80 Jahre Bikini – Fluch und Segen
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Ein großer Schritt zur Emanzipation – oder zur neuen Körpernormierung?
Genau vor 80 Jahren, am 5. Juli 1946, erfand der Maschinenbauer Louis Réard den Bikini, der nach dem Bikini-Atoll im Pazifik, wo zuvor ein US-Atomwaffentest stattgefunden hatte, benannt wurde. Diese bewusste Assoziation mit „Sprengkraft“ als Marketingstrategie machte seinem Namen Ehre.
Cordula Meier und Mona Mönnig berichten über die Umstände der Erfindung, über die Anmeldung beim Patentamt und über die vielen Reaktionen auf die verschiedenen Bikini-Szenen in Filmen der 1950er- und 1960er-Jahre, wo zwischen Skandal und zögerlicher Akzeptanz alles möglich war.
Erinnert wird an Marilyn Monroe und Grace Kelly, die ihn in den 1950er-Jahren öffentlichkeitswirksam trugen, und an den Auftritt von Ursula Andress als Bond-Girl Honey Ryder in James Bond 007 jagt Dr. No als endgültiges Chiffre für sexuelle Befreiung und weibliche Selbstinszenierung.
Vor allem aber werden die Gesprächspartnerinnen von der Frage geleitet: War der Bikini ein Etappensieg auf dem Weg zur weiblichen Selbstbestimmung – oder war es der Moment, in dem sich die Kontrolle über den weiblichen Körper nur von der Verhüllungsnorm zur Sichtbarkeitsnorm verschoben hat?