エピソード

  • Mögen sie dich oder deine Erreichbarkeit?
    2026/06/18
    Dein Kalender war schon voll, das wusstest du. Trotzdem kam das Ja, fast bevor die Frage zu Ende war. Jetzt sitzt du im Auto und spürst diesen dumpfen Groll, nicht gegen den, der gefragt hat, sondern gegen das Ja, das du selbst gesagt hast. In dieser Folge geht es nicht darum, wie du das Nein besser formulierst. Es geht um die Schicht darunter: Das automatische Ja ist keine Freundlichkeit, es ist Angst in höflicher Verpackung. Mit Naomi Eisenbergers Forschung zu sozialem Schmerz schaue ich darauf, warum Ablehnung im Körper dieselben Schmerzbahnen aktiviert wie ein physischer Schlag und warum dein System bei einem kurz irritierten Blick Alarm schlägt, als ginge es ums Überleben. Harriet Braikers „Disease to Please" beschreibt den Preis: das stille Versickern, bei dem du ständig etwas gibst, das du nie geben wolltest, bis der Tank leer ist und du nicht mal weißt, warum. Am Ende wird es unbequem: Wer Ja sagt, um gemocht zu werden, baut Beziehungen auf seiner Verfügbarkeit, nicht auf sich selbst. Irgendwann weißt du nicht mehr, ob die Leute dich mögen oder deine Erreichbarkeit. Die eigentliche Übung ist deshalb keine Formulierung sondern die Frage: Kannst du kurz aushalten, wer du bist, auch wenn du gerade nicht lieferst? Bodenhaftung: Psychologie ohne Wellness-Kitsch.
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    9 分
  • Dranbleiben lernt man nicht durch Zähne zusammenbeißen
    2026/06/11
    Es gibt diesen einen Gedanken, kurz bevor man aufhört: Ich könnte jetzt einfach zumachen, und keiner würde es merken. Diese Folge handelt davon, was du tust, wenn er kommt. Die meisten glauben, Dranbleiben sei eine Frage von Motivation und Disziplin, von Zähne zusammenbeißen. Ist es nicht. Motivation trägt nie durch, sie kommt und geht. Was trägt, ist Identität und eine simple Sache: noch im Raum zu sein, wenn es passiert. Den Durchbruch kannst du nicht erzwingen. Du kannst nur dafür sorgen, dass du noch da bist, wenn er kommt. Und dann die unbequeme Drehung: Es gibt zwei Arten, dabei zu sein. Körper da, Kopf längst woanders ist die gefährliche. Das halbe Dabeisein ist fast schlimmer als sauber aufzuhören, weil du dir die ganze Zeit erzählst, du seist ja noch dran. Ohne Heilsversprechen, ohne 21-Tage-Mythos. Nur eine ehrliche Frage am Ende, die du dir selbst beantwortest.
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    11 分
  • Remote Work Konflikte: Warum Slack uns aggressiv mach
    2026/06/04
    Ein nüchterner Slack-Satz am Montagmorgen. Vier Tage später läuft die Kommunikation nur noch über Dritte. Niemand wollte den Konflikt und trotzdem ist er da. Die übliche Erklärung lautet: zu wenig Kontakt im Remote-Team. Die ist falsch. Das Problem ist nicht die Quantität, es ist die Resonanz. Mit Martin Bubers Unterscheidung von Ich-Du und Ich-Es schaue ich darauf, warum eine Slack-Nachricht nur eine Position überträgt, fertig formuliert, ohne Zögern, ohne den Menschen dahinter. Warum der Kaffeeautomat nie um den Kaffee ging, sondern um Kalibrierung. Und warum Hartmut Rosas Begriff der Entfremdung genau das beschreibt, was viele nach Jahren im Homeoffice fühlen. Am Ende wird es unbequem: Derselbe Kontaktverlust, der Teams eskalieren lässt, passiert auch nach innen, wenn du dich selbst nur noch wie einen Kanal behandelst, der funktionieren muss. Bodenhaftung: Psychologie ohne Wellness-Kitsch.
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    10 分
  • Metakognition: Wie du aus deinen Gedanken aussteigst
    2026/05/28
    Deine eigenen Gedanken beobachten können ist der Teil von Selbstführung, über den kaum jemand redet. Metakognition, Denken über das Denken, ist der Moment wo du aus dem Autopiloten trittst, bevor er für dich entscheidet.
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    10 分
  • Gefühle sind Daten, kein Drama
    2026/05/24
    Emotionen zu unterdrücken kostet mehr als du denkst: Blutdruck, Stresshormone, das Vertrauen deines Teams. Was Emotionsregulation wirklich bedeutet: nicht Kontrolle, sondern Gefühle als Daten lesen.
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    10 分
  • Pastellfarbene Schuldgefühle
    2026/05/17
    Sanft, verständig, ein bisschen therapeutisch und fast immer geht es darum, dass du noch mehr heilen, regulieren, du selbst werden musst. Klingt vernünftig. Ist oft nur Selbstoptimierung in freundlicher Verpackung. Was die Psychologie Sekundärgewinn nennt, erklärt warum: solange du an dir arbeitest, musst du dich nicht zeigen. Ich habe das selbst gerade in epischer Form durchgespielt. Und ein Gedanke aus dem MGMB-Podcast hat mich dabei erwischt.
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    8 分
  • Die Selbsthilfe-Lüge
    2026/05/17
    Morgenroutine. Kalt duschen. Noch ein Journal. Die Selbsthilfe-Industrie funktioniert, solange du glaubst, kaputt zu sein. Diese Folge ist ein Manifest dagegen. Die Grundannahme "du bist ein defektes System, hier ist dein Patch" ist falsch. Viktor Frankl, Daniel Wegner und Karen Horney haben präzise beschrieben, warum Kämpfen gegen sich selbst das Problem verschlimmert. Und ich erzähle, wie ich das selbst jahrelang mitgespielt habe.
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    8 分
  • Der Affe auf dem Parkplatz
    2026/05/17
    Du kennst das: Alles wäre bereit und dann macht dein Kopf Theater. Nicht weil du schwach bist, sondern weil ein uraltes Sicherheitsprogramm anspringt, das Sichtbarkeit mit Gefahr verwechselt. Ich erzähle von einem Skiausflug in Sölden, bei dem mir dieser Mechanismus so klar wie selten begegnet ist. Was Psychologen den inneren Kritiker nennen, nenne ich den Affen und er klingt vernünftig, fürsorglich, fast schlau. Genau deshalb ist er gefährlich. Mit Karen Horney, Viktor Frankl und Alfred Adler. Bodenhaftung: Psychologie ohne Wellness-Kitsch.
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    11 分