Die chemische Visitenkarte der Katze – wie Katzen einander am Geruch erkennen (Episode 11)
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Kann deine Katze am Geruch erkennen, welche andere Katze vor ihr an einem Ort gewesen ist – und sich sogar Monate später noch daran erinnern? Eine neue Studie zeigt, dass Katzen Informationen im Uringeruch unterscheiden können und dass die Vertrautheit mit einem bereits wahrgenommenen Uringeruch über Monate erhalten bleiben kann. Die Studie zeigt, dass verzweigtkettige Fettsäuren im Urin stabile, individuell unterschiedliche Profile bilden und Katzen Unterschiede zwischen diesen Profilen wahrnehmen können. Die enstscheidende Rolle spielen dabei verzweigtkettige Fettsäuren, sogenannte Branched-Chain Fatty Acids (BFA), deren Zusammensetzung sich zwischen Katzen unterscheidet, innerhalb eines Individuums aber vergleichsweise stabil bleibt. Selbst nach 24 Stunden bei 25 °C bleiben diese individuellen BFA-Profile stabil. Überraschend ist auch ihr Ursprung: die verzweigtkettige Fettsäuren befinden sich in Lipidtröpfchen der Nierenrinde und könnten wie ein Speicher dazu beitragen, eine stabile chemische Signatur aufrechtzuerhalten. In dieser Folge von Fell & Fakten erfährst du, was diese besondere geruchliche Wahrnehmung für Mehrkatzenhaushalte, Tierarztbesuche, Vergesellschaftungen und den Umgang mit Urinmarkieren bedeutet. Und du bekommst fünf konkrete Tipps, wie du die geruchliche Welt deiner Katze im Alltag stärker berücksichtigen kannst. Wenn du jemanden kennst, der Katzen hält, teile diese Folge gerne – denn für unsere Katzen steckt in einem Geruch möglicherweise viel mehr Information, als wir Menschen ahnen.
Diese Folge basiert auf dieser Veröffentlichung:
Ichizawa et al. (2026): Signatures of branched-chain fatty acids derived from a kidney reservoir confer stable chemical individuality on domestic cats
Instagram: @Dr.Franziska.Kuhne
Musik: Ian-Marius Ibiss