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Mögen sie dich oder deine Erreichbarkeit?

Mögen sie dich oder deine Erreichbarkeit?

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Dein Kalender war schon voll, das wusstest du. Trotzdem kam das Ja, fast bevor die Frage zu Ende war. Jetzt sitzt du im Auto und spürst diesen dumpfen Groll, nicht gegen den, der gefragt hat, sondern gegen das Ja, das du selbst gesagt hast. In dieser Folge geht es nicht darum, wie du das Nein besser formulierst. Es geht um die Schicht darunter: Das automatische Ja ist keine Freundlichkeit, es ist Angst in höflicher Verpackung. Mit Naomi Eisenbergers Forschung zu sozialem Schmerz schaue ich darauf, warum Ablehnung im Körper dieselben Schmerzbahnen aktiviert wie ein physischer Schlag und warum dein System bei einem kurz irritierten Blick Alarm schlägt, als ginge es ums Überleben. Harriet Braikers „Disease to Please" beschreibt den Preis: das stille Versickern, bei dem du ständig etwas gibst, das du nie geben wolltest, bis der Tank leer ist und du nicht mal weißt, warum. Am Ende wird es unbequem: Wer Ja sagt, um gemocht zu werden, baut Beziehungen auf seiner Verfügbarkeit, nicht auf sich selbst. Irgendwann weißt du nicht mehr, ob die Leute dich mögen oder deine Erreichbarkeit. Die eigentliche Übung ist deshalb keine Formulierung sondern die Frage: Kannst du kurz aushalten, wer du bist, auch wenn du gerade nicht lieferst? Bodenhaftung: Psychologie ohne Wellness-Kitsch.
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