Professor Doom oder Opportunität? Warum Sales-Led Commerce ein Systemdefekt ist | Zwei mit Schuss #104
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Hat er wirklich Systemdefekt gesagt? Professor Doom meint: Don't shoot the messenger, die Zahlen sind die Zahlen.
Das Modell, auf dem zumindest der Modehandel operiert: 18 Monate im Voraus committen, Mengen bündeln, maximale Auswahl in den Markt kippen und hoffen, dass der Silberblick in der Glaskugel stimmt. Wenn nicht – und er stimmt meistens nicht –, dann Rabatte. 30 bis 40 Prozent Rabattquote. Zudem Riesenprobleme mit Retouren, weil sich niemand mit Größen und Passformen beschäftigt. Am Ende der Saison 20 bis 30 Prozent Überhänge. 40.000 Tonnen pro Jahr in der chilenischen Wüste. Und die Working-Capital-Bindung? 170 Tage und mehr noch als vor Corona. Das ist kein Pech, das ist ein defektes System.
Die Gegenmodelle existieren. Zara operiert mit Überhängen unter einem Prozent und solider Profitabilität. Shein dreht die Logik komplett um: erst Nachfrage verstehen – Instagram, Social, Trends – dann kleine Testmengen, dann skalieren, was funktioniert. Innerhalb einer Woche im Markt. Kein Voodoo, ein anderes Modell. Ruppert hält dagegen: Schöne PowerPoint-These, aber operativ ein völlig anderes Spiel. Wo ist der Handlungsspielraum des Händlers, der am Tropf der Hersteller hängt?
In dieser Episode von „Zwei mit Schuss" – dem etwas anderen Business-Podcast über E-Commerce, Künstliche Intelligenz, Plattformökonomie, Innovation und Leadership – nimmt Stefan Wenzel den Professor-Doom-Stempel an und erklärt, warum Doom und Opportunität kein Widerspruch sind, während Ruppert Bodmeier live Sven Rittau Nachrichten tippt.
🔍 Themen dieser Folge:
Professor Doom und der K5-Nachgang: Warum Systemdefekt keine Beleidigung, sondern eine Diagnose ist
Sales-Led vs. Demand-Led Commerce: Schrotflinte vs. Skalpell
170 Tage Working Capital, 40 % Rabatt, 30 % Überhang – die Parameter des Defekts
Entscheidungsparalyse: Warum 19 Varianten Gelb zu null Conversions führen
Sortimentsproduktivität: Die Metrik, die niemandem gehört
Plattformökonomie: Warum Amazon kein Interesse an produktiven Sortimenten hat
Shein als digitales Zara: Nachfrage verstehen, klein testen, dann skalieren
Vororder vs. Replenishment: Warum das Verhältnis auf dem Kopf steht
40.000 Tonnen in der chilenischen Wüste: Kapitalineffizienz als Gesellschaftsproblem
🎙️ Über den Podcast
Zwei mit Schuss ist der etwas andere deutschsprachige Business-Podcast über E-Commerce, KI, Innovation & Leadership. Klartext, Humor und Tiefgang — keine Buzzwords, keine PowerPoint-Mythen.
🎧 Hosts: Stefan Wenzel & Ruppert Bodmeier Zwei bekannte Impulsgeber und Pioniere der deutschen Digitalszene.
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📩 Werbung & Kooperationen: zwei@mitschuss.com
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📖 Zum Buch: Stefan Wenzels „AGENTIC COMMERCE — Wie KI den Handel neu strukturiert und wer künftig entscheidet" beschreibt, wie nachfrageorientierte Modelle und datengetriebene Sortimentssteuerung die Logik des Handels umdrehen — und warum Plattformen die Daten hätten, aber nicht das Incentive. Mehr dazu auf https://rebrand.ly/h81hsfy
Keywords: Sales-Led Commerce, Demand-Led Commerce, Systemdefekt, K5, Sortimentsproduktivität, Shein, Zara, Inditex, Plattformökonomie, Amazon, Zalando, Working Capital, Vororder, Replenishment, Conversion Rate, Retouren, Fashion Retail, E-Commerce, Nachhaltigkeit, Kapitaleffizienz, Innovation, Leadership