Gegenwirken statt bewahren. Kindheit in der digitalen Welt
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In dem Gespräch mit dem Erziehungswissenschaftler Ulf Sauerbrey geht es um theoretische Grundlagen medienpädagogischen Handelns, frühe Medienbildung und Wissenschaftskommunikation. Sauerbrey hinterfragt den etablierten Begriff der „Bewahrpädagogik“ und schlägt auf Grundlage allgemeinpädagogischer Theorie eine präzisere Unterscheidung zwischen Gegenwirken (Verhindern und Unterbinden) und Unterstützen (Ermöglichen und Veranlassen) vor. Dadurch sollen medienpädagogische Praktiken differenzierter beschrieben und reflektiert werden können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der frühen Medienbildung. Kritisiert wird insbesondere ein zu enges Verständnis digitaler Medien als bloße Werkzeuge; Bildungspläne sollten komplexere Medienbegriffe berücksichtigen. Abschließend diskutiert Sauerbrey kritisch die Rolle wissenschaftlicher Ratgeber. Wissenschaft solle primär Erkenntnisse und Handlungsoptionen vermitteln, da konkrete Erziehungsratschläge immer normative Annahmen enthalten und individuelle Lebensbedingungen kaum berücksichtigen können.
Ulf Sauerbrey
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