Reizdarmsyndrom
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Bauchschmerzen, plötzlicher Stuhldrang, die ständige Angst vor der nächsten Attacke – und organisch findet sich nichts?
Das Reizdarmsyndrom betrifft etwa 3 bis 5 Prozent der Bevölkerung und wird heute als Störung der Darm-Hirn-Interaktion auf biopsychosozialer Grundlage verstanden. In dieser Folge geht es um die psychologischen Faktoren, die die Beschwerden aufrechterhalten: katastrophisierende Gedanken, symptombezogene Angst, die gesteigerte Aufmerksamkeit auf jedes Zwicken im Bauch sowie Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten bis hin zu restriktivem Essverhalten und sozialem Rückzug.
Daraus leiten wir konkrete kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen ab – von der Psychoedukation über ein individuelles Störungsmodell bis zu Verhaltensexperimenten und Exposition, dem Umgang mit Scham und der Bedeutung von Therapieerwartungen mit ihren Placebo- und Nocebo-Effekten. Eine Folge für Psychotherapeut:innen, Ärzt:innen und alle, die Betroffene besser verstehen und wirksamer begleiten möchten.
Quelle: Stöckner L, Külpmann I, Icenhour A, Elsenbruch S. Das Reizdarmsyndrom: kognitiv-behaviorale Faktoren und Interventionen. PiD – Psychotherapie im Dialog 2024; 25: 57–62. DOI: 10.1055/a-2249-8252