An diesen Ort kommt man nicht einfach so. Beim ersten Versuch, eine Basis zu besuchen, stieg Alexandra ahnungslos aus dem Auto. Eine Soldatin schrie sie an, sie solle sofort zurücksteigen. Diesmal war es anders: Wochenlang wurden die Daten geprüft, Ausweisnummer, Gewicht, Augenfarbe. Erst kurz vorher kam die Freigabe. Alexandra und Benjamin Funk waren beim Tag der offenen Tür bei der Armee, dort, wo ihre Tochter dient. Handys eingesammelt, jede Kamera mit einem roten Punkt überklebt. Und dahinter eine Welt, die deutsche Hörer selten zu sehen bekommen. Sie erzählen von Familien, die kommen wie zu einem Fest, mit Oma und Opa. Vom stolzen Blick der Großeltern. Von Achtzehnjährigen, geschminkt, mit Locken, die sich in ihrer Aufgabe bewegen wie ein Fisch im Wasser. Von Etagenbetten und alten Matratzen neben Hightech-Ausrüstung. Und von dem Satz, der hier alles erklärt: Wer, wenn nicht du? Dazu die Lage der Woche: der wirtschaftliche Druck, den Trump auf den Iran aufbaut, die Hisbollah, die die ruhigen Wochen zum Aufrüsten genutzt hat, und die Frage, wie ein System reagiert, dem es nicht um Wirtschaft geht, sondern um Ideologie. Am Ende ein Vers, den Soldaten hier im Notizbuch bei sich tragen. Der Hüter Israels schläft und schlummert nicht. Tikwa heißt Hoffnung.
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