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WortMelder

WortMelder

著者: Andrea Radtke Carmen Voigt und Aileen Pinkert Universität Erfurt
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Jeden Tag suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Erfurt nach Antworten auf gesellschaftlich relevante Fragen. Im Wissenschaftspodcast WortMelder wollen wir ihnen auf den Zahn fühlen und mit ihnen über Themen sprechen, die uns alle angehen.

Universität Erfurt, Hochschulkommunikation
社会科学 科学
エピソード
  • Allein unter vielen: Der Alltag in DDR-Kinderkrippen
    2026/07/03

    „Die Forschung zeigte, dass sich Kinder in Familien im Durchschnitt besser entwickelten – politisch erwünscht waren diese Ergebnisse jedoch nicht“, sagt PD Dr. Carolin Wiethoff.

    Wie erlebten Säuglinge und Kleinkinder den Alltag in den DDR-Krippen der 1950er- und 1960er-Jahre? Die Historikerin PD Dr. Carolin Wiethoff zeigt in dieser „WortMelder“-Podcastfolge, wie politische Ziele, Personalmangel und institutionelle Zwänge das Leben der jüngsten DDR-Bürger*innen prägten – und warum die Perspektive der Kinder lange übersehen wurde.

    Auf Basis bislang wenig ausgewerteter Quellen wird deutlich, dass viele Kinder trotz großer Gruppen nur wenig individuelle Zuwendung erhielten und insbesondere in Wochenkrippen und Säuglingsheimen häufig lange von ihren Eltern getrennt waren. Gleichzeitig dokumentierten zeitgenössische Studien bei den Kindern bereits früh Entwicklungsverzögerungen und gesundheitliche Probleme.

    Das Gespräch macht deutlich, wie eng der Ausbau des Krippensystems mit den politischen und wirtschaftlichen Zielen der DDR verbunden war. Die Einrichtungen sollten nicht nur die Erwerbstätigkeit von Frauen ermöglichen, sondern auch zur Gestaltung der sozialistischen Gesellschaft beitragen. Forschungsergebnisse, die auf Probleme und Risiken für die Kinder hinwiesen, gerieten dadurch in Konflikt mit staatlichen Vorgaben und wurden zunehmend reglementiert.

    PD Dr. Carolin Wiethoff ist seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Erfurt. In Forschung und Lehre beschäftigt sie sich insbesondere mit der Geschichte von Bildung und Erziehung, reformpädagogischen Entwicklungen sowie Bildungsreformen im 19. und 20. Jahrhundert. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in der historischen Kindheitsforschung und der Bildungsgeschichte der DDR. Sie promovierte an der Universität Potsdam mit einer Arbeit zur Rentenversicherung und beruflichen Rehabilitation in der DDR und war zuvor Stipendiatin des Forschungsnetzwerkes Alterssicherung (FNA) der Deutschen Rentenversicherung BUND.

    Mehr zu ihrem Buch „Allein unter vielen – Alltag, Ausbau und Krise der Kinderkrippen in der DDR 1950-1968“ findet ihr unter: https://www.uni-erfurt.de/erziehungswissenschaftliche-fakultaet/fakultaet/aktuelles/publikationen/publikation-detail/publikation-allein-unter-vielen

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    36 分
  • Teacher Well-Being: Lehrkräfte stärken heißt Schule stärken
    2026/05/20

    „Wir wollen doch, dass Lehrkräfte, denen wir unsere Kinder anvertrauen, ihr Bestes geben können“, sagt PD Dr. Benjamin Dreer-Göthe.

    Der Lehrerberuf gilt als anstrengend, belastend, manchmal sogar als abschreckend. Über Lehrkräftemangel, Burnout oder Unterrichtsausfall wird regelmäßig diskutiert. Doch was passiert, wenn der Blick fast ausschließlich auf Überforderung gerichtet ist? Genau darüber spricht PD Dr. Benjamin Dreer-Göthe in dieser „WortMelder“-Folge. Der Bildungsforscher beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Teacher Well-Being – also mit der Frage, wie Lehrkräfte langfristig gesund, motiviert und wirksam arbeiten können. Sein Ausgangspunkt dabei: Wohlbefinden bedeutet nicht einfach nur, Stress zu vermeiden.

    Es geht um die Frage, wie Schulen gestaltet sein müssen, damit Lehrkräfte gesund, motiviert und wirksam arbeiten können: Welche Rolle spielen Schulklima, Führung und psychologische Sicherheit? Warum entstehen viele Belastungen strukturell? Und wie können Schulen gemeinsam Routinen hinterfragen, um wieder mehr Raum für gute pädagogische Arbeit zu schaffen?

