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Druckreif – Das Redaktionsgespräch

Druckreif – Das Redaktionsgespräch

著者: Axel Schiel | Axel S.
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Axel S. ist Redaktionsleiter der Zeitung „Neues aus der Mainspitze“ sowie Moderator der Formate „GiGu to go“ und „GG INSIDE“. Er berichtet über Ereignisse und Menschen im Rhein-Main-Gebiet, insbesondere im Kreis Groß-Gerau. Im Podcast „Druckreif – Das Redaktionsgespräch“ nimmt er sich mehr Zeit: für Begegnungen, die ihn bewegt haben, für Geschichten, bei denen der Funke übergesprungen ist, und für Menschen, die in einer 3-Minuten-Reportage oder in 2.500 Zeitungszeichen nicht genügend Raum finden. Hier geht es um das, was zwischen den Zeilen steht – nahbar, intensiv und druckreif.Axel Schiel | Axel S. 社会科学
エピソード
  • Frau im Handwerk: „Man muss sich doppelt beweisen“ – mit Tischlerin Emma Reichold
    2026/08/28

    Emma Reichold habe ich bei einer Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Groß-Gerau kennengelernt. Dort bekam sie ihren Gesellenbrief als Tischlerin – und schon bei unserem kurzen Gespräch auf der Bühne war klar: Mit ihr möchte ich mich noch einmal ausführlicher unterhalten.

    Denn Emma hat sich für einen Beruf entschieden, der noch immer stark von Männern geprägt ist. Im Gespräch erzählt sie mir, warum Frauen im Handwerk ihrer Erfahrung nach längst nicht überall selbstverständlich akzeptiert werden. Es geht um Kollegen, die ihr körperliche Arbeiten nicht zutrauen, Situationen, in denen sie sich unterschätzt fühlt, und um das Gefühl, sich als Frau manchmal stärker beweisen zu müssen als männliche Kollegen.

    Dabei spricht Emma sehr offen über ihre Ausbildung: über einen Betrieb, in dem sie viel lernen und ausprobieren konnte, über klassisches Schreinerhandwerk, ihren Plattenspielerschrank als Gesellenstück und die Überzeugung, die ihr während der Ausbildung mitgegeben wurde: Für fast jedes handwerkliche Problem gibt es eine Lösung.

    Und dann steht bei Emma gerade eine ziemlich große Veränderung an. Wenige Tage nach unserem Gespräch macht sie sich auf den Weg nach Bergen. Fünf Monate lang wird sie im Rahmen eines Erasmus-Auslandspraktikums in einer norwegischen Schreinerei arbeiten. Mit dem VW-Bus geht es Richtung Norden – raus aus dem vertrauten Umfeld und hinein in einen neuen Betrieb, eine andere Kultur und ein Land, dessen Sprache sie nicht spricht.

    Wir sprechen darüber, wie viel Mut es braucht, für mehrere Monate alleine ins Ausland zu gehen, warum Emma sich trotzdem bewusst für diesen Schritt entschieden hat und weshalb für sie der Satz „Risk no Fun“ ganz gut passt. Sie möchte später nicht sagen: „Hätte ich mal“, sondern lieber: „Habe ich gemacht.“

    Außerdem geht es um Meister Eder und klassisches Handwerk, um analoge Musik auf Vinyl, um Möbel, die man niemals verkaufen würde, um alte Fahrräder, die wieder flottgemacht werden, und um die Frage, warum es eigentlich immer weniger Menschen gibt, die traditionelle Handwerksberufe erlernen.

    Eine Folge über Handwerk, Gleichberechtigung, Selbstvertrauen und den Mut, mit 19 Jahren einfach mal fünf Monate nach Norwegen aufzubrechen.

    Druckreif – Das Redaktionsgespräch mit Tischlerin Emma Reichold.


    DRUCKREIF – Das Redaktionsgespräch

    mit Axel Schiel | Axel S.

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    Das Redaktionsgespräch am 28.07.2026

    Technik: Vera Ruzhentcova | Marketing: katrin@neuesausdermainspitze.de

    Produktion: showpaket.com | druckreif@showpaket.com


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    56 分
  • Eine Smartwatch ist keine Uhr – mit Uhrmacher Jörg Leinekugel
    2026/08/15

    Mein heutiger Gast ist Uhrmachermeister, Unternehmer, Netzwerker, Ehrenamtler – und seit Kurzem auch Kommunalpolitiker: Jörg Leinekugel aus Groß-Gerau.

    Mehr als fünf Jahrzehnte war der Name Leinekugel mit dem Uhren- und Schmuckgeschäft in der Groß-Gerauer Innenstadt verbunden. Jörg Leinekugel selbst lernte das Uhrmacherhandwerk im Schwarzwald, übernahm später den Familienbetrieb und hat inzwischen einen Nachfolger gefunden. Ganz loslassen kann und will er das Handwerk trotzdem nicht.

