エピソード

  • 29. Grube Messel – UNESCO-Welterbe und paläontologische Goldgrube
    2026/04/24

    Die Grube Messel bei Darmstadt gehört zu den bedeutendsten Fossillagerstätten der Welt und ist seit 1995 UNESCO-Weltnaturerbe. Vor rund 47 Millionen Jahren entstand hier durch eine gewaltige Wasserdampfexplosion ein tiefer Kratersee, in dessen sauerstoffarmen Tiefen sich feinste Sedimente ablagerten. In diesem besonderen Milieu konnten abgestorbene Tiere und Pflanzen nahezu vollständig erhalten bleiben – oft inklusive Haut, Haaren oder sogar Mageninhalten. Das Ergebnis ist ein einzigartiges Fenster in eine tropische Lebenswelt des frühen Tertiärs.

    Die Fossilien aus Messel dokumentieren ein komplettes Ökosystem: Säugetiere, Vögel, Reptilien und Insekten sind in außergewöhnlicher Detailtiefe überliefert. Zu den bekanntesten Funden zählt das Messeler Urpferdchen, an dem sich die rasante Entwicklung der Säugetiere nach dem Aussterben der Dinosaurier nachvollziehen lässt. Mit dem Paläontologen und Geschäftsführer Philipp Havlik sprechen wir in dieser Folge von Paläotalk über die Entstehung der Lagerstätte, darüber, welche besonderen Fossilien hier geborgen wurden, und warum Messel bis heute als eine der wichtigsten Fundstellen für das Verständnis früher Säugetierökosysteme gilt.

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    1 時間
  • 28. Säugetiergebisse – Von Brechscheren und zahnlosen Säugetieren
    2026/04/17

    Kaum ein Merkmal verrät so viel über ein Tier wie seine Zähne. Bei Säugetieren spiegeln Gebisse Ernährung, Lebensweise und evolutionäre Anpassungen wider – von scharfen Reißzähnen bei Fleischfressern bis hin zu komplexen Mahlzähnen bei Pflanzenfressern. Form, Abnutzung und Anordnung der Zähne liefern dabei nicht nur Hinweise auf die Nahrung, sondern auch auf Entwicklung, Wachstum und ökologische Nischen – wie beispielsweise bei Lesmesodon edingeri, einem Hyaenodonten aus Messel.

    In einer neuen Studie wurde die Zahnfunktion von Lesmesodon und seinem nahen Verwandten analysiert. Das Ergebnis: Lesmesodon hatte wahrscheinlich eine überwiegend insekten- und fleischfressende Ernährungsweise. Zudem zeigt die Studie, dass sich Gebisse von Insektenfressern funktionell deutlich unterscheiden können, obwohl sie äußerlich ähnlich angepasst erscheinen. In dieser Folge spricht Paläontologin Julia Ann Schultz von der Universität Bonn genau über diese Vielfalt und Funktion von Säugetiergebissen und darüber, wie sich aus fossilen Zähnen Rückschlüsse auf Verhalten und Umwelt ziehen lassen.

    Das Paper zu Lesmesodon und seiner Ernährungsweise findet ihr hier: https://palaeo-electronica.org/content/2025/5643-chewing-cycle-analysis-of-lesmesodon-edingeri

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    48 分
  • 27. Paranthropus – Unsere “Verwandten” mit dem Nussknacker-Gebiss
    2026/04/10

    Die Gattung Paranthropus, auch als „Nussknacker-Mensch“ bekannt, gilt als einer der markantesten Seitenzweige der frühen Homininen. Ihre Fossilien stammen aus einem Zeitraum von etwa 1,4 bis 2,8 Millionen Jahren und wurden bislang vor allem aus Süd- und Ostafrika beschrieben. Charakteristisch sind die massiven Kiefer und Zähne, die auf eine spezialisierte Ernährungsweise mit harter oder stark abrasiver Nahrung hindeuten.

