Wenn dein Hund weiß, wer zuschaut – der Audience Effect bei Hunden (Episode 10)
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Verhält sich dein Hund anders, sobald jemand zuschaut? In dieser Folge von Fell & Fakten geht es um den sogenannten Audience Effect (Zuschauer-Effekt) und darum, wie stark die Anwesenheit eines Menschen oder eines anderen Hundes das Ausdrucksverhalten beeinflussen kann. Die Studie von Pedretti et al. (2022) zeigte, dass Hunde bei Frustration unter anderem häufiger Naselecken, Blinzeln, bestimmte Ohrenstellungen, Schwanzwedeln und Fiepen zeigten, wenn ein aufmerksamer Mensch anwesend war. Die Studie von 2024 erweiterte diese Frage und zeigte, dass Hunde gegenüber einem anderen Hund noch einmal anders reagierten als gegenüber einem Menschen – unter anderem mit mehr Lippenlecken, Hecheln, Fiepen und stärkerem Distanzhalten. Besonders spannend: Nicht jedes vermeintliche „Stresssignal“ lässt sich ausschließlich durch Stress erklären, denn einige Verhaltensweisen wurden vor allem dann gezeigt, wenn überhaupt ein sozialer Partner anwesend war. Für den Alltag bedeutet das: Einzelne Signale wie Wedeln, Naselecken oder Wegschauen sollten nie isoliert interpretiert werden. Entscheidend sind immer Situation, Körpersprache und die Frage, wer gerade anwesend ist und wohin dessen Aufmerksamkeit gerichtet ist. Diese Folge hilft dir dabei, die feinen Signale deines Hundes differenzierter zu lesen und vorschnelle Deutungen zu vermeiden.
🐾 Wenn du jemanden kennst, der Hundeverhalten gern besser verstehen möchte, teile diese Folge gerne und schick sie an andere Hundehalterinnen und Hundehalter, für die diese Erkenntnisse hilfreich sein könnten.
Die Folge basiert auf diesen Veröffentlichungen:
1) Pedretti et al., 2022: Audience effect on domestic dogs’ behavioural displays and facial expressions
2) Pedretti et al., 2024: Intra and interspecific audience effect on domestic dogs' behavioural displays and facial expressions
Instagram: @Dr.Franziska.Kuhne
Musik: Ian-Marius Ibiss