    Denn klar ist: Die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften sind immer auch die Lernbedingungen der Schüler*innen.

    PD Dr. Benjamin Dreer-Göthe ist Wissenschaftlicher Geschäftsführer der Erfurt School of Education an der Universität Erfurt. In Forschung und Lehre beschäftigt er sich insbesondere mit dem Wohlbefinden von Lehrkräften – sowohl in der Ausbildung als auch im Berufsalltag. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit liegen im Mentoring und in der Professionalisierung der Lehrkräftebildung. Er ist Mitglied der Expert*innengruppe „Well-being at School“ der Europäischen Kommission. Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt er zuletzt den „Outstanding Paper Award 2024“ des Emerald Publishing für seinen und den bis heute noch meisten gelesenen Artikel über den Stand der Forschungsliteratur zum Thema Wohlbefinden und Mentoring angehender Lehrkräfte im Fachmagazin „International Journal of Mentoring and Coaching in Education“.

    Sein neues Buch „The Ultimate Guide to Teacher Well-Being“ findet ihr unter: https://www.emerald.com/books/monograph/21474/The-Ultimate-Guide-to-Teacher-Well-Being⁠

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    43 分
  • Iran-Krieg: Wie Desorientierung Medien und Politik in die Irre führt
    2026/04/23

    „Wir nehmen Trump immer noch viel zu ernst, statt die Tiefenstrukturen der Irrationalität seiner Politik klar freizulegen“, sagt Prof. Dr. Kai Hafez.

    Die aktuelle mediale Berichterstattung zum Krieg im Iran ist geprägt von Unsicherheit, offenen Fragen und widersprüchlichen Einschätzungen. Ob Waffenruhen halten, Verhandlungen zustande kommen oder politische Strategien überhaupt existieren, bleibt oft unklar. Diese Ungewissheit ist jedoch nicht nur Teil des Konflikts selbst – sie verweist auch auf grundlegende Probleme in Medien und Politik, sagt unser Gast dieser Podcastfolge – Prof. Dr. Kai Hafez, Professor für Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Vergleichende Analyse von Mediensystemen und Kommunikationskulturen. Wenn es um Iran und den Nahen Osten geht, fehle es nur allzu oft an Einordnung, Kontext und einem tieferen Verständnis der Region. Im Gespräch analysiert Prof. Dr. Kai Hafez genau diese Defizite. Seine zentrale These: Der Westen leidet unter einer strukturellen Desorientierung im Umgang mit dem Nahen Osten. Medien berichteten oft fragmentarisch, orientierten sich stark an eigenen Interessen und staatlichen Quellen, ohne diese ausreichend zu hinterfragen. Gleichzeitig mangele es an Wissen, Expertise und historischer Perspektive – sowohl im Journalismus als auch in der Politik. Die Folge seien Fehleinschätzungen, die politische Entscheidungen beeinflussen und Konflikte verschärfen können, aber auch die Berichterstattung der etablierten Massenmedien in eine Schieflage bringen.

    Diese „WortMelder“-Folge beleuchtet, wie eng Medien, Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit miteinander verwoben sind – und warum ihre jeweiligen Schwächen sich gegenseitig verstärken. Hafez kritisiert eine oberflächliche Berichterstattung („In diesen Kriegen auf Distanz reichen unsere Waffen tausende Kilometer weit, wir sehen aber nicht, was wir damit anrichten – genau dann sind die Medien in der Pflicht, diese Lücke zu füllen“), eine zu unkritische Außenpolitik und eine passive Öffentlichkeit. Gleichzeitig formuliert er konkrete Forderungen: Mehr unabhängigen Journalismus, stärkere internationale Expertise und eine aktivere demokratische Debatte. Deutliche Worte und eine Folge über Wahrnehmung, Macht und die Frage, wie informierte Urteilsfähigkeit in Zeiten von Krieg überhaupt möglich ist.

    Prof. Dr. Kai Hafez ist Kommunikations- und Politikwissenschaftler mit einem besonderen Schwerpunkt auf vergleichender Medienforschung sowie globalen Kommunikationskulturen. Als Professor an der Universität Erfurt forscht und lehrt er zu Medien, Politik und Gesellschaft in internationaler Perspektive. In seiner wissenschaftlichen und beratenden Tätigkeit widmet er sich insbesondere Fragen von Migration, Islam und Medien, interkultureller Kommunikation sowie den Wechselwirkungen von Öffentlichkeit, Demokratie und globalen Transformationsprozessen.

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    52 分
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