エピソード

  • Jenische: Völkermord in der Schweiz?
    2026/08/25

    Zwischen 1926 und 1973 wurden den Schweizer Jenischen ihre Kinder weggenommen. Jenische wurden entmündigt, zwangsinterniert und sterilisiert. Wie konnte ein solches Unrecht in einem demokratischen Rechtsstaat über Jahrzehnte bestehen?

    Nadja Capus, Strafrechtsprofessorin an der Universität Neuenburg ordnet die Verfolgung als Makrokriminalität ein. Sie spricht über das Verbrechen gegen die Menschlichkeit und beleuchtet die umstrittene Frage, ob die Verfolgung den Tatbestand des Völkermords erfüllt, im Lichte von Zerstörungsabsicht, systematischen Kindswegnahmen, Rückwirkungsverbot, Verjährung und den Grenzen des Völkerstrafrechts.

    Bezüglich der bis heute sehr zögerlichen Aufarbeitung spricht Nadja Capus von «willful ignorance»: Problematisch sei nicht nur das fehlende Wissen. Vielmehr müsse man sich die Frage stellen, wie institutionelle Entscheidungen dazu beitragen, dass bestimmtes Wissen gar nicht erst entsteht.

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    57 分
  • Menschenhandel: Opferschutz und Strafverfolgung
    2026/08/11

    Opfer von Menschenhandel sind selten eingesperrt. Wer Menschen ausbeutet, übt meist subtil Kontrolle über sie aus, indem er ihre wirtschaftlichen, sozialen oder migrationsrechtlichen Abhängigkeiten ausnutzt.

    Fanie Wirth von der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration FIZ in Zürich kennt die diversen Erscheinungsformen von Menschenhandel in der Schweiz. Sie erklärt, wie wichtig opferzentrierter Betroffenenschutz und das Opferhilfegesetz sind, und auf welche praktischen und juristischen Schwierigkeiten stösst, wer Betroffene unterstützt und in einem allfälligen Strafverfahren begleitet. Sie zeigt auf, wo aktuell Defizite bei der Prävention von Menschenhandel bestehen und welche strukturellen Veränderungen notwendig wären, um den Opferschutz wirksam zu stärken.

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    48 分
  • Unternehmen in bewaffneten Konflikten
    2026/07/28

    Unternehmen entwickeln militärische KI, steuern Drohnen oder sichern Militärstützpunkte. Mit der zunehmenden Privatisierung moderner Kriegsführung ergeben sich rechtlich diverse, neue Herausforderungen. Wer trägt innerhalb komplexer Unternehmensstrukturen die Verantwortung, wenn Völkerrecht verletzt wird? Sophia Zademack, Juristin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Zürich spricht über die Rolle privater Unternehmen im Krieg, bestehende Haftungsmodelle, die Grenzen des internationalen Strafrechts und mögliche Reformansätze.

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    58 分
  • Drogenpolitik auf dem Prüfstand
    2026/07/14

    Welche Drogenpolitik ist am vielversprechendsten, um gesundheitliche Schäden und soziale Folgekosten zu minimieren? Und welche Ansätze sind vereinbar mit den UN‑Drogenkonventionen (Einheitskonvention von 1961, Psychotropenkonvention von 1971 und UN‑Übereinkommen gegen den illegalen Drogenhandel von 1988)?

    Darüber sprechen wir mit Juristin Vivian Stein, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Universität Zürich. Sie erklärt, wie Gesetze, Politik und Gesellschaft die Drogenpolitik prägen. Sie skizziert die Vor‑ und Nachteile von repressiver Kriminalisierung, Entkriminalisierung und Legalisierung und zeigt, wie sich diese auf Gesundheitsschutz und Bekämpfung der organisierten Kriminalität auswirken. Schliesslich beleuchtet sie, inwiefern die UN‑Drogenkonventionen den nationalen Handlungsspielraum einschränken, bzw. Freiräume eröffnen.

