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WortMelder

WortMelder

著者: Andrea Radtke Carmen Voigt und Aileen Pinkert Universität Erfurt
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Jeden Tag suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Erfurt nach Antworten auf gesellschaftlich relevante Fragen. Im Wissenschaftspodcast WortMelder wollen wir ihnen auf den Zahn fühlen und mit ihnen über Themen sprechen, die uns alle angehen.

Universität Erfurt, Hochschulkommunikation
社会科学 科学
エピソード
  • Geschlechtersensible Medizin – Warum gleiche Behandlung nicht immer gerecht ist
    2026/07/22

    „Wir müssen Patientinnen stärken – vor allem aber müssen wir Ärztinnen besser darin schulen, Symptome von Anfang an ernst zu nehmen“, sagt Dr. Sarah Eitze.

    Herzinfarkte werden bei Frauen häufig später erkannt. Endometriose bleibt oft jahrelang undiagnostiziert. Medikamente wirken bei Frauen und Männern teilweise unterschiedlich. Gleichzeitig gelten viele medizinische Erkenntnisse noch immer als Standard, obwohl sie überwiegend an männlichen Probanden gewonnen wurden.

    „Endometriose betrifft Millionen Menschen. Dass viele trotzdem im Stillen leiden und jahrelang ohne Diagnose bleiben, sollte sich keine Gesellschaft leisten“, sagt Dr. Sigrid März.

    In dieser Folge des WortMelder-Podcast sprechen wir darüber, warum Geschlecht in der Medizin eine wichtige Rolle spielt – biologisch ebenso wie gesellschaftlich. Gemeinsam mit der Gesundheitswissenschaftlerin Dr. Sarah Eitze und der Wissenschaftsjournalistin Dr. Sigrid März geht es um Forschungslücken, stereotype Vorstellungen im medizinischen Alltag und die Frage, wie eine geschlechtersensible Medizin dazu beitragen kann, Diagnosen schneller zu stellen, Therapien individueller anzupassen und die Versorgung aller Menschen zu verbessern.

    Dabei wird deutlich: Geschlechtersensible Medizin bedeutet nicht, Menschen unterschiedlich wertzuschätzen. Sie bedeutet, Unterschiede dort zu berücksichtigen, wo sie medizinisch relevant sind – damit alle Menschen die bestmögliche Behandlung erhalten können.

    Dr. Sarah Eitze ist Gesundheitswissenschaftlerin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Gesundheitskommunikation der Universität Erfurt. Sie beschäftigt sich mit Wissenschafts- und Gesundheitskommunikation sowie der Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich vermittelt werden können. Im Verbundprojekt GendiMedNet verantwortet sie die Wissenschaftskommunikation zu geschlechtersensibler Medizin.

    Dr. Sigrid März ist promovierte Biologin, Wissenschaftsjournalistin und Autorin. Sie recherchiert und schreibt vor allem zu Medizin- und Gesundheitsthemen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Stefanie Burghaus veröffentlichte sie den Ratgeber „Let’s talk about Endometriose“ und setzt sich dafür ein, medizinisches Wissen verständlich und evidenzbasiert zu vermitteln.

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    54 分
  • Allein unter vielen: Der Alltag in DDR-Kinderkrippen
    2026/07/03

    „Die Forschung zeigte, dass sich Kinder in Familien im Durchschnitt besser entwickelten – politisch erwünscht waren diese Ergebnisse jedoch nicht“, sagt PD Dr. Carolin Wiethoff.

    Wie erlebten Säuglinge und Kleinkinder den Alltag in den DDR-Krippen der 1950er- und 1960er-Jahre? Die Historikerin PD Dr. Carolin Wiethoff zeigt in dieser „WortMelder“-Podcastfolge, wie politische Ziele, Personalmangel und institutionelle Zwänge das Leben der jüngsten DDR-Bürger*innen prägten – und warum die Perspektive der Kinder lange übersehen wurde.

    Auf Basis bislang wenig ausgewerteter Quellen wird deutlich, dass viele Kinder trotz großer Gruppen nur wenig individuelle Zuwendung erhielten und insbesondere in Wochenkrippen und Säuglingsheimen häufig lange von ihren Eltern getrennt waren. Gleichzeitig dokumentierten zeitgenössische Studien bei den Kindern bereits früh Entwicklungsverzögerungen und gesundheitliche Probleme.

