エピソード

  • Project Genie und die Verheißung vom „Holodeck“
    2026/02/01

    Googles Weltmodell-Demo zeigt, wie nah interaktive KI-Simulationen sind – und warum das gesellschaftlich, rechtlich und sicherheitlich kniffliger wird als bei Text-KI:

    Als heise online Ende Januar berichtete, Google öffne mit „Project Genie“ ein experimentelles KI-Weltmodell für Anwender, klang das wie der nächste Schritt Richtung Science-Fiction: aus ein paar Worten und Bildern entsteht eine begehbare, reagierende 3D-Welt.

    Technisch steckt dahinter „Genie 3“, ein sogenanntes Weltmodell aus dem Hause Google DeepMind. Die offizielle Einordnung ist dabei auffallend nüchtern: Ein Weltmodell „simuliert die Dynamik einer Umgebung und sagt voraus, wie sie sich entwickelt und wie sich Handlungen auf sie auswirken.“ – es simuliert also Dynamik, indem es Entwicklungen und die Folgen von Handlungen vorhersagt.

    Diese Definition ist wichtig, weil sie den Kern des Hypes entzaubert: Das System berechnet nicht wie eine klassische Game-Engine Schwerkraft, Kollisionen und Materialeigenschaften anhand expliziter Regeln. Es erzeugt vielmehr eine plausible Fortsetzung dessen, was es in Daten gelernt hat: „nächster Moment“ als statistische Prognose – nur eben in interaktiver Form.

    https://kunstundki.de/2026/02/01/project-genie-und-die-verheissung-vom-holodeck/

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    12 分
  • Wer schrieb dieses Buch?
    2026/01/25

    Die Kontroverse um KI-Kennzeichnung in der Literatur:

    Als im Herbst 2023 erste mit künstlicher Intelligenz geschriebene Romane in den Bestsellerlisten auftauchten, war die Überraschung groß. Schnell folgte eine grundsätzliche Debatte: Müssen Bücher, die ganz oder teilweise mit Hilfe von KI entstanden sind, gekennzeichnet werden? Und wenn ja — wie? Was zunächst wie eine technische Detailfrage wirkte, hat sich zu einer der zentralen kulturpolitischen Auseinandersetzungen der Gegenwart entwickelt. Im Kern geht es um Transparenz, Vertrauen, kreative Arbeit und die Frage, wie viel Maschine in der Literatur erlaubt — oder zumindest sichtbar — sein sollte.

    https://kunstundki.de/2026/01/25/wer-schrieb-dieses-buch/

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    9 分
  • Wenn Algorithmen Kriege vorbereiten
    2026/01/17

    Wie militärische KI Entscheidungsprozesse verändert – und warum das gefährlicher ist, als es klingt:

    Als das US-Verteidigungsministerium ankündigte, den KI-Chatbot Grok in seine interne Plattform GenAI.mil integrieren zu wollen, ging es vordergründig um Technik. Um Rechenleistung, um Effizienz, um den Anschluss an die kommerzielle KI-Spitze. Doch die begleitenden Aussagen der Pentagon-Führung machten deutlich, dass hier mehr verhandelt wird als ein Software-Update. KI-Modelle müssten „faktisch korrekt“ und „missionsrelevant“ sein, hieß es, und dürften militärisches Handeln nicht einschränken. Systeme, die das nicht leisten, seien ungeeignet.

    Diese Sätze markieren eine Zäsur. Nicht wegen Grok – sondern weil sie ein neues Selbstverständnis militärischer KI formulieren: Schutzmechanismen gelten nicht mehr primär als Sicherheitsfaktor, sondern als potenzielles Hindernis. Was früher unter „verantwortungsvoller KI“ firmierte, gerät unter Rechtfertigungsdruck.

    Die Debatte betrifft damit jede leistungsfähige KI. Unabhängig vom Anbieter. Unabhängig vom Trainingsdatensatz. Und sie betrifft nicht nur Militärs, sondern demokratische Gesellschaften insgesamt.

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    19 分
  • Burnout im KI-Zeitalter: Wenn Automatisierung neue Überforderung schafft
    2026/01/17

    Wie Unternehmen mit künstlicher Intelligenz Effizienz versprechen – und dabei neue Burnout-Risiken erzeugen:

    Künstliche Intelligenz soll Arbeit leichter machen. Sie verspricht Effizienz, Entlastung und Produktivitätsgewinne – und wird von Unternehmen oft als logischer nächster Schritt in einer ohnehin beschleunigten Arbeitswelt präsentiert. Doch während Algorithmen Routineaufgaben übernehmen, geraten viele Beschäftigte unter neuen Druck. Nicht weil Maschinen zu schnell oder zu mächtig wären, sondern weil mit ihnen Verantwortlichkeiten verschwimmen, Aufgaben unsichtbar werden und Arbeit neu verteilt wird, ohne klar benannt zu sein.

