エピソード

  • Kapitel 2.15 · Seine Lieblinge
    2026/10/14

    Mein Vater geht gern zum Arzt. Das klingt wie ein Witz über alte Leute, und so war es auch gemeint, bis ich kapiert habe, dass es gar nicht um die Wehwehchen geht. Ein Termin ist ein Mensch, der fragt, wie es dir geht, und die Antwort abwartet.

    Heute fahre ich zweihundert Kilometer zu ihm. Wegen ein paar tausend Euro, die von seinem Konto verschwunden sind, und wegen einer Vollmacht, die ich ihm abringen muss. Und er sagt nicht, wir gehen zur Bank. Er sagt, wir gehen zu seinen Lieblingen.

    Es geht um den Moment, in dem man seinem eigenen Vater erklären muss, was er zu tun hat. Um das hässliche Wort, das dafür existiert. Und um die eine Frage, die ihr euren Eltern heute stellen solltet und nicht irgendwann.

    Den ganzen Beitrag mit allen Bildern findet ihr im Blog: oceanzero.de

    Bis dahin. Liebe Grüße, euer Dominik.
    Willkommen an Bord.

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  • Kapitel 2.14 · Gegen die Brandung
    2026/10/11

    Kennt ihr das, wenn ihr gegen eine Welle anschwimmt? Der Strand ist nah, ihr

    seht ihn ja. Ihr schwimmt. Und irgendwann hebt ihr den Kopf und merkt, dass er

    genau da ist, wo er vorhin war. Nur eure Arme sind jetzt schwer.


    Heute wird es ein ehrliches Kapitel. Keine Reise, keine Berge. Mein

    Schreibtisch, sechs Stunden am Tag, und die Frage, was man eigentlich noch wert

    ist, wenn keiner haben will, was man kann.


    Ich erzähle euch von einer App, die ich mit meinem Sohn gebaut habe und die

    genau ein einziges Mal verkauft wurde. Von über dreihundert Bewerbungen und

    zwei Antworten. Und von der Minute um zehn nach eins, in der ich einmal

    durchatme und das Gesicht aufsetze, das ein Vater aufsetzt.


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    Bis dahin. Liebe Grüße, euer Dominik.

    Willkommen an Bord.

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  • Kapitel 2.13 · Auf Augenhöhe mit den Bergen
    2026/10/07

    Eine Alm hoch über Kitzbühel, zu der keine Straße führt. Nur ein offener Sessellift, der einen über eine Wiese zieht, die unter den Füßen immer weiter wegfällt.

    Ich erzähle euch von einem Geburtstag, den meine Frau sich gewünscht und mir geschenkt hat, von dem Moment, in dem die Berge plötzlich nicht mehr unter mir lagen, sondern neben mir, und von einem roten Himmel, der aussah wie der vom Lamai Beach.

    Und von dem Mann, der an diesem Abend neben mir an der Terrassenbrüstung stand. Erst Condor. Dann Lufthansa. Nach fünfundzwanzig Jahren fluguntauglich. Das ist mein Lebenslauf, Wort für Wort, nur dass er ihn ein paar Jahre vor mir durchlebt hat.

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    Bis dahin. Liebe Grüße, euer Dominik.

    Willkommen an Bord.

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  • Kapitel 2.12 · Zwei Nächte im Märchenwald
    2026/10/04

    Zwei Tage Schulung in Berlin, und dazwischen zwei Nächte allein auf einem Waldparkplatz am östlichen Rand der Stadt.

    Ich erzähle euch von der Suche nach dem richtigen Platz in einer Millionenstadt, von einer Familie Wildschweine, die mir nachts über den Weg lief, von drei Kilometern geradeaus durch einen verhexten Märchenwald und von einem Navi, das mitten im Nichts sagte: Sie haben Ihr Ziel erreicht.

    Und von dem Moment auf einer Wiese in Berlin, in dem eine Frau die Hände von der Fernsteuerung nimmt und mir etwas sagt, das in fünfundzwanzig Jahren Fliegerei nie jemand zu mir gesagt hat.

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    Bis dahin. Liebe Grüße, euer Dominik.
    Willkommen an Bord.

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  • Kapitel 2.11 · Ein Stück Blech von vielen
    2026/10/03

    Er steht unter einem Zelt vor der Garage, weil er in die Garage nicht hineinpasst. Und ich liege drin, während ich euch das hier erzähle.

    Im November gebe ich Herbie ab. Leasingrückgabe, zwei Unterschriften, ein Schlüssel, ein Protokoll. Für die Leute dort ist das ein Montag. Für mich nicht.

