Episode #62 mit Mads Kinnerup
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Diese Folge widmet sich Mads Kinnerup, der unsere Art Musik zu machen umdenken und die Potentiale von KI allen Kreativen zur Verfügung stellen möchte.
Für Mads Kinnerup ist Musikmachen stets ein Experiment, ein Portal in die Zukunft. So verbrachte er stundenlange Sessions in den Stockholmer Elektron Studios mit klassischen Buchla-Systemen um seine persönliche Vision eines neuen Kreativansatzes zu realisieren. Auf diesem Ansatz beruhen seine Synthesizer-Alben „Interpolation” und „Invented Mythology”, die mit reduzierten Mitteln epische Klangwelten aufstoßen. Das nächste Werk wird sich mit dem Thema KI auseinandersetzen – und damit politisch werden.
Dass die Arbeit an dieser Veröffentlichung ganz unmittelbar mit seiner Anstellung als Assistenz-Professor am Kopenhagener Rhyhmic Music Conservatory verzahnt ist, beweist, dass Forschung und Kreativität bei Kinnerup nicht voneinander getrennt werden können. Am RMC entwickelt der dänische Produzent eine Software namens „Rave”, welche die selben Konzepte, die er in Stockholm mühsam händisch an Modularsystemen umsetzen musste, auf eine intuitive Weise erfahr- und spielbar machen soll.
Das Ziel dahinter: Musik nicht mehr in einzelnen Spuren zu denken, sondern in Klangblöcken, die in ihrer Gesamtheit transformiert werden. Die Bedienung von Rave soll einfach und minimalistisch ausfallen, das Interface so direkt wie ein traditionelles Keyboard bedienbar sein. Doch verbergen sich dahinter Prozesse, deren Komplexität sonst nur von „intelligenten” Modellen beherrschbar wären und die sogar nach vielen Durchführungen eine gewisse Unvorhersehbarkeit behalten.
Während Kinnerup die Potentiale von KI nicht leugnen mag, ahnt er eine dunkle Zukunft voraus, in der große Konzerne einen unaufholbaren technischen Vorsprung erreichen. Um den Anschluss nicht zu verlieren, müssen sich Musiker auf das besinnen, was sie noch immer besser können als die Maschinen: Einen direkten Kontakt zum Publikum aufbauen, sich in einem inspirierten Moment so unmittelbar wie möglich ausdrücken – und Experimente in erfahrbare Emotionen umzuwandeln.