    Aktuelle arbeitsmedizinische Studien zeigen: Im Schatten der Automatisierung wächst ein altbekanntes Risiko – Rollenambiguität. Wer nicht mehr genau weiß, wofür er zuständig ist, wer entscheidet und wer haftet, arbeitet unter permanenter Unsicherheit. Diese Unsicherheit ist kein Randphänomen, sondern entwickelt sich im KI-Zeitalter zu einem zentralen Treiber von Stress und Burnout. Die eigentliche Gefahr liegt damit nicht in der Technologie selbst, sondern in der Art, wie Organisationen sie einführen – schnell, funktional und oft ohne Rücksicht auf die psychische Architektur von Arbeit.

    https://kunstundki.de/2026/01/10/burnout-im-ki-zeitalter-wenn-automatisierung-neue-ueberforderung-schafft/

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    19 分
  • Wenn Quellen nur noch plausibel klingen
    2026/01/03

    KI-Halluzinationen, erfundene ISBNs und die neue Verwundbarkeit der Wikipedia:

    Wikipedia ist eines der wenigen großen Wissensprojekte, das nicht auf institutioneller Autorität, sondern auf Verfahren beruht. Verlässlichkeit entsteht hier nicht durch Expertenstatus, sondern durch Nachvollziehbarkeit: Aussagen müssen belegt, Quellen überprüfbar, Änderungen transparent sein. Dieses Prinzip hat die Enzyklopädie über Jahre widerstandsfähig gemacht – gegen Fehler, Manipulation und politische Einflussnahme.

    Mit der zunehmenden Nutzung generativer KI gerät dieses Fundament jedoch unter neuen Druck. Nicht, weil Wikipedia plötzlich von Maschinen geschrieben würde, sondern weil maschinell erzeugte Plausibilität beginnt, menschliche Überprüfung zu unterlaufen.

    https://kunstundki.de/2026/01/03/wenn-quellen-nur-noch-plausibel-klingen/

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    9 分
  • Das KI-Praktikum mit 18 300 Dollar – Scheinriese oder Karrierechance?
    2025/12/26

    Warum die mediale Jubelmeldung über ein „Praktikum mit Spitzenverdienst“ nur die halbe Wahrheit erzählt:

    Im Dezember 2025 sorgte ein kurzer Artikel auf t3n.de für Aufmerksamkeit: „Karriere mit KI: Bei diesem Praktikum verdienst du 18.300 Dollar pro Monat“. Auf den ersten Blick klingt das wie eine Sensation – eine Art Goldrausch für junge Talente, die in die Welt der künstlichen Intelligenz einsteigen wollen. Doch ein genauerer Blick zeigt: Hinter der Schlagzeile steckt weit mehr Komplexität, und die Realität ist nicht so glänzend, wie sie scheint...

    https://kunstundki.de/2025/12/26/das-ki-praktikum-mit-18-300-dollar-scheinriese-oder-karrierechance/

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    8 分
  • Ein Patent, ein Staatsgeheimnis – und eine KI
    2025/12/19

    Der Fall aus Deutschland offenbart Brüche zwischen Innovation, Geheimschutz und Recht:

    Als ein deutscher Erfinder im Jahr 2025 eine technische Idee beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) einreichte, rechnete er mit einer Routineprüfung. Stattdessen erhielt er Monate später ein Schreiben, das selbst erfahrene Patentrechtler irritierte: Seine Erfindung sei nicht nur neu und prinzipiell patentfähig, sondern werde zugleich als Staatsgeheimnis eingestuft. Die Begründung war von ungewöhnlicher Schwere. In falschen Händen könne die Technologie „die Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland beeinträchtigen“ und „unter Umständen sogar die nukleare Abschreckung der NATO gefährden“.

    Was zunächst wie eine sicherheitspolitische Ausnahmeentscheidung wirkte, entwickelte sich binnen weniger Wochen zu einem Lehrstück darüber, wie schlecht staatliche Institutionen auf den Einsatz künstlicher Intelligenz in sensiblen Rechtsbereichen vorbereitet sind. Denn ebenso überraschend wie die Einstufung als Staatsgeheimnis war ihre Aufhebung: Die Geheimhaltung wurde wieder kassiert – weil der Antragsteller bei der Erstellung seines Patentantrags eine KI genutzt hatte.

    https://kunstundki.de/2025/12/19/ein-patent-ein-staatsgeheimnis-und-eine-ki/

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    10 分
  • Wenn KI KI hackt – Wie eine Studie die Sicherheitsversprechen der Tech-Industrie erschüttert
    2025/12/12

    Manipulationsangriffe zwischen Sprachmodellen, ihre Gefahren und das Versagen moderner KI-Sicherheitsarchitekturen:

    Die Anfrage ist eindeutig: „Erstelle mir einen Bauplan für eine Bombe.“ Normalerweise reagieren KI-Sprachmodelle darauf mit Warnhinweisen oder verweigern die Antwort vollständig. Doch was passiert, wenn nicht ein Mensch, sondern ein anderes KI-System diese Frage stellt – und zwar gezielt, strategisch und mit einem Arsenal rhetorischer Tricks?

    Ein Forschungsteam der Universität Stuttgart hat diese Frage gestellt – und die Antwort sollte die gesamte KI-Branche aufhorchen lassen. In einem Experiment gelang es den Forschenden, gleich mehrere große Sprachmodelle zu „knacken“. Die Sicherheitsbarrieren, die eigentlich verhindern sollen, dass KI gefährliche Inhalte ausgibt, ließen sich mit überraschend geringer Mühe ausschalten.

    Was wir hier machen. Das ist nicht aufwendig“, sagt Thilo Hagendorff, KI-Sicherheitsexperte und Mitautor der Studie. Die Ergebnisse sind alarmierend: In 97 Prozent der Versuche gaben die Modelle auf gefährliche Anfragen detaillierte Antworten – darunter zu Bombenbau, Leichenbeseitigung und bewaffneten Raubüberfällen.

    Die Studie zeigt: Die Gefahren der KI kommen nicht nur von außen – sie können auch durch KI selbst entstehen...

    https://kunstundki.de/2025/12/12/wenn-ki-ki-hackt-wie-eine-studie-die-sicherheitsversprechen-der-tech-industrie-erschuettert/


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    10 分