    Das Gespräch macht deutlich, wie eng der Ausbau des Krippensystems mit den politischen und wirtschaftlichen Zielen der DDR verbunden war. Die Einrichtungen sollten nicht nur die Erwerbstätigkeit von Frauen ermöglichen, sondern auch zur Gestaltung der sozialistischen Gesellschaft beitragen. Forschungsergebnisse, die auf Probleme und Risiken für die Kinder hinwiesen, gerieten dadurch in Konflikt mit staatlichen Vorgaben und wurden zunehmend reglementiert.

    PD Dr. Carolin Wiethoff ist seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Erfurt. In Forschung und Lehre beschäftigt sie sich insbesondere mit der Geschichte von Bildung und Erziehung, reformpädagogischen Entwicklungen sowie Bildungsreformen im 19. und 20. Jahrhundert. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in der historischen Kindheitsforschung und der Bildungsgeschichte der DDR. Sie promovierte an der Universität Potsdam mit einer Arbeit zur Rentenversicherung und beruflichen Rehabilitation in der DDR und war zuvor Stipendiatin des Forschungsnetzwerkes Alterssicherung (FNA) der Deutschen Rentenversicherung BUND.

    Mehr zu ihrem Buch „Allein unter vielen – Alltag, Ausbau und Krise der Kinderkrippen in der DDR 1950-1968“ findet ihr unter: https://www.uni-erfurt.de/erziehungswissenschaftliche-fakultaet/fakultaet/aktuelles/publikationen/publikation-detail/publikation-allein-unter-vielen

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    36 分
  • Teacher Well-Being: Lehrkräfte stärken heißt Schule stärken
    2026/05/20

    „Wir wollen doch, dass Lehrkräfte, denen wir unsere Kinder anvertrauen, ihr Bestes geben können“, sagt PD Dr. Benjamin Dreer-Göthe.

    Der Lehrerberuf gilt als anstrengend, belastend, manchmal sogar als abschreckend. Über Lehrkräftemangel, Burnout oder Unterrichtsausfall wird regelmäßig diskutiert. Doch was passiert, wenn der Blick fast ausschließlich auf Überforderung gerichtet ist? Genau darüber spricht PD Dr. Benjamin Dreer-Göthe in dieser „WortMelder“-Folge. Der Bildungsforscher beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Teacher Well-Being – also mit der Frage, wie Lehrkräfte langfristig gesund, motiviert und wirksam arbeiten können. Sein Ausgangspunkt dabei: Wohlbefinden bedeutet nicht einfach nur, Stress zu vermeiden.

    Es geht um die Frage, wie Schulen gestaltet sein müssen, damit Lehrkräfte gesund, motiviert und wirksam arbeiten können: Welche Rolle spielen Schulklima, Führung und psychologische Sicherheit? Warum entstehen viele Belastungen strukturell? Und wie können Schulen gemeinsam Routinen hinterfragen, um wieder mehr Raum für gute pädagogische Arbeit zu schaffen?

    Denn klar ist: Die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften sind immer auch die Lernbedingungen der Schüler*innen.

    PD Dr. Benjamin Dreer-Göthe ist Wissenschaftlicher Geschäftsführer der Erfurt School of Education an der Universität Erfurt. In Forschung und Lehre beschäftigt er sich insbesondere mit dem Wohlbefinden von Lehrkräften – sowohl in der Ausbildung als auch im Berufsalltag. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit liegen im Mentoring und in der Professionalisierung der Lehrkräftebildung. Er ist Mitglied der Expert*innengruppe „Well-being at School“ der Europäischen Kommission. Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt er zuletzt den „Outstanding Paper Award 2024“ des Emerald Publishing für seinen und den bis heute noch meisten gelesenen Artikel über den Stand der Forschungsliteratur zum Thema Wohlbefinden und Mentoring angehender Lehrkräfte im Fachmagazin „International Journal of Mentoring and Coaching in Education“.

    Sein neues Buch „The Ultimate Guide to Teacher Well-Being“ findet ihr unter: https://www.emerald.com/books/monograph/21474/The-Ultimate-Guide-to-Teacher-Well-Being⁠

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    43 分
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