Folge 5: Werbung, die niemand angeschaut hat – und warum sie trotzdem bezahlt wird
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Der offizielle Sichtbarkeitsstandard sagt: die halbe Anzeige, eine Sekunde lang. Er sagt ausdrücklich nicht, dass jemand hingeschaut hat – das steht sogar so in der Definition. Zwei Millionen „sichtbare" Einblendungen sind zwei Millionen Gelegenheiten.
Paul und Paula rechnen nach, wie groß die Lücke wirklich ist: Blickmessungen finden vier Prozent der Displaywerbung, die länger als zwei Sekunden angeschaut wird. Die durchschnittliche echte Aufmerksamkeit je Kontakt liegt digital bei drei Zehntelsekunden – gemessen allerdings von jemandem, der Kinowerbung verkauft.
Der härteste Befund kommt von einer Prüforganisation der Werbungtreibenden selbst: Zwölf Anbieter von Aufmerksamkeitsmessung bewerteten dieselben zweiunddreißig Werbemittel – und vergaben dafür fast die gesamte Skala von eins bis fünf. Außerdem: der Anderthalb-Sekunden-Test, den du heute Nachmittag selbst machen kannst.
Quellen
Media Rating Council: Viewability-Standard (via PPC Land)
Lumen / Aimia: Eye-Tracking-Studie zu Displaywerbung (via Marketing Week)
Brightfish, Profacts und Lumen: „From viewable to viewed" (2018)
Advertising Research Foundation: Attention Measurement Validation Initiative, Phase zwei (Mai 2024)
VCCP Media und Amplified / Karen Nelson-Field: 1,5-Sekunden-Studie (via The Media Leader)
Marketing Fact Podcast – Relevante Marketing-Themen in 10 Minuten kompakt erklärt. Ein Podcast von Paul Höser.
Das ist der zweite Podcast von Paul und Paula. Den ersten gibt es hier: Biohacking Kompakt – https://open.spotify.com/show/033JO82L47Sg4YSmPYas0z · www.biohackingkompakt.de