Ich befinde mich gerade im Ausland. Vielleicht empfinde ich gerade deshalb die politischen Diskussionen der letzten Wochen, die ich den Medien entnehme, als ziemlich surreal.
In dieser aufgeheizten Gemengenlage setzt die heutige Folge des #RuhrPottGast – eine Woche vor der Bundestagswahl – vielleicht einen erfrischenden Kontrapunkt.
Denn mein Interviewgast Tessa Ganserer, die derzeit noch den Wahlkreis Nürnberg als Bundestagsabgeordnete vertritt, steht nicht im Verdacht, ihre Meinung an tagespolitischen Empörungswellen ausrichten zu müssen. Schon im Spätsommer hatte sie bekannt gegeben, noch lange vor dem Bruch der Ampelkoalition, hatte sich bekannt gegeben, nicht mehr für die folgende Legislaturperiode zu kandidieren.
Wir (meine studentische Mitarbeiterin hatte ich mit nach Berlin genommen, sie hatte auch den Kontakt zu Tessa Ganserer aufgenommen) sprechen ausführlich über Tessa Ganserers Werdegang und über die Motivation von Menschen, sich politisch zu engagieren.
Aber natürlich auch über ihre politischen Inhalte. Und hier bin ich ehrlich: Während ich zu den Themen der nachhaltigen Entwicklung schon allein berufsbedingt viele inhaltliche Schnittmengen entdeckte, hatte ich zu queeren Themen in der Politik vorab noch recht wenig Bezug.
„Ich bin Frühaufsteherin,
Kaffeetrinkerin,
Linkshänderin,
zielstrebig und unnachgiebig, wenn es um die Sache geht –
und manchmal kann ich auch kratzbürstig sein.“
So hatte sich Tessa Ganserer auf einem Parteitag vorgestellt. Das versprach eine spannende Diskussion in unserem Gespräch. Bei dem wir eine angenehm nachdenkliche und fundierte Gesprächspartnerin vorfanden, die betonte, dass es bei queeren Themen nicht darum gehe, jemandem etwas wegzunehmen, sondern allen Menschen dieselben Rechte zuteil werden zu lassen.
Und hier schließt sich der Kreis zu den aktuellen politischen Debatten.
In Zeiten einer immer stärker wahrnehmbaren Polarisierung ist es insbesondere für marginalisierte Gruppen schwierig, sich in diesem schwierigen Klima Gehör zu verschaffen.
Vorurteile, die sich in der Gesellschaft hineingefressen haben, drohen, sich durch das Wahlverhalten Bahn zu brechen.
Ich fand das Interview mit Tessa Ganserer persönlich als sehr bereichernd. Und ich bin wie immer gespannt auf euer Feedback!
Genereller Hinweis für alle Gespräche: Alle
Gesprächspartnerinnen und -partner in diesem Podcast-Projekt
geben grundsätzlich ihre Meinung bzw. die Meinung der
Organisation/Institution, die sie vertreten, wider, die sich
nicht notwendigerweise mit der Meinung des Podcasters decken
muss.
Quellenangabe zur Lizenz der Intro-/Outro-Musik:
„Blue Fish“ von Shay Brahem x Fachhochschule Dortmund,
CC BY 4.0