    Ich spreche mit ihm darüber, was eine mechanische Uhr für einen Uhrmacher von einer Smartwatch unterscheidet, warum eine Rolex ihren Preis wert sein kann und weshalb Leinekugel seine eigene Uhr am Handgelenk trägt. Und wir erfahren, dass ein Uhrmacher nicht nur winzige Armbanduhren reparieren kann: Jörg Leinekugel hat jahrelang auch die Turmuhr des Groß-Gerauer Rathauses gewartet und zweimal im Jahr umgestellt.

    Doch Uhren sind nur ein Teil dieser Folge. Jörg Leinekugel engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich und ist Vorsitzender des Gewerbevereins Groß-Gerau. Deshalb sprechen wir ausführlich über die Zukunft der Innenstadt, den Wegfall großer Veranstaltungen und die Frage, was Gewerbetreibende, Vereine und Bürger selbst auf die Beine stellen können, wenn einer Stadt das Geld fehlt.

    Ganz konkret geht es um den Weihnachtsmarkt 2026: Der soll unter Federführung des Gewerbevereins wieder auf dem Sandböhlplatz stattfinden – gemeinsam mit weiteren Vereinen und Unterstützern. Und auch für 2027 gibt es bereits Pläne: Dann steht das 100-jährige Jubiläum der Gewerbeschau Groß-Gerau an.

    Spannend finde ich auch Jörg Leinekugels noch ganz frischen Blick auf die Kommunalpolitik. Bei der Kommunalwahl ist er auf der CDU-Liste überraschend weit nach vorne gewählt worden und sitzt nun in der Stadtverordnetenversammlung. Dort stellt er fest, dass Politik anders funktioniert, wenn man plötzlich selbst Teil einer Fraktion ist. Wir sprechen über Fraktionspositionen, Opposition, den schwierigen Groß-Gerauer Haushalt und darüber, warum die lösungsorientierte Sicht eines Unternehmers in der Politik manchmal an Grenzen stößt.

    Außerdem geht es um die Zukunft des Handwerks, fehlenden Nachwuchs und ein Vorurteil, mit dem Leinekugel deutlich aufräumt: Handwerk ist keineswegs die Alternative für diejenigen, die es in der Schule nicht geschafft haben. Viele Berufe sind heute technisch anspruchsvoll und bieten hervorragende Perspektiven. Und sie haben einen Vorteil, den Leinekugel auf einen einfachen Satz bringt: Am Ende des Tages sieht man, was man geschafft hat.

    Eine Folge über Uhren und Smartwatches, Handwerk und Unternehmertum, Ehrenamt und Innenstadt – und über einen Menschen, der eigentlich längst etwas kürzertreten könnte, aber offenbar viel zu gerne mitmischt.

    Mein Gast bei „Druckreif – Das Redaktionsgespräch“: Jörg Leinekugel.

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    Impressum:

    Das Redaktionsgespräch für GG INSIDE | Folge: 06.09.2026

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    Produktion: showpaket.com | druckreif@showpaket.com

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    56 分
  • Warum Festivals Menschen verbinden - mit Jochen Melchior
    2026/08/06

    In dieser Folge von „Druckreif – Das Redaktionsgespräch“ treffe ich Jochen Melchior – Kulturamtsleiter des Kreises Groß-Gerau, Festivalmacher und leidenschaftlichen Musikfotografen.

    Wir sprechen über seinen ungewöhnlichen Weg vom Beamten zum Kulturmanager, über legendäre Festivalfotos von Bruce Springsteen bis zu den Toten Hosen und darüber, warum er überzeugt ist, dass Kultur weit mehr ist als ein freiwilliger Posten im Haushalt.

    Im Mittelpunkt steht natürlich „Volk im Schloss“ – das Festival im Schloss Dornberg (Groß-Gerau), das Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenbringen will. Jochen erzählt, wie die Idee entstand, warum der Eintritt bewusst frei ist, wie viel Arbeit hinter drei Festivaltagen steckt und weshalb ein gutes Festival nicht nur organisiert, sondern vor allem finanziert werden muss.

    Außerdem geht es um Wertschätzung, Teamarbeit, Krisenmanagement, die Herausforderungen durch Wetter, Sicherheit und knappe öffentliche Kassen sowie um die Frage, warum Kultur und Ehrenamt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbar sind.

    Ein Gespräch über Leidenschaft, Verantwortung, Zusammenhalt – und darüber, weshalb manchmal ein einfaches Schulterklopfen genauso wichtig sein kann wie ein großer Applaus.


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    Das Redaktionsgespräch am 28.07.2026

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