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    54 分
  • Anatomie der Makrokriminalität
    2026/06/30

    Wenn Verbrechen nicht gegen, sondern durch das System begangen werden.

    Zum Auftakt der 3. Staffel widmet sich Claude Eric Bertschinger im Gespräch mit Prof. Nadine Zurkinden und Clara Rigoni dem Konzept der Makrokriminalität: Von dessen Entstehung über die Bedeutung von systemischer Konformität, Kontrolle und Legitimierung, bis zu den strukturellen Bedingungen, die Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen oder organisierte Gewalt ermöglichen. Diskutiert werden auch die Herausforderungen fürs Straf- und Völkerstrafrecht, wenn Verbrechen nicht von EinzeltäterInnen begangen werden, sondern das Ergebnis sind von kollektiven Prozessen.

    Dr. iur. Clara Rigoni ist Maître Assistante an der École des sciences criminelles der Universität Lausanne und gemeinsam mit Nadine Zurkinden im Vorstand der SAK.

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    43 分
  • Trailer: Makrokriminalität
    2026/06/23

    Goldwäsche, Drogenkriminalität, Gewalt an den EU-Aussengrenzen, die Verfolgung der Schweizer Jenischen oder die Beteiligung von Unternehmen an Kriegsverbrechen: Makrokriminalität umfasst schwere, oft komplexe Verbrechen. Sie betreffen nicht nur Einzelpersonen, sondern ganze Gesellschaften. Ermöglicht durch vorherrschende legale Strukturen werden sie oft systematisch durch Staaten oder Kollektive begangen.

    Wir freuen uns, die 3. Staffel von «Fokus: Strafrecht» in Kooperation mit der Schweizer Arbeitsgruppe für Kriminologie SAK zu präsentieren.

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    5 分
  • PFAS: «Don't panic, but don't wait»
    2026/06/09

    Die sogenannten Ewigkeitschemikalien sind ein industrielles Erfolgsmodell, weil sie Produkte wasser-, fett- und schmutzabweisend machen. Gleichzeitig werden PFAS heute weltweit in Böden, Gewässern, Lebensmitteln und sogar im menschlichen Körper nachgewiesen.

    Prof. Dr. Sebastian Heselhaus ist Ordinarius für Europa-, Völker- und Öffentliches Recht an der Universität Luzern, mit Schwerpunkt vergleichendes Umweltrecht und Risikoregulierung. Er schildert, wie PFAS in die Nahrungskette gelangen und weshalb man mittlerweile von einer globalen Langzeitbelastung sprechen muss. Er beleuchtet die Regulierungsansätze in der Schweiz und der EU, die Rolle des Vorsorgeprinzips und die Schwierigkeiten im Umgang mit Risiken, deren Folgen sich erst Jahrzehnte später zeigen.

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    55 分
  • In dubio pro natura: Rechtsmethodologie neu gedacht
    2026/05/26

    Trotz wachsender Regulierung verschärfen sich Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung weiter. Nils Schaks, Professor für öffentliches Recht mit Schwerpunkt Life Science-Recht beschreibt die aktuelle Lage als «Hamsterrad», mit viel Aktivität, aber wenig strukturellem Fortschritt. Hier setzt sein Ansatz “Law and Nature” an. Statt auf den Erlass neuer Gesetze zu warten, schlägt er eine methodologische Weiterentwicklung vor: Bestehendes Recht neu zu lesen, etwa durch eine stärkere ökologische Auslegung. Mit einem Prinzip «in dubio pro natura» wäre bei mehreren möglichen Interpretationen jene zu bevorzugen, die Umwelt- und Klimabelange stärker schützt.

    Auch die zeitliche Dimension nimmt Nils Schaks in den Blick. Während finanzpolitische Instrumente wie die Schuldenbremse explizit künftige Generationen schützen, fehlt ein vergleichbarer Mechanismus für ökologische «Schulden». Dabei betreffen Umwelt- und Klimaentscheidungen nicht nur die ferne Zukunft, sondern bereits heutige Generationen.

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    53 分