Mein heutiger Gast ist Uhrmachermeister, Unternehmer, Netzwerker, Ehrenamtler – und seit Kurzem auch Kommunalpolitiker: Jörg Leinekugel aus Groß-Gerau.
Mehr als fünf Jahrzehnte war der Name Leinekugel mit dem Uhren- und Schmuckgeschäft in der Groß-Gerauer Innenstadt verbunden. Jörg Leinekugel selbst lernte das Uhrmacherhandwerk im Schwarzwald, übernahm später den Familienbetrieb und hat inzwischen einen Nachfolger gefunden. Ganz loslassen kann und will er das Handwerk trotzdem nicht.
Ich spreche mit ihm darüber, was eine mechanische Uhr für einen Uhrmacher von einer Smartwatch unterscheidet, warum eine Rolex ihren Preis wert sein kann und weshalb Leinekugel seine eigene Uhr am Handgelenk trägt. Und wir erfahren, dass ein Uhrmacher nicht nur winzige Armbanduhren reparieren kann: Jörg Leinekugel hat jahrelang auch die Turmuhr des Groß-Gerauer Rathauses gewartet und zweimal im Jahr umgestellt.
Doch Uhren sind nur ein Teil dieser Folge. Jörg Leinekugel engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich und ist Vorsitzender des Gewerbevereins Groß-Gerau. Deshalb sprechen wir ausführlich über die Zukunft der Innenstadt, den Wegfall großer Veranstaltungen und die Frage, was Gewerbetreibende, Vereine und Bürger selbst auf die Beine stellen können, wenn einer Stadt das Geld fehlt.
Ganz konkret geht es um den Weihnachtsmarkt 2026: Der soll unter Federführung des Gewerbevereins wieder auf dem Sandböhlplatz stattfinden – gemeinsam mit weiteren Vereinen und Unterstützern. Und auch für 2027 gibt es bereits Pläne: Dann steht das 100-jährige Jubiläum der Gewerbeschau Groß-Gerau an.
Spannend finde ich auch Jörg Leinekugels noch ganz frischen Blick auf die Kommunalpolitik. Bei der Kommunalwahl ist er auf der CDU-Liste überraschend weit nach vorne gewählt worden und sitzt nun in der Stadtverordnetenversammlung. Dort stellt er fest, dass Politik anders funktioniert, wenn man plötzlich selbst Teil einer Fraktion ist. Wir sprechen über Fraktionspositionen, Opposition, den schwierigen Groß-Gerauer Haushalt und darüber, warum die lösungsorientierte Sicht eines Unternehmers in der Politik manchmal an Grenzen stößt.
Außerdem geht es um die Zukunft des Handwerks, fehlenden Nachwuchs und ein Vorurteil, mit dem Leinekugel deutlich aufräumt: Handwerk ist keineswegs die Alternative für diejenigen, die es in der Schule nicht geschafft haben. Viele Berufe sind heute technisch anspruchsvoll und bieten hervorragende Perspektiven. Und sie haben einen Vorteil, den Leinekugel auf einen einfachen Satz bringt: Am Ende des Tages sieht man, was man geschafft hat.
Eine Folge über Uhren und Smartwatches, Handwerk und Unternehmertum, Ehrenamt und Innenstadt – und über einen Menschen, der eigentlich längst etwas kürzertreten könnte, aber offenbar viel zu gerne mitmischt.
Mein Gast bei „Druckreif – Das Redaktionsgespräch“: Jörg Leinekugel.
DRUCKREIF – Das Redaktionsgespräch
mit Axel Schiel | Axel S.
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Das Redaktionsgespräch für GG INSIDE | Folge: 06.09.2026
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