(Deutsche Version) Warum der deutsche Handelsname von Clozapin "Hase raus" (Leponex) heißt
カートのアイテムが多すぎます
カートに追加できませんでした。
ウィッシュリストに追加できませんでした。
ほしい物リストの削除に失敗しました。
ポッドキャストのフォローに失敗しました
ポッドキャストのフォロー解除に失敗しました
-
ナレーター:
-
著者:
Nachdem Chlorpromazin als erstes wirksames Antipsychotikum in die Behandlung der Schizophrenie eingeführt worden war, entstand rasch eine Theorie, dass die antipsychotische Wirksamkeit untrennbar mit extrapyramidal-motorischen Nebenwirkungen verbunden sei. Diese Theorie wurde bereits 1954 von dem deutschen Psychiater Professor Hans-Joachim Haase vertreten.
Anfang der 1960er Jahre wurde in der Schweiz Clozapin entdeckt, das im Gegensatz zu den bis dahin verfügbaren Antipsychotika keine extrapyramidal-motorischen Nebenwirkungen verursacht. Deshalb erhielt das Medikament den Handelsnamen Leponex, der sich aus den lateinischen Wörtern lepus (Hase) und ex (heraus) zusammensetzt – ein augenzwinkernder Hinweis auf „Ha(a)se raus“, also die Widerlegung der von Haase vertretenen Theorie.
Anfang der 1970er Jahre wurde Clozapin nach dem Auftreten von Fällen einer Agranulozytose in den meisten Ländern vom Markt genommen. Im deutschsprachigen Raum blieb es jedoch verfügbar, weil namhafte Psychiater wie Hanns Hippius seine besondere Bedeutung erkannten und sich nachdrücklich für seinen Verbleib einsetzten.
In den USA hatten einige wenige Psychiater weiterhin die Möglichkeit, Clozapin zu verordnen, meist mit dem Ziel, die Patienten auf ein anderes Medikament einzustellen. Dies gelang jedoch häufig nicht, da viele Patienten bei der Umstellung Rückfälle erlitten. Vor diesem Hintergrund veröffentlichten John Kane und Kollegen 1988 eine randomisierte Doppelblindstudie, die eine deutliche Überlegenheit von Clozapin gegenüber Chlorpromazin zeigte.
Diese Studie löste einen Boom in der Entwicklung neuer Antipsychotika aus, die zunächst als atypische Antipsychotika bezeichnet wurden und heute besser als Antipsychotika der zweiten Generation bekannt sind.
Den deutschsprachigen Psychiatern gebührt das Verdienst, erkannt zu haben, dass ein Antipsychotikum auch ohne extrapyramidal-motorische Nebenwirkungen wirksam sein kann. John Kane und seinen Mitarbeitern ist zu verdanken, dass sie die überlegene Wirksamkeit von Clozapin nachgewiesen haben.
Die deutschsprachigen Psychiater waren zuvor lediglich von einer eher schwachen Wirksamkeit ausgegangen.