エピソード

  • Der Mensch als Trainingsmaterial
    2026/05/04

    Wie KI kreative Berufe, Identität und Arbeit neu verwertet:

    Als die Academy of Motion Picture Arts and Sciences Anfang Mai 2026 festlegte, dass nur Rollen, die „demonstrably performed by humans with their consent“, also nachweislich von Menschen und mit deren Zustimmung gespielt wurden, Oscar-würdig sind, war das mehr als eine Branchenregel. Es war ein kultureller Schutzwall. Ebenso gilt nun: Drehbücher müssen „human-authored“ sein, menschlich verfasst. Hollywood zog damit eine Linie, die weit über Preisverleihungen hinausreicht. Die Botschaft lautet: KI darf Werkzeug sein – aber nicht stillschweigend Autor, Darsteller oder kreativer Eigentümer.

    Diese Entscheidung ist kein isolierter Sonderfall, sondern Teil einer größeren globalen Auseinandersetzung: Wem gehören Stimme, Gesicht, Stil, Expertise und Persönlichkeit im Zeitalter generativer Modelle? Und noch grundsätzlicher: Wird menschliche Arbeit künftig bezahlt – oder nur noch gescannt?

    https://kunstundki.de/2026/05/04/der-mensch-als-trainingsmaterial/

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    12 分
  • Die teure KI-Illusion
    2026/04/26

    Warum sich der Boom nur deshalb rechnet, weil andere den Preis zahlen:

    Die Begeisterung für generative Künstliche Intelligenz folgt einem einfachen Narrativ: Milliarden rein, Produktivität raus. Eine technologische Revolution, die sich nur noch rechnen muss.

    Das Problem: Genau das tut sie in den meisten Fällen nicht.

    Unternehmen investieren derzeit in einem Tempo, das eher an einen Goldrausch erinnert als an rationale Kapitalallokation. Laut IDC sollten die globalen Ausgaben für KI bis 2025 auf 644 Milliarden US-Dollar steigen. Gleichzeitig zeigt sich hinter den Kulissen ein anderes Bild: Projekte ohne messbaren Effekt, Budgets ohne klare Zielgröße, Strategien ohne belastbare Ergebnisse.

    Eine vielbeachtete Untersuchung des MIT aus dem Sommer 2025 bringt es auf einen unbequemen Punkt: 95 Prozent der generativen KI-Pilotprojekte leisten keinen nachweisbaren Beitrag zur Gewinn- und Verlustrechnung. Fünf Prozent erzeugen echten wirtschaftlichen Wert. Der Rest produziert vor allem eines: Kosten.

    Das ist kein Ausrutscher. Es ist ein Muster...

    https://kunstundki.de/2026/04/26/die-teure-ki-illusion/

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    13 分
  • Die KI gehorcht – und genau das ist das Problem
    2026/04/19

    Ein einziger Kommentar reicht, um künstliche Intelligenz zu übernehmen. Das ist keine Panne. Das ist Teil des Designs:

    Stellen Sie sich vor, Sie stellen eine neue Mitarbeiterin ein. Sie ist hochqualifiziert, arbeitet rund um die Uhr, vergisst nie etwas und beschwert sich nicht. Den Schlüsselbund fürs Firmengebäude bekommt sie gleich am ersten Tag. Zugang zum Tresor auch. Nur eine kleine Eigenart hat sie: Sie macht buchstäblich alles, was man ihr sagt. Jeder Zettel, der irgendwo klebt, ist für sie eine Anweisung. Jede E-Mail, die reinkommt, könnte ein Auftrag vom Chef sein – oder eben nicht, sie prüft das nicht nach.

    Wie lange würde Ihre Firma so funktionieren?

    Ungefähr so sieht gerade die Lage im Maschinenraum vieler Unternehmen aus, die auf KI-Agenten setzen. Am 15. April 2026 hat der Sicherheitsforscher Aonan Guan zusammen mit einem Team der Johns Hopkins University vorgeführt, was passiert, wenn jemand diesen willigen Mitarbeitern die falschen Zettel hinlegt. Das Ergebnis ist unangenehm genug, dass drei der größten Tech-Konzerne – Anthropic, Google und Microsoft – die Sache lieber leise patchen wollten, statt öffentlich darüber zu reden...

    https://kunstundki.de/2026/04/19/die-ki-gehorcht-und-genau-das-ist-das-problem/

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    12 分
  • Der Feed frisst seine Kultur
    2026/04/12

    Warum KI-generiertes Obst zum Symbol einer entgleisenden Plattformlogik wird:

    Eine Banane betrügt eine Erdbeere. Eine Avocado schreit. Ein Brokkoli weint in Großaufnahme, während dramatische Musik anschwillt und ein virtueller Apfel mit gebrochenem Herzen davonläuft. Millionen Menschen sehen zu, klicken weiter, kommentieren entgeistert und teilen die Clips mit Freunden.

    Was aussieht wie ein absurder Internetwitz, ist in Wahrheit ein Symptom einer tieferliegenden kulturellen Verschiebung: Die sozialen Netzwerke werden zunehmend von automatisiert produziertem, algorithmisch optimiertem KI-Content überschwemmt – billig, massenhaft, emotional überdreht und inhaltlich oft wertlos. Das Netz hat für diese neue Gattung längst einen Namen gefunden: AI Slop.

