『Erlesene Erzählungen, Band 1』のカバーアート

Erlesene Erzählungen, Band 1

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Erlesene Erzählungen, Band 1

著者: Anatole France
ナレーター: Friedrich Frieden
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Dieses Hörbuch enthält folgende Erzählungen: Crainquebille, Putois, Gedanken eines Hundes, Die Krawatte, Die großen Manöver von Montil, Der verkannte Patriot, Das doppelte Gesicht, Der Siegelring, Die Signora Chiara, Die rechtschaffenen Richter, Der Christ des Ozeans, Ein Traum, Sancta Justitia, Hausdiebstahl, Der kleine Schornsteinfeger. Die Schriften der französischen Prosa-Ikone Anatole France wurden zu Beginn des letzten Jahrhunderts vom Vatikan auf den Index verbotener Bücher gesetzt. Ob bei den offiziellen europäischen Gottes-Profis inzwischen ein Umdenken stattgefunden hat ist zu bezweifeln. Jedenfalls zeugen die Erzählungen des Anatole France von einem großartigen Verständnis der praktischen Welt und einem sehr gutem Verständnis der menschlichen Natur – wahrscheinlich deswegen für den Vatikan unverständlich. „Crainquebille“ ist die Geschichte eines selbständigen Gemüsehändlers, der durch eine berufliche Situation bedingt in einen harmlosen kleinen Streit mit einem Polizisten gerät, in dessen Folge ein Orkan der Vernichtung über den fleißigen und ehrlichen Mann hinwegfegt. Ein winziges unverschuldetes Ereignis zerstört für immer sein Leben. „Putois“ ist die Geschichte einer Familie, deren Mitglieder keine Lust mehr haben eine entfernte Verwandte dauerhaft Sonntags besuchen zu müssen, weil die gesellschaftliche Etikette es verlangt, also überlegen sich die dienstältesten Semester eine kleine, aber feine Ausrede. Daraus entsteht eine so gewaltige Lügen-Lawine, dass sich diese erfundene Legende in der Realität manifestiert und schließlich ein praxistauglicher Mythos daraus wird, der beständig weiter existiert. In „Gedanken eines Hundes“ gerät die Seelenwelt eines Hundes völlig durcheinander, weil alles, was er von der Welt – seiner Vorstellung von der Welt – bisher zu wissen glaubte durch einen Umzug seines Herrchens durcheinander gewirbelt wird. „Die Krawatte“ zeigt auf, dass manche Menschen sich nicht davon abbringen lassen (können) ihren einmal erst aufgenommenen Gesprächsfaden bzw. ihren Narrativ-Monolog bis zum Ende weiterzuspinnen – da mag kommen was wolle. „Die großen Manöver von Montil“ berichtet von einem General, dem seine Brigade abhanden gekommen ist. „Der verkannte Patriot“ gibt ein Beispiel dafür, dass es sich bei selbsternannten Patrioten jedes Landes immer um die tatsächlichen Volksverräter und -feinde jeder humanistischen Kultur handelt. „Das doppelte Gesicht“ beleuchtet den mysteriösen Umstand, innerhalb dessen eine Ehefrau behauptet, einen Freund der Familie in dem Augenblick in ihrem Spiegel gesehen zu haben, in welchem derselbige wie sich herausstellt im Begriff war Selbstmord zu begehen. „Der Siegelring“ erzählt von einem Mann fortgeschrittenen Alters, der sein Leben etwas aufpeppen will durch Kontaktaufnahme mit einer alte Bekannten, die inzwischen morphiumsüchtig ist und der angeblich unglaublich geschichtsträchtigen Bedeutung eines außergewöhnlichen Ringes – ob ihn diese peinliche Verhaltensweise wieder in den gesellschaftlichen Focus rückt? „Die Signora Chiara“ bekommt etwas zu häufig Besuch von einem gutaussehenden Jüngling, so dass sich der Ehemann genötigt sieht entsprechende Maßnahme zu ergreifen. „Die rechtschaffenen Richter“ bildet den Dialog zweier mobiler Richter ab, von denen der eine bei der Rechtsprechung an der wortgetreuen Auslegung der Bibelvariante 2684 oder welcher auch immer festhält und der andere mit Menschlichkeit und Verstand die Fälle zu bewerten trachtet. Auch deren beider Pferde kommen zu Wort. „Der Christ des Ozeans“ berichtet von einem hölzernen Kruzifix inklusive Jesusportrait, dass an die Küste eines französischen Dorfes angeschwemmt wird – sendet Gott ein aktuelles Zeichen? Die Kirche weiß Rat und nutzt die Gunst der Stunde, um ein kostspieliges nagelneues mit Diamanten verziertes Kreuzsymbol auf dem Rücken der Bevölkerung zu finanzieren. In „Ein Traum“ beschreibt der Ich-Erzähler ein groteskes Szenario, dessen Deutung am Ende einem vertrauten Zuhörer überlassen wird. „Sancta Justitia“ erzählt von einem Richter, der intellektuell nicht in der Lage ist zwischen einer religiösen und strafrechtlichen Übertretung zu differenzieren. Dabei wird aufgezeigt wie dieser geistige Defekt direkten Einfluss auf dessen Vernehmungsmethoden und Urteilssprüche ausübt und wie die Sprache dabei misshandelt wird ohne dass sich der Richter dessen bewusst ist. „Hausdiebstahl“ handelt von einem Frauengefängnis mit vom Gesetzgeber vorgeschriebenen menschenunwürdigen Verhaltensregeln für die Inhaftierten, bei welchem der Direktor über so viel Einsicht in diese der Praxis untauglichen Rahmenbedingungen besitzt, dass er den Insassinnen Ratschläge gibt wie diese die sinnlosen Vorschriften ohne Fehlverhalten umgehen können.

©gemeinfrei (P)2027 LILYLA Hörbuch-Editionen
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