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Die Berge zerbröseln

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261006PC Die Berge zerbröseln

Mensch Mahler am 06.10.2026


Wir gehen sehr gerne in die Berge. Zum Wandern, zum Skilaufen, zum Radeln. Klar, Nepal hat uns erschreckt. Michel, einer unserer Freunde, hat drei Menschen verloren durch den Gletscherabbruch. Mit ihnen hatte er sich in einem NGO-Schulprojekt engagiert, war mehrere Male mit ihnen vor Ort. Die Fluten brachten rund 1.400 Menschen den Tod, 5.000 werden noch vermisst. Unter ihnen die drei Freundinnen von Michel.

Ein ähnliches Unglück ereignete sich im schweizerischen Blatten. Ein massiver Gletscher- und Bergsturz zerstörte das Bergdorf zu 90%. Die Einwohner wurden rechtzeitig evakuiert – niemand kam unmittelbar zu Schaden an Leib und Leben.

Vor einigen Jahren bin ich noch vom Montafon über die Silvretta-Hochalpenstraße nach Tirol geradelt. Jetzt ist die Straße dicht. Sie muss bis 2030 verlegt werden. Die alte Streckenführung wurde immer wieder von Erdrutschen und Felsstürzen verschüttet.

Wenn wir durch unsere geliebten Berge wandern, gibt es schon mal das Hinweisschild: den nächsten Streckabschnitt zugig durchqueren. Es drohen Felsstürze.

Natürlich macht das Angst. Wir als Urlauber trifft es ja nicht so hart, wir müssen ja nicht in die gefährdeten Gebiete reisen. Die Anwohner werden damit leben müssen, dass die Gletscher und der Permafrost sich zurückziehen. Platt gesagt könnte man sagen. Die Berge zerbröseln, weil ihnen der Kitt fehlt. Es ist schlicht zu warm.

Anstatt wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, sollte man wissenschaftlich erhärtete Fakten zur Kenntnis nehmen.

Wir befinden uns geologisch gesehen seit etwa 2,6 Millionen Jahren im Quartären Eiszeitalter. Dieses Zeitalter ist durch einen ständigen Wechsel zweier Phasen geprägt:

  • Glaziale (Kaltzeiten):
  • Große Teile der Kontinente verschwinden unter dicken Eisschilden.
  • Der Meeresspiegel sinkt drastisch (um bis zu 120 Meter), weil das Wasser im Eis gebunden ist.
  • Diese Phasen dauern meist recht lange, oft rund 90.000 bis 100.000 Jahre.
  • Interglaziale (Warmzeiten):
  • Die Gletscher ziehen sich weitgehend in die Polarregionen und Hochgebirge zurück.
  • Der Meeresspiegel steigt wieder an.
  • Diese Phasen sind deutlich kürzer und dauern meist nur etwa 10.000 bis 30.000 Jahre.

Wo befinden wir uns heute?

Wir leben derzeit in einer Warmzeit, dem Holozän. Diese Phase begann vor etwa 11.700 Jahren mit dem Ende der letzten Kaltzeit.

Wichtiger Unterschied zur Gegenwart: Während die natürlichen Zyklen extrem langsam über Jahrtausende ablaufen, führt der menschengemachte Klimawandel durch den Ausstoß von Treibhausgasen aktuell zu einer extrem beschleunigten Erwärmung. Diese überlagert und verzögert die natürlichen astronomischen Rhythmen, die uns langfristig (in vielen Jahrtausenden) eigentlich wieder in eine nächste Kaltzeit führen würden.

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