    Gemeint ist damit jener minderwertige KI-generierte Massencontent, dessen einzige Funktion darin besteht, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die viralen Fruchtvideos sind nur seine derzeit absurdeste Ausprägung. Dass ausgerechnet sprechendes Obst zum Symbol dieser Entwicklung geworden ist, besitzt eine gewisse groteske Folgerichtigkeit. Denn selten war das Internet zugleich so technisch fortgeschritten und geistig so infantil.

    https://kunstundki.de/2026/04/12/der-feed-frisst-seine-kultur/


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    12 分
  • Wenn Maschinen „fühlen“ – oder wir es nur glauben
    2026/04/06

    Zwischen Forschung, Marketing und philosophischer Projektion: Emotionale KI-Signale:

    Die Schlagzeilen klingen spektakulär: Künstliche Intelligenz zeige „emotionale Signale“, entwickle „Angst“ oder sogar „Verzweiflung“. Was vor wenigen Jahren noch eindeutig in den Bereich der Science-Fiction gehörte, scheint nun zumindest sprachlich in die Nähe der Realität zu rücken. Doch was genau wurde hier eigentlich entdeckt – und was wird möglicherweise hineininterpretiert?

    Die aktuelle Debatte rund um sogenannte „emotionale Zustände“ in KI-Modellen ist ein gutes Beispiel dafür, wie eng heute Forschung, öffentliche Wahrnehmung und wirtschaftliche Interessen miteinander verwoben sind. Sie zeigt auch, wie schnell Begriffe aus der menschlichen Erfahrungswelt auf technische Systeme übertragen werden – mit weitreichenden Folgen...

    https://kunstundki.de/2026/04/06/wenn-maschinen-fuehlen-oder-wir-es-nur-glauben/


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    10 分
  • AGI oder die Kunst, sich selbst zu täuschen
    2026/03/29

    Wie Big Tech, Begriffsverschiebung und das ungelöste Bewusstseinsproblem eine gefährliche Mischung bilden:

    Es gehört inzwischen fast zum Ritual der Tech-Debatte: In regelmäßigen Abständen wird verkündet, dass ein entscheidender Durchbruch unmittelbar bevorstehe – oder bereits erreicht sei. Auch im Fall der künstlichen Allgemeinintelligenz (AGI) häufen sich solche Aussagen. Systeme werden leistungsfähiger, universeller, überzeugender. Und plötzlich steht die Behauptung im Raum, man habe die Grenze zur „allgemeinen Intelligenz“ überschritten.

    Doch vielleicht ist dieser Satz weniger eine Feststellung als ein Symptom. Ein Symptom dafür, dass wir begonnen haben, etwas zu benennen, dessen Bedeutung wir nicht mehr genau kennen – und dessen Unschärfe inzwischen systematisch genutzt wird.

    Denn was genau wäre eigentlich erreicht worden?

    https://kunstundki.de/2026/03/29/agi-oder-die-kunst-sich-selbst-zu-taeuschen/

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    9 分
  • Die unsichtbare Vermessung der Welt
    2026/03/22

    Wie ein Spiel Millionen Menschen zu Kartografen der Maschinen-Zukunft machte:

    Als im Sommer 2016 plötzlich Menschenmengen durch Parks, Innenstädte und Wohngebiete zogen, um virtuelle Monster zu jagen, wirkte das wie ein harmloser Hype. Pokémon GO war ein Spiel, ein kulturelles Phänomen, vielleicht auch ein soziales Experiment.

    Was damals nur wenige wahrnahmen: Die Spieler waren nicht nur Teil eines Trends – sie waren Teil eines Systems.

    Denn während Millionen Menschen auf ihre Smartphones blickten, entstand im Hintergrund etwas ganz anderes – eine der detailliertesten, dynamischsten und für Maschinen nutzbarsten Karten der realen Welt, die es je gegeben hat.

    Und diese Karte beginnt jetzt, ihren eigentlichen Zweck zu erfüllen...

    https://kunstundki.de/2026/03/22/die-unsichtbare-vermessung-der-welt/

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    11 分
  • KI im Journalismus: Das eigentliche Problem liegt nicht in der Technik
    2026/03/13

    Warum künstliche Intelligenz eine institutionelle Herausforderung für Redaktionen ist:

    Die Diskussion über künstliche Intelligenz im Journalismus wird meist technisch geführt. Kann KI Texte schreiben? Wird sie Journalisten ersetzen? Wie zuverlässig sind automatisierte Systeme? Doch diese Fragen greifen zu kurz. Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur, was KI kann, sondern unter welchen institutionellen Bedingungen sie eingesetzt wird.

    Der Philosoph und Publizist Dr. Michael Andrick hat diese Debatte kürzlich zugespitzt. In einem Feuilletonbeitrag beim Kulturradio des öffentlich-rechtlichen Senders Deutschlandfunk Kultur formulierte er eine provokante These: Der Einsatz von KI im Journalismus sollte tabu sein. Die Forderung hat viele Journalisten irritiert – und zugleich eine Diskussion ausgelöst, die weit über Technikfragen hinausweist.

    Denn hinter Andricks Argument steht eine grundlegendere Sorge: Was geschieht mit einem Beruf, wenn seine zentrale Tätigkeit – das Denken und Formulieren – zunehmend automatisiert wird?

    https://kunstundki.de/wp-admin/post.php?post=744&action=edit

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    15 分