    Eine nun in Nature veröffentlichte Studie erweitert dieses Bild grundlegend: Im Norden Äthiopiens wurde im Gebiet Afar erstmals ein Paranthropus-Fossil entdeckt – rund 1000 Kilometer weiter nördlich als bisher bekannte Fundorte. Der Fund besteht aus einem Teil eines Unterkiefers aus dem Forschungsgebiet Mille-Logya und wurde unter der Leitung von Zeresenay Alemseged entdeckt und gemeinsam mit dem Paläontologen Fred Spoor vom Natural History Museum London weiter untersucht. Mit Letzterem sprechen wir heute über die Bedeutung dieses außergewöhnlichen Fundes, seine Auswirkungen auf die Verbreitung von Paranthropus und darüber, wie neue Fossilien das Bild unserer frühen menschlichen Verwandten Schritt für Schritt erweitern.

    Hier das Paper, an dem Fred mitgewirkt hat: https://www.nature.com/articles/s41586-025-09826-x

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    45 分
  • 26. Deinotherium – Hauerelefanten mit ungewöhnlicher Zahnarchitektur
    2026/04/03

    Mit bis zu vier Metern Schulterhöhe gehörte Deinotherium zu einem der größten Rüsseltiere seiner Zeit. Als früher Vertreter seiner Gruppe, zu denen auch heutige Elefanten zählen, lebte diese beeindruckende Gattung vom Miozän bis ins frühe Pleistozän in Europa, Afrika und Asien – und war über Millionen Jahre hinweg äußerst erfolgreich. Seinen Namen verdankt das „Schreckenstier“ den gewaltigen Ausmaßen, doch sein auffälligstes Merkmal sind die nach unten gebogenen Stoßzähne im Unterkiefer. Diese ungewöhnlichen Stoßzähne geben bis heute Rätsel auf.

    Abnutzungsspuren und Beschädigungen deuten darauf hin, dass Deinotherium sie bei der Nahrungsaufnahme einsetzte – etwa zum Schälen von Baumrinde oder zum Umformen von Pflanzenmaterial. Auch sein Körperbau sowie chemische Analysen des Zahnschmelzes sprechen dafür, dass das Tier vor allem in bewaldeten Lebensräumen unterwegs war und sich von Blättern, Zweigen und Rinde ernährte. In dieser Folge von Paläotalk spricht Paläontologin Manuela Aiglstorfer über die Lebensweise dieser außergewöhnlichen Rüsseltiere, ihre Rolle in urzeitlichen Waldökosystemen und darüber, was dieses Tier bis heute so besonders macht.

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    39 分
  • 25. Tanyka amnicola – Verdrehte Kiefer aus Gondwanas Urzeit
    2026/03/27

    Ein verdrehter Kiefer, seitlich stehende Zähne – und vielleicht eines der ungewöhnlichsten „Mahlwerke“ der frühen Wirbeltiergeschichte: Forschende haben im Nordosten Brasiliens eine neue Art eines frühen Landwirbeltiers beschrieben – Tanyka amnicola. Gefunden wurden bislang neun isolierte Unterkiefer aus der Pedra-de-Fogo-Formation. Doch gerade diese Kiefer verraten Erstaunliches. Die Zähne zeigen nach außen und bilden zusammen mit kleinen Zähnchen auf der Innenseite eine reibende Oberfläche – möglicherweise eine Art biologisches Mahlwerk.

    Das deutet darauf hin, dass Tanyka zumindest teilweise pflanzliche Nahrung zerkleinerte, obwohl viele seiner nahen Verwandten Fleischfresser waren. Noch erstaunlicher: Das Tier gehörte zu einer sehr alten Gruppe früher Tetrapoden, deren Blütezeit eigentlich schon Millionen Jahre zuvor lag. Mit Wirbeltierpaläontologe Jörg Fröbisch vom Naturkundemuseum Berlin sprechen wir in dieser Folge von Paläotalk über Tanykas ungewöhnliche Anatomie – und darüber, was seine Kiefer über die Evolution früher Landwirbeltiere verraten.

