Wer sind „wir“, wenn von russischsprachigen Communities in Deutschland die Rede ist? In der Ausgabe „Woher kommen wir, wohin gehen wir?“ geht es um Herkunft, Selbstbezeichnungen, politische Zuschreibungen und die tiefen Brüche, die seit 2014 – und vor allem seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine – sichtbar geworden sind. Die meisten Bewohner Deutschlands wissen immer noch nicht, wer diese „Russen“ sind, die hier „neben uns“ leben? Was ist ihr Hintergrund und warum kommen sie nach Deutschland? Wie leben sie hier miteinander und den Menschen die nach Februar 2022 nach Deutschland kommen? Wie hilft man den Neuen und sich selbst? Zu Gast sind Natalia Franz (DoVira Help Foundation), die ukrainische Geflüchtete unterstützt, Yuriy Nikitin (Freies Russland NRW), der sich für russische Geflüchtete und eine demokratische Zukunft Russlands engagiert, sowie Dr. Dimitri Stratiewski, Historiker, Politologe und Osteuropa-Experte. Wie bezeichnen sich Menschen mit postsowjetischem Hintergrund selbst bezeichnen, warum verschleiern Begriffe wie „Russen“, „Russlanddeutsche“ oder „Deutschrussen“ mehr als erklären? Es geht auch um öffentliche Debatten über Autokorsos, russische Fahnen und politische Loyalitäten werden kritisch eingeordnet. Dann reden wir auch Spaltung innerhalb der Communities: politische Brüche, zerstrittene Familien, unterschiedliche Haltungen zum Krieg sowie die Herausforderungen der Unterstützung neu angekommener ukrainischer und russischer Geflüchteter. Dabei geht es auch um Fragen von Verantwortung und Solidarität Aber auch: Wie kann ein Zusammenleben in Deutschland gelingen? Was unterscheidet lang Ansässige von Neuankömmlingen, was verbindet sie? Welche Rolle spielen Sprache, gemeinsame Sozialisation und ambivalente Gefühle gegenüber Russland – zwischen Herkunft und politischer Distanzierung?
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