Anlässlich des 2026 erstmals begangenen Tages der Demokratiegeschichte richtet diese Folge den Blick auf den 18. März als Datum umkämpfter Demokratie in Deutschland. Der Tag erinnert an historische Momente, in denen die demokratische Ordnung nicht selbstverständlich war, sondern verteidigt oder neu erkämpft werden musste. Im Mittelpunkt dieser Folge steht der Kapp-Putsch von 1920, ein Putschversuch rechtsgerichteter Militärs, Freikorps und ziviler Unterstützer gegen die noch junge Weimarer Demokratie, der erst durch einen reichsweiten Generalstreik der Zivilbevölkerung zum Scheitern gebracht wurde. Wie kam es zu dem Putsch und welche politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen machten ihn möglich? Wie verhielt sich die Polizei in dieser Situation – zwischen offenem Mitmachen, aktivem Widerstand und einem vielfach praktizierten Nicht-Einschreiten? Und was bedeutete diese vermeintliche „Neutralität“ der Polizei in einem Moment, in dem die demokratische Ordnung selbst infrage stand? Die Folge ordnet den Kapp-Putsch historisch ein und zeigt, wie staatliche Institutionen in demokratischen Krisen handeln – oder nicht handeln. Am Beispiel der Polizei wird deutlich, warum Neutralität nicht zwingend eine unpolitische Haltung ist und weshalb Fragen nach demokratischer Verantwortung bis heute relevant bleiben.
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