Freiheit in Liebe und Liebe in Freiheit. Und dann der Absturz...
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An Pfingsten feiern wir die Geburtsstunde der Kirche – doch was bedeutet das auf dem höchsten philosophischen Niveau? In dieser Folge rekonstruieren wir die europäische Ideengeschichte der Freiheit als eine unentwirrbare Ideengeschichte der Liebe und ergründen das radikale Krisensymptom unserer Moderne: die Tragödie des Geistes.
Ausgehend von Hegels berühmter These aus der Enzyklopädie (§ 482), dass der unendliche Wert des Individuums erst durch die göttliche Liebe in die Welt injiziert wurde, verfolgen wir den fatalen historischen Wendepunkt, an dem die Freiheit von der Liebe entkoppelt wurde und „auf die Straße gelangte“.
Mit Fjodor Dostojewskijs psychologischen Meisterwerken blicken wir tief in den Abgrund einer radikal losgelösten, kalten Autonomie:
Das kollektive Fieber: Wie der rein kalkulierende Verstand der Aufklärung zwangsläufig in Nihilismus, Anarchie und soziale Destruktion umschlägt .
Das Tribunal ohne Gnade: Warum Iwan Karamasow unfähig wird zu lieben, unter der absoluten Last der eigenen Verantwortung leidet und sich im Angesicht seines autonomen Gewissens selbst als „Dreck“ verdammen muss .
Der pneumatische Ausweg: Warum eine rein private, philosophische Einsicht im stillen Kämmerlein das Subjekt nicht vor der existenziellen Kälte schützt – und wie das Pfingstwunder uns dazu aufruft, Freiheit wieder im konkreten, liebenden Dialog zu verankern.
Ein spekulativer Deep Dive zwischen deutscher Dialektik und russischer Existenzphilosophie. Ideal für alle, die das Pfingstfest abseits ausgetretener theologischer Pfade radikal neu durchdenken wollen.