    In dieser Folge erzähle ich, wie er zu seinem Namen kam, warum ich ihn überhaupt gekauft habe, und warum das nie etwas mit Vanlife-Romantik zu tun hatte. Fünfundzwanzig Jahre Betten, die anderen Leuten gehören, und in keinem einzigen bin ich richtig angekommen.

    Es geht um eine Fahrt nach Spanien und Portugal, die mich zurück ins Leben geholt hat. Und um die unbequeme Wahrheit, dass mir niemand dieses Fahrzeug wegnimmt. Ich gebe es freiwillig zurück, aus Vernunft. Wenn euch etwas genommen wird, könnt ihr wütend sein. Wenn ihr selbst unterschreibt, habt ihr das nicht.

    Für andere ist es nur ein Auto. Für mich ist es mein Leben.

    Willkommen an Bord.

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  • Kapitel 3.19 · Schöner geht nicht mehr
    2026/10/02

    Auf dieser Reise sind mir die Wörter ausgegangen. Erst hieß es schön, dann sehr schön, dann superschön, was ungefähr so elegant klingt wie ein Achtjähriger, der von seinem Geburtstag erzählt. Und dann stand ich bis zu den Knien im Wasser und hatte gar nichts mehr.

    Um diese vier Stufen geht es in dieser Folge. Vier Ausflüge rund um Koh Samui, und jeder hat mir ein Stück Wortschatz abgenommen.

    Ein Nationalpark mit zweiundvierzig Inseln, den es beinahe nicht gegeben hätte, weil die Marine dort eine Basis bauen wollte. Eine Party-Insel, auf der neunundzwanzig Tage im Monat nichts los ist und heute ein Yogastudio neben dem anderen steht. Eine Insel, die bis in die dreißiger Jahre unbewohnt war und heute zu den Orten mit den meisten Tauchscheinen weltweit gehört.

    Und dann der Morgen, an dem ich bis zu den Knien im Wasser stand und gemerkt habe, dass ich in fünfundzwanzig Jahren Fliegerei von oben gar nichts gesehen habe. Man muss schon hineinsteigen. Anders geht es nicht.

    Sawadee Khrap. Schön, dass du an Bord bist.

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  • Kapitel 3.18 · Ich saß in der Mitte
    2026/10/01

    Ich habe einen Drachen auf der Haut, und der ist kein Urlaubssouvenir. Er kommt von dieser Insel.

    Vor fünfundzwanzig Jahren war ich als Backpacker zum ersten Mal auf Koh Samui und bin dort bei einer Drachenschule gelandet. Nicht als zahlender Gast, nicht als Tourist mit Kamera. Ich durfte dabei sein, und irgendwann durfte ich mitmachen.

    Ein Drachentanz sieht von außen aus wie Folklore. Von innen ist er Mathematik. Und das Tier wirkt nur deshalb lebendig, weil niemand synchron ist. Jeder hebt ein winziges Stück später als der vor ihm. Wären alle gleichzeitig oben, würde der Drache nicht fliegen, er würde zappeln.

    Kopf und Schwanz sind die Stars. Die Mitte ist die Arbeit. Ich saß in der Mitte.

    In dieser Folge erzähle ich, warum diese Insel für mich keine beliebige ist, warum es die Orte von damals nicht mehr gibt, und wohin man heute fährt, wenn man mehr will als Chaweng und Lamai. Dazu eine Warnung, die mir vermutlich Post einbringt.

    Sawadee Khrap. Schön, dass du an Bord bist.

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  • Kapitel 3.17 · Vierhundert statt fünfhundert
    2026/09/30

    Wer auf Koh Samui keinen Roller hat, sieht seine Bucht, sein Hotel und den Weg dazwischen. Das ist kein Urlaub, das ist ein Aufenthalt.

    Also bin ich losgefahren. In dieser Folge nehme ich euch mit auf die Runde um die Insel. Es geht um hundert Baht, um die es nicht geht. Um einen Tempel, vor dem meine Kinder still geworden sind. Um eine Zipline, bei der ich unten stand und gerechnet habe statt gefühlt.

    Und es geht um eine Empfehlung, die ich zurücknehme. Im letzten Kapitel habe ich jemanden namentlich empfohlen. Fünfhunderteinundsechzig Euro für eine Tagestour zu viert haben mich eines Besseren belehrt. Wer Empfehlungen ausspricht, muss sie auch zurücknehmen können.

    Dazu die eine Sache, die in keinem Prospekt steht und die mich als Meermenschen aus dem Wasser getrieben hat. Die schöneren Fotos macht ihr im Westen. Baden würde ich im Osten.

    Sawadee Khrap. Schön, dass du an Bord bist.

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