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    43 分
  • 24. Diplodocus – Fossilisierte Melanosomen und Farbmuster bei Sauropoden
    2026/03/20

    Lange Zeit galt die Haut von Sauropoden als schlicht und farblich kaum differenziert. Neue Fossilfunde aus der Morrison-Formation in Montana stellen diese Annahme infrage. Erstmals gibt es Hinweise auf mögliche Farbmuster bei Sauropoden, basierend auf fossiler Haut juveniler Diplodociden aus der Mother’s Day Quarry. Die Haut zeigt zwei erhaltene Epidermisschichten mit unterschiedlichen Mikrostrukturen und Kohlenstoffdichten. In der äußersten Schicht finden sich längliche Körper, die als Melanosomen interpretiert werden, sowie weitere scheibenförmige Mikrostrukturen, deren genaue Funktion noch unklar ist.

    In dieser Folge von Paläotalk erläutert Dr. Emanuel Tschopp, Paläontologe und Sauropoden-Experte aus Berlin, welche Bedeutung diese Befunde für die Rekonstruktion von Dinosaurierhaut, Physiologie und möglicher Tarnung haben – und warum selbst unscheinbare Hautreste helfen, das Erscheinungsbild der größten Landtiere der Erdgeschichte neu zu bewerten.

    Das Paper zur Studie, über die Haut von Diplodocus findet ihr hier: https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwi__72ho5WTAxXt9LsIHYH5DCQQFnoECBwQAQ&url=https%3A%2F%2Froyalsocietypublishing.org%2Frsos%2Farticle%2F12%2F12%2F251232%2F364075%2FFossilized-melanosomes-reveal-colour-patterning-of&usg=AOvVaw02x5n5RatT-RM_WV1wHpsb&opi=89978449

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    40 分
  • 23. The Dinosaurs – Ein Muss für alle Fans von Jurassic Park und Steven Spielberg?
    2026/03/13

    Die vierteilige Dokumentationsserie The Dinosaurs von Netflix nimmt die Zuschauenden mit auf eine Reise durch etwa 165 Millionen Jahre Erdgeschichte – von den allerersten Dinosauriern bis zu ihrem dramatischen Ende am Ende der Kreidezeit. Eine hochwertige filmische Umsetzung verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit Steven Spielberg als Executive Producer – dem Regisseur, der mit Jurassic Park für viele das Bild von Dinosauriern im Film geprägt hat – während die Erzählung von Oscar‑Preisträger Morgan Freeman übernommen wird.

    Doch wie viel ist in The Dinosaurs wirklich auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft? Mit Paläoartist Joschua Knüppe besprechen wir alle vier Folgen hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Genauigkeit. Beginnend mit frühen Dinosaurierformen wie Marasuchus, über gigantische Pflanzenfresser wie Plateosaurus und Mamenchisaurus, bis hin zu bekannten Fleischfressern wie Tyrannosaurus rex und Allosaurus.

    Joschuas Streams findet ihr jeden Freitag, Samstag und Sonntag hier: ⁠https://www.twitch.tv/paleostream⁠

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    ©Bildcopyright: Netflix

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    1 時間 59 分
  • 22. Pebas-Formation – Als Riesenkaimane den Norden Südamerikas beherrschten
    2026/03/06

    Die miozäne Pebas-Formation erstreckt sich über mehr als eine Million Quadratkilometer und umfasst heute Regionen in Brasilien, Peru, Ecuador und Kolumbien. Entstanden im Vorlandbecken der aufsteigenden Anden, dokumentieren ihre Ablagerungen ein riesiges Seen- und Sumpfsystem. Berühmt ist die Pebas-Formation nicht nur für ihre außergewöhnlich reichen Fossilien von Mollusken, sondern vor allem für eine bizarre und extrem vielfältige Krokodilfauna.

    Hier lebten riesige Kaimane, langschädelige Gaviale, die man sonst vor allem aus Asien kennt, spezialisierte Muschelfresser mit stumpfen Zähnen und sogar Formen, die vermutlich im Schlamm nach Kleinstlebewesen suchten. Gemeinsam mit dem österreichischen Paläontologie- und Krokodil-Enthusiasten Armin Reindl reisen wir in dieses versunkene Südamerika-Paradies und sprechen über Evolution, Anpassung und darüber, warum einige der Krokodile der Pebas-Formation zu den faszinierendsten Spezialisten der Erdgeschichte gehören.

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