Leuchttürme und Häfen des Futsals
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Die Arbeit an unserem heutigen Thema begann schon weit vor unserer Folge 233, in der wir über die neue deutsche Frauen-Futsal-Nationalmannschaft gesprochen haben. Heute lösen wir uns aber von der konkreten Diskussion und stellen eine viel grundsätzlichere Frage: Woran erkennen wir eigentlich, dass sich eine Sportart entwickelt?
Auf den ersten Blick wächst der Futsal. Die Champions League produziert spektakuläre Bilder, die Nationalteams werden professioneller. Die „Leuchttürme“ des Futsals leuchten also immer heller. Aber unser Futsalphilosoph treibt eine andere Frage um: Was passiert eigentlich mit den Häfen? Was passiert dort, wo an einem Mittwochabend zwölf Menschen ehrenamtlich eine Halle aufschließen?
Sebastian spricht heute über das Matthäus-Prinzip im Futsal – die bittere Realität, dass Ressourcen oft dorthin fließen, wo ohnehin schon Sichtbarkeit und Erfolg herrschen, während die Basis immer dünner wird. Wir schauen mit Hilfe von Soziologen wie Bourdieu und Merton darauf, warum wir uns so sehr an diese Ordnung gewöhnt haben und warum Spitzensportentwicklung nicht automatisch echte Sportartenentwicklung bedeutet.
Die Lösung ist dabei nicht, die Leuchttürme abzureißen. Wir brauchen sie! Aber wir dürfen den Leuchtturmbau nicht länger mit dem Hafenbau verwechseln. Denn am Ende entscheidet sich die Zukunft des Futsals nicht daran, wie hell seine Spitze leuchtet, sondern daran, wie viele Menschen an seiner Küste einen Ort finden, an dem sie anlegen können.
Viel Spaß mit dieser tiefgründigen Folge!