エピソード

  • Hanna Veiler: Jung, jüdisch, wütend. Wie viel Zukunft haben junge Juden in Deutschland?
    2026/10/22

    Drei Jahre sind seit dem 7. Oktober 2023 vergangen. Drei Jahre, in denen sich für die meisten Juden in Deutschland etwas grundlegend verändert hat. Freundschaften sind zerbrochen, politische Gewissheiten verloren gegangen und die Frage, ob man in diesem Land eine Zukunft hat, wird gerade von jungen Juden immer offener diskutiert.

    Gleichzeitig erleben wir eine politische Radikalisierung. Die AfD ist längst eine feste Größe in der deutschen Politik und in Berlin verhandeln SPD und Grüne über eine Regierung mit einer Linkspartei, deren Umgang mit Judenhass erhebliche Fragen aufwirft. Was bedeutet diese Entwicklung für eine Generation, die mit dem Versprechen aufgewachsen ist, dass jüdisches Leben in Deutschland wieder selbstverständlich sein soll?

    Darüber sprechen wir mit Hanna Esther Veiler, Präsidentin der European Union of Jewish Students. Sie gehört zu den profilierten jungen jüdischen Stimmen in Deutschland, und in ihrem neuen Buch beschäftigt sie sich mit Fragen nach jüdischer Identität und Zukunft, die ans Eingemachte gehen.

    Zum Buch "Jung, jüdisch, wütend": https://www.piper.de/buecher/jung-juedisch-wuetend-isbn-978-3-492-06799-7

    Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V. www.werteinitiative.de

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    37 分
  • Sharon Brauner: Wenn Heimat fremd wird. Über Berlin, Entfremdung und Abschied
    2026/10/08

    Berlin ist für Sharon Brauner mehr als einfach eine Stadt. Sie ist hier geboren und aufgewachsen, hat auf den Bühnen dieser Stadt gestanden, Berlin besungen und ihm sogar eine ganze Revue gewidmet. Umso mehr trifft ihr neuer Song „Kind dieser Stadt“. Denn er ist Liebeserklärung und Abschied zugleich. Sharon singt über ihr Berlin – aber auch darüber, wie sich eine Stadt verändern kann, bis man sich in der eigenen Heimat nicht mehr zu Hause fühlt. Wir sprechen darüber, wann aus diesem Gefühl ein Lied wurde, was es bedeutet, eine Stadt verlassen zu wollen, die ein Teil der eigenen Identität ist – und was von der Liebe zu Berlin bleibt, wenn man geht.

    Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

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    30 分
  • Nicolas Stampe: Zwischen Empathie, Konfrontation und Abwehr. Wie das Projekt ZADA Antisemitismus begreifbar macht
    2026/10/02

    Wer über Antisemitismus spricht, stößt oft auf dieses Problem: Man erreicht vor allem diejenigen, die ohnehin schon sensibilisiert sind. Bei anderen setzt schnell die Abwehr ein. Sie fühlen sich beschuldigt, missverstanden oder sagen: Mit mir hat das nichts zu tun. Aber wie erreicht man gerade diese Menschen? Darüber hat sich Nicolas Stampe Gedanken gemacht. Herausgekommen ist das ZADA-Projekt. ZADA setzt auf einen immersiven Parcours, in dem Vorurteile, Wahrnehmung und Diskriminierung erfahrbar gemacht werden. Wir sprechen darüber, wie man Menschen für das Thema Antisemitismus öffnet, wo die Grenzen eines niedrigschwelligen Ansatzes liegen – und was am Ende tatsächlich dabei hilft, antisemitische Denkweisen zu erkennen und zu verändern.

    Mehr zum Projekt unter: https://zada-germany.com/

    Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

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    24 分
  • Blitz-WI-Talk: Martin Hikel: Wie jüdisches Leben aus Berlin verschwindet. Bleibt die Chanukkia auf dem Neuköllner Rathaus sichtbar?
    2026/09/29

    Es sind schockierende Nachrichten: Am Rathaus Neukölln soll die Chanukkia abgenommen werden. In den vergangenen Jahren wurde im Dezember an acht Abenden auf dem Balkon des Rathauses je eine Kerze entzündet. Der Verein Hillel sagte die bevorstehende Zeremonie wegen des Wahlausgangs in Neukölln nun ab. Dort hat die Linke über dreißig Prozent der Stimmen bekommen und wird voraussichtlich den nächsten Bürgermeister stellen. Der Leuchter soll an einen neutralen Ort kommen. Es wird in Neukölln ein sichtbares Zeichen jüdischen Lebens weniger geben. Wird jüdisches Leben Stück für Stück verdrängt?

    Darüber sprechen wir mit dem amtierenden Bezirksbürgermeister Martin Hikel.

    Zum Bild-Artikel: https://www.bild.de/politik/inland/abzug-aus-rathaus-neukoelln-juden-retten-ihr-heiliges-licht-vor-linken-6aba6defe82a6edc94e197bf

    Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

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    11 分
  • Ahmad Mansour: Buchvorstellung: Haltung ohne Hass. Über Radikalisierung, Resilienz und eine neue Streitkultur
    2026/09/07

    Wenn wir von Radikalisierung sprechen, denken wir oft zuerst an Gewalt und Anschläge. Doch Radikalisierung beginnt viel früher. Einer, der sagt, dass wir handeln müssen, bevor wir die Gewalt sehen, ist Ahmad Mansour. Er ist Psychologe und Autor und hat Radikalisierung, aber auch Deradikalisierung am eigenen Leib erlebt.

    In seinem neuen Buch "Haltung ohne Hass" beschäftigt er sich mit den Mechanismen und Faktoren hinter Radikalisierung. Mansour arbeitet mit Jugendlichen und Lehrkräften, entwickelt Präventionsprogramme und berät auch die Bundesregierung bei der Frage, wie man Islamismus und Radikalisierung frühzeitig begegnen kann. In diesem WI-Talk geht es deshalb nicht nur um die Analyse des Problems, sondern vor allem um die Frage, was wir tun können: Wie entsteht Radikalisierung? Was macht Menschen anfällig für einfache Weltbilder und Feindbilder? Wie können Schulen, Lehrkräfte und Gesellschaft früher gegensteuern? Und was brauchen wir, um Resilienz zu stärken und wieder zu einer offenen Streitkultur zurückzufinden?

    Foto: © Markus Höhn

    Zum Buch: https://www.piper.de/buecher/haltung-ohne-hass-isbn-978-3-8270-1544-0

    Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

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    38 分
  • Stefan Dietl: Wir antisemitisch ist die AfD?
    2026/08/31

    Die AfD präsentiert sich gerne als besonders israelfreundlich und als entschiedene Gegnerin von Antisemitismus. Gleichzeitig finden sich in der Partei immer wieder Geschichtsrevisionismus, Verschwörungserzählungen über „Globalisten“ und Eliten sowie antisemitische Denkfiguren in modernisierter Sprache. Wie passt das zusammen? Und woran erkennt man Antisemitismus, wenn er nicht offen als solcher auftritt?

    Darüber sprechen wir mit dem Gewerkschafter, Journalisten und Autor Stefan Dietl. In seinem Buch „Antisemitismus und die AfD“ untersucht er die ideologischen Muster hinter einzelnen Äußerungen und Skandalen. Im Gespräch geht es darum, wie die AfD ihre vermeintliche Israelfreundlichkeit politisch nutzt und wie sich berechtigte Kritik an islamistischem Antisemitismus von dessen Instrumentalisierung unterscheiden lässt.

    Außerdem werfen wir einen Blick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen rechtem und linkem Antisemitismus: Warum begegnen uns trotz verschiedener Ideologien ähnliche Muster von Verschwörungsdenken, Freund-Feind-Logik und kollektiven Zuschreibungen?

    Und schließlich geht es um eine grundsätzliche Frage: Verläuft die entscheidende Grenze vielleicht weniger zwischen rechts und links – sondern zwischen demokratischem und autoritärem Denken?

    Zum Buch: https://www.verbrecherverlag.de/shop/antisemitismus-und-die-afd/

    Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

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    34 分
  • Tilman Tarach: Vom Mittelalter in die TAZ. Wie judenfeindliche Bilder die Jahrhunderte überdauern
    2026/08/20

    Israel als Täterstaat, Juden, die sich angeblich vom Opfer zum Täter entwickelt haben, Genozidvorwurf. All das wurde und wird so oft wiederholt, dass es in einigen Kreisen als unumstößliche Wahrheit gehandelt wird – Faktenresistenz inbegriffen. So inbegriffen, dass jemand in der TAZ über seinen Vater schreibt, der die Polio-Impfung nicht rechtzeitig erhalten haben soll, weil die Familie 1948 im israelisch-arabischen Krieg vertrieben wurde. Dass diese Impfung erst Jahre später erstmals zugelassen wurde – geschenkt. Wir wollen uns jedoch weniger auf die TAZ konzentrieren, sondern vielmehr fragen: wie ist es möglich, dass so etwas heute problemlos durchgewunken wird, und zwar nicht als journalistisches Versagen, sondern „Israelkritik“?

    Unser Gast ist der Jurist und Autor Tilman Tarach, der diesen Fall sehr pointiert kommentiert hat. Er beschäftigt sich mit der Ideen- und Wirkungsgeschichte des Antisemitismus. In seiner Arbeit zeigt er, wie sich Vorstellungen vom Gottesmörder, vom heimlichen Strippenzieher oder vom Juden als Täter verändert und bis in die heutige Wahrnehmung von Israel fortgesetzt haben.

    Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

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    32 分
  • Ingo Elbe: Antisemitismus in der postkolonialen Theorie. Wenn Juden zu weißen Unterdrückern gemacht werden
    2026/08/07

    Wie kann es sein, dass Menschen, die für Vielfalt, Menschenrechte und Gleichberechtigung eintreten, mit Terrororganisationen wie der Hamas sympathisieren? Warum wird etwa das islamische Regime im Iran oder Gruppen wie die Hamas oder Hisbollah von Teilen der progressiven Szene zu einem antikolonialen Widerstand verklärt – und das obwohl sie Frauen unterdrücken, Homosexuelle verfolgen und politische Gegner verfolgen, foltern und hinrichten? Zufall ist das nicht. Dahinter steckt ein Weltbild, das die Welt in Unterdrücker und Unterdrückte einteilt – und Israel dabei auf der Täterseite verortet.

    Bei uns ist der Philosoph und Antisemitismusforscher Ingo Elbe. Er arbeitet seit Jahren zu Antisemitismus, Marxismus und den ideologischen Grundlagen des gegenwärtigen Israelhasses. Wir tauchen ein in die theoretische ideologische Basis dieser Weltbilder und sprechen über postkoloniale Theorien.

    Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

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    41 分