エピソード

  • 41.1 Fallstricke der Alltagsideologie
    2026/01/31

    Bei Lachen und Weinen steht ein intellektuelles Großereignis bevor: In traditioneller Besetzung arbeiten wir uns voraussichtlich über eine Spanne von vier Folgen durch die Geschichte des Ideologiebegriffs von seinen Anfängen bei Bacon (nicht crispy Bacon!) und im Aufklärungszeitalter bis zu den Neomarxisten und Wissenssoziologen des 20. Jahrhunderts. Ideologie ist nicht bloß ein Mittel, mit dem sich wenige Ideologen über Massen erheben und sie steuern, sondern sie ist ein Subtext der gesamten Geistesgeschichte und findet sich noch in den abstraktesten Theoriegebäuden.

    Jakob präsentiert uns eine Detailaufnahme seines Alltags, die gerade an den unscheinbaren und vermeintlich “normalen Alltagshandlungen ideologische Spuren nachweist. Er erklärt uns, wie man ein echter Profibürger wird und welcher Würde man dabei verlustig wird. Bruno deutet neben dieser mikrosoziologischen Beschreibungsebene die Macht ideologischer Strukturen auf der Makroebene an. Ideologie ist überall und wo sie nicht ist, muss sie unseren Verdacht erregen. Jedenfalls folgen wir vorerst dieser “Hermeneutik des Verdachts” (Ricœur), ohne sie selbst zu verdächtigen und landen mit einer Reihe von begriffsgeschichtlichen Einordnungen am Eingang des 20. Jahrhunderts.


    Inhalt:

    00:00 Begrüßung und Themenüberblick

    07:18 Jakobs Rezension der letzten beiden Folgen

    12:18 Politische “Fünf” Minuten

    24:22 “Profibürger”-Sein in (post)ideologischen Zeiten

    27:21 Die unsichtbaren Fallstricke der Alltagsideologie

    38:59 Ideologie: Definitionen, Beispiele und Imperative

    58:41 Ideologie: Etymologie und Begriffsgeschichte

    01:12:40 Ausblick auf Teil II und Kurzauftritt Luhmanns


    Literatur:

    Herbert Schnädelbach: Was ist Ideologie? Versuch einer Begriffsklärung (in: Das Argument 50/1969)

    https://kritischebildung.de/afkg/Schnadelbach_Ideologie.pdf


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    1 時間 20 分
  • 40. Von der Utopie zur totalen Gegenwart (mit Maximilian Kloppert)
    2025/12/12

    Mit Maximilian Kloppert unterhält sich Bruno über den Roman Allegro Pastell von Leif Randt, der 2020 kurz vor der Pandemie erschienen ist und seitdem vom Feuilleton und der germanistischen Forschung als Generationenroman gefeiert wird. Im Frühjahr soll eine Verfilmung in die Kinos kommen und der neue Roman Let's Talk About Feelings von Leif Randt ist vor kurzem erschienen. Die soziologische Matrix des Romans bildet Reckwitz' Gesellschaft der Singularitäten: Wir befinden uns in einer positiven Affektkultur und nehmen alle an dem übergreifenden Wettbewerb der Authentizität teil. Wir kommunizieren um der Kommunikation willen, wählen aus unserem Gefühlsleben die Emotionen, die uns wie ein Reel oder eine Story auf Instagram besonders gut gefallen und müssen uns ständig fragen, ob das, was wir tun und lassen, sozial sanktioniert wird. Die vollkommen unkritische und neutrale Darstellung von kalkulierten Rauscherfahrungen, Work-Life-Balance-Gerede, verflachten, ausgehöhlten Gefühlswelten und unpathetischen Beziehungsdramen wirft die Frage auf, ob der Roman ideologische Sackgassen zeigt oder selbst eine ist. Wie affirmativ darf Pop sein oder hat die Moral hier überhaupt nicht reinzureden? Diese und viele weitere Fragen bilden eine umfassende Besprechung des von der Kritik hochgelobten "Generationenromans".


    Inhalt:

    0:00 Begrüßung und Vorstellung des Gastes

    5:45 Hinführung zum Thema: Allegro Pastell

    10:29 Werkverzeichnis und literaturgeschichtliche Einordnung

    13:25 Inhaltsangabe des Romans

    20:39 Analyse und erste soziologische Deutungen: Ein Roman der Singularitäten (Reckwitz)

    30:05 “Poetik der Mittelbarkeiten”: Digitale Kommunikation, Drogen und Rauschprotokolle

    39:22 Positive Affektkultur, emotionale Verflachung

    42:37 Pop 3.0

    45:55 Eine Schlüsselszene: Teezeremonie und “vorauseilende Wehmut”

    51:06 Verhältnis von politischer Realität und Fiktionalität

    54:20 Die scheinfreie schöne neue Welt?

    01:04:19 Kritik I: “Topischer Roman”, Postironie, Minimalsatire

    01:09:11 Kritik II: “Sackgassenkunst” oder affirmative Literatur?


    Literatur:

    Leif Randt: Allegro Pastell (2020)


    Maximilian Kloppert ist Mitarbeiter am Erich Auerbach Institute for Advanced Studies (Universität zu Köln). Parallel promoviert er zur Aufwertung der Materialität der Handschrift um 1800.


    ⁠https://auerbach-institut.phil-fak.uni-koeln.de/team/maximilian-kloppert


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    1 時間 18 分
  • 39. Blaue Heimreise (mit Matthias Diermeier)
    2025/11/06
    Aus gegebenem Anlass - NRW-Wahlen und landesweite “Stadtbild”-Diskussion - befassen wir uns ein weiteres Mal mit dem Rechtsruck in Deutschland und der AfD. Die Deutschen befinden sich laut Sloterdijk nach einem längeren “Urlaub von der Weltgeschichte mitten im Heimreiseverkehr”. Die in der Bundesrepublik totgesagte nationalistische, ja faschistische Vergangenheit lebt fort und wir finden uns wieder in einem Kulturkampf, den wir glaubten, in die Geschichte verbannt zu haben. Bruno spricht mit dem promovierten Ökonom und Sozialwissenschaftler Matthias Diermeier, der für das Institut der deutschen Wirtschaft in der politischen Beratung tätig ist und mit seiner Promotion den Schwerpunkt seiner empirisch geschulten Forschung auf die Analyse rechtsradikaler Bewegungen gelegt hat. Mit Matthias lassen sich Fragen, die sich heute einfach jeder fragt, wie die nach den Gründen für das Erstarken der AfD, stellen und differenziert beantworten. Warum sind AfD-Anhänger immun gegen rationale Argumentation und warum beten sie die Sicherheit des Landes, der Straßen, Bahnhöfe, Kitas und Vorgärten als den höchsten Gott an? Wir fragen nach den konkreten Inhalten ihres Parteiprogramms bzw. fragen, ob es sie überhaupt gibt oder inwiefern ihre Umsetzung der Wählerschaft selbst schadet. Statt Inhalten finden wir ein formales Charakteristikum: Allgemeines, undifferenziertes Dagegensein. In gemeinsamer Erörterung gelangen wir an die Leistungsgrenze der Erklärungskraft quantitativer Sozialforschung und fragen, wie man den AfD-Wähler darüber hinaus verstehen und erreichen kann. Dabei lassen wir uns beide aus Adornos nach wie vor aktuellem Vortrag “Aspekte des neuen Rechtsradikalismus” von 1967 das ein oder andere Stichwort einflüstern.Dr. Matthias Diermeier im Internet:https://www.iwkoeln.de/institut/personen/matthias-diermeier.htmlSein zur Sprache gekommener Artikel:https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2024/heft/7/beitrag/oekonomische-ungleichheit-und-das-erstarken-des-rechten-randes-die-empirische-suche-nach-einem-zusammenhang.html00:00 Begrüßung und Vorstellung des Gasts03:00 Einstieg ins Thema: Kommentar zur “Stadtbild”-Debatte10:51 Rechtsruck und die aktuelle Stellung der AfD19:10 Der Ruf der faschistischen Vergangenheit21:23 Die neuen Rechten – erste Bestimmungen27:38 Nativismus, Autoritarismus, Populismus (“Dünne Ideologie”)32:18 Marxistische Theorie des Nationalismus und ihre Aktualität (Adorno)36:00 Entstehungsgeschichte der AfD und wirtschaftspolitische Hintergründe41:10 Bestimmung des Herkunftsmilieus der AfD Anhängerschaft (“Prekarisierung”)47:21 Vermeintliche Ungerechtigkeiten in der Umverteilung51:00 Das “AfD-Paradox” 53:44 Von der quantitaven zur qualitativen Sozialforschung01:00:28 Mittel zur Bekämpfung: Abschreckung, Realitätscheck, Demokratisierung01:04:36 Sicherheit: der Hausgott der AfD?01:07:54 Mögliche Lösungen: Selbsthilfe (individuell) und Repräsentanz (allgemein)Folgt Lachen und Weinen auf⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Instagram⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠und lest noch mehr im Blog auf ⁠⁠⁠lachenundweinen.org⁠⁠⁠⁠⁠⁠Ihr könnt uns unterstützen durch eine Mitgliedschaft bei ⁠⁠⁠⁠⁠⁠Steady⁠⁠⁠⁠⁠⁠, durch einmalige Zahlungen über ⁠⁠⁠⁠⁠⁠Paypal⁠⁠⁠⁠⁠⁠ und per ⁠⁠⁠⁠⁠⁠Banküberweisung⁠⁠⁠⁠⁠⁠, vor allem auch indem ihr uns weiterempfehlt oder uns auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
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  • 38. Wir Flüchtlinge
    2025/04/11
    Hannah Arendts Essay “Wir Flüchtlinge” aus dem Kriegsjahr 1943 entdecken wir als einen normativen Leitfaden für die äußerst aktuