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Podcast - Deutsch

Podcast - Deutsch

著者: Martin Burckhardt
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Dieser Podcast präsentiert Buchkapitel, die sich zu Audiostücke gewandelt haben, aber wird auch Gespräche mit anderen Autoren enthalten.

martinburckhardt.substack.comMartin Burckhardt
アート 文学史・文学批評 社会科学
エピソード
  • Im Gespräch mit ... Thomas Kestler
    2026/07/12

    Wie kommt ein Weltbild in die Welt? Wenn man die wunderbare Bemerkung des Karl Krauss (»Je näher man ein Wort ansieht, desto ferner sieht es zurück«) auf die Weltbildproduktion überträgt, mag man sich vielleicht nicht mehr über die Erkenntnis verwundern, dass gerade die einfachsten Sachverhalte sich als die abgründigsten Fragen erweisen. Aber weil sich Thomas Kestler schon als Schüler den Kopf über die Frage der Massenpsychologie zerbrochen hat, hat er sich für seine Habilitationsarbeit auf ein Terrain gewagt, vor dem seine akademischen Betreuer die Hände über dem Kopf zusammenschlugen. Zu riskant, zu grundsätzlich, zu wenig zu gewinnen. Seine Antwort: »Diesen Spaß gönne ich mir.« Dass aus diesem trotzigen Vergnügen ein voluminöses Werk über die motivationale Macht von Ideen wurde, erzählt einiges über die blinden Flecke der Politikwissenschaft – und war auf jeden Fall ein Anlass, mit ihm in ein Gespräch einzutreten.

    Dabei interessiert sich Thomas Kestler, Politikwissenschaftler mit einem Faible für die unbequemen Fragen, nicht für institutionelle Abläufe oder Wahlprogramme, sondern für das „ideologische Magma” – jenes Substrat aus Bildern, Erzählungen und Weltmodellen, das isolierte Individuen zu kollektiven Akteuren verschmilzt. Was treibt Menschen in Massenbewegungen? Warum hält sich die apokalyptische Vision der »Limits to Growth« hartnäckig im grünen Milieu, ungeachtet der Tat, dass die Prognosen längst von der Wirklichkeit widerlegt worden sind? Und weshalb, so eine seiner provokantesten Thesen, entsteht Massenmobilisierung nicht durch Manipulation von oben, sondern aus einem tiefen Bedürfnis der Einzelnen, die eigenen Grenzen zu überwinden?

    Thomas Kestler lehrt am Institut für Politikwissenschaft und Soziologie in Würzburg. Neben seiner publizistichen Arbeit (ua. für Cicero, die NZZ und die Zeit) trat Kestler, der ehedem bei den Grünen engagiert war, als Bundestagskandidat für die Freien Demokraten an.

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    1 時間 29 分
  • Im Gespräch mit Raphael M. Bonelli
    2026/06/02

    Lässt man sich auf die Gegenwart ein, kommt man nicht umhin, eine Form der allgemeinen Kopflosigkeit zu diagnostizieren (die der Psychoanalytiker Sam Vaknin mit der wunderbaren Bemerkung quittiert hat, er sei ein Zeitgenosse Shakespeares). Und weil die Verwirrung Programm ist (fair is foul and foul is fair), war dies ein Grund, mit dem Wiener Psychiater Raphael M. Bonelli ins Gespräch zu treten, der für die Gegenwart eine Art Thanatos-Trieb diagnostiziert und seiner Diagnose den Buchtitel „Kopflos“ gegeben hat. Nun ist Bonelli alles andere als ein zeitvergessener Kulturkritiker, sondern, als Bewohner der Aufmerksamkeitsökonomie, ein Zeitgenosse, der einen höchst erfolgreichen YouTube-Kanal initiiert hat. Mag sein, dass ihn dies für bestimmte Phänomene der Gegenwart – vom digitalen Geschwindigkeitsrausch bis zum moralischen Großspurigkeitstumor – sensibilisiert hat, so wie er auch in Gestalt seiner Patienten eine Zeitenwende feststellt. Letztlich aber überrascht Bonelli, als tiefer Optimist, mit einem DDR-Vergleich: Wie dort nach 70 Jahren die Wahrheit durchbrach, werde auch unsere Vernunft wieder siegen.

    Raphael M. Bonelli, der seine Karriere als Neurowissenschaftler begonnen hat (und zur Arzneimitteltherapie von Chorea Huntington publiziert hat), ist seit geraumer Zeit als Psychiater und systemischer Therapeut in Wien tätig. Neben der Arbeit mit seinen Patienten hat er die Zeit gefunden, seine Gedanken in höchst erfolgreichen Büchern niederzulegen.

    Raphael M. Bonelli hat u.a. veröffentlicht

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    48 分
  • Im Gespräch mit ... Thilo Bode
    2026/05/03

    Es gibt eine eigentümliche Ironie in der Geschichte der Umweltbewegung: Ausgerechnet jene, die einst mit spektakulären Aktionen die Industrie zum Zittern brachten, haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu braven Verwaltern des Status quo gewandelt. Thilo Bode, der als Greenpeace-Chef FCKW-freie Kühlschränke gegen den erbitterten Widerstand der Konzerne durchsetzte, zieht eine schonungslose Bilanz – und spart dabei nicht an Selbstkritik. Wenn einer, der sein halbes Leben dem Aktivismus gewidmet hat, zum Widerstand aufruft, stellt sich unweigerlich die Frage: Widerstand gegen wen eigentlich – gegen die Industrie, gegen die Politik, oder gegen die eigene Bewegung?

    Thilo Bode, der mit seinem vielbeachteten Buch Resist! Aufruf zum Widerstand soetwas wie eine politische Autobiographie vorgelegt hat, schaut darin auf ein Leben zurück, das ihm, von exponierter Stelle aus, einen tiefen Blick in die Verhältnisse erlaubt hat. Als junger Mann in der Entwicklungshilfe tätig, wurde er nach einem Intermezzo bei einem Mittelständler der Stahlindustrie zum Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, von 1995 bis 2001 zum CEO von Greenpeace International. 2001 gründete er die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und war bis zu seinem Ausscheiden Ende 2021 deren Internationaler Direktor.

    Thilo Bode hat veröffentlicht

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    1 時間 41 分
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