung, Schwerbehinderung, Gleichstellung, Inklusionsamt, Behinderteneinstellungsgesetz, Kündigungsschutz, Landesarbeitsgericht, DACH-Raum
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    13 分
  • Keine Qualifikation auf dem Papier, trotzdem Ausnahmetalent Neurodivergenz und der blinde Fleck im Recruiting
    2026/06/23
    **Keine Qualifikation auf dem Papier, trotzdem Ausnahmetalent: Neurodivergenz und der blinde Fleck im Recruiting

 In dieser Folge sprechen Julie und Walter mit Nathalie Doan – ausgebildete Ingenieurin, Hundepsychologin, ADHS-Coach und Mentaltrainerin mit einem Lebenslauf, der auf den ersten Blick alles andere als linear wirkt. Nathalie hat 2022 mit 32 Jahren ihre ADHS-Diagnose bekommen – und verdächtige Hinweise auf Autismus kommen gerade noch dazu. Gemeinsam schauen sie sich an, was mit neurodivergenten Talenten passiert, die durch das klassische Recruiting-Raster fallen – und was Führungskräfte und HR-Teams konkret dagegen tun können.

 **## Takeaways

 Der Lebenslauf ist das schlechteste Tool, um neurodivergente Talente zu erkennen – wer nur scannt, übersieht das Wesentliche.
 Selbstständigkeit, Jobwechsel und Quereinsteiger-Biografien enthalten oft mehr übertragbare Skills als gradlinige Karrieren.
 Masking im Bewerbungsgespräch ist real – und kostet neurodivergente Menschen enorm viel Energie.
 Neuroinklusion ist kein Nice-to-have, sondern ein Menschenrecht auf Teilhabe – unabhängig davon, ob die Neurodivergenz als „Superkraft" funktioniert oder nicht.
 Kleine Accommodations wie Noise-Canceling-Kopfhörer kosten wenig und bringen allen etwas.
 Das Anschreiben verdient mehr Aufmerksamkeit: Es ist der Ort, an dem Persönlichkeit und Kontext sichtbar werden.
 Neuroinklusive Stellenausschreibungen – die explizit Quereinsteiger, Autodidakten und verschiedene Bewerbungsformate einladen – ziehen bessere und loyalere Talente an.
 Neurodivergente Mitarbeitende, die sich wirklich gesehen fühlen, bringen eine Intensität von intrinsischer Motivation und Loyalität, die schwer zu ersetzen ist.

 ## Chapters

 00:00 Einführung: Nathalies Weg zur ADHS-Diagnose und ihrer Selbstständigkeit 
 01:26 Der nicht-lineare Lebenslauf – was beim Scannen wirklich verloren geht 
 04:00 Wie Recruitingprozesse neurodivergente Kandidat:innen schon vor dem Gespräch aussortieren 
 07:14 Masking im Bewerbungsgespräch – und der Verdacht auf Autismus 
 10:18 Wenn das Gespräch die Stärke ist: Charisma, Empathie und psychologisches Know-how 
 12:31 Der neurotypische Maßstab und warum er nicht funktioniert 
 13:30 Julie's Coaching-Erfahrung: Lebenslauf anpassen als ethisches Dilemma 
 17:05 Die Lüge im Anschreiben – warum sich das System falsch anfühlt 
 20:33 Masse oder Klasse: Bewerbungsstrategie mit exekutiver Dysfunktion 
 22:25 Neuroinklusion als Menschenrecht – nicht nur als Superkraft-Argument 
 24:30 Noise-Canceling und andere Accommodations: Warum Firmen Nein sagen 
 28:00 Was Recruiter und HR konkret ändern können 
 29:14 Das Anschreiben wiederentdecken: Persönlichkeit statt Laufbahn 
 31:28 Alternative Bewerbungsformate: Video, Sprachaufnahme, Text 
 33:24 Neuroinklusive Stellenausschreibungen als erster Schritt 
 37:51 Positivbeispiel aus der Praxis: Wie es gute Firmen schon machen 
 40:09 Loyalität und intrinsische Motivation als unterschätzter ROI 
 41:00 Abschluss und Nathalies Coaching-Angebot

 Mehr zu unserem Gast

 Nathalie Doan ist Mentaltrainerin und ADHS-Coach. Selbst mit ADHS-Diagnose (und vermutetem Autismus) begleitet sie Menschen auf dem Weg zu mehr Klarheit über ihre eigenen Bedürfnisse und Stärken.

 Nathalies Coaching-Angebot – waitforthestars.com/

 Mehr zu den Hosts

 Julie Simstich (Psychologin & Organisationsexpertin): hirnzigartig.at 
 Walter Marinelli (Kreativ-Profi & persönlicher Experte): marinelli.de

 Keywords

 Neurodivergenz, ADHS, Autismus, Recruiting, Bewerbungsprozess, Lebenslauf, HR, Führungskräfte, Neuroinklusion, Talente, Bewerbungsgespräch, Masking, Accommodations, Arbeitswelt, Inklusion, Quereinsteiger, Selbstständigkeit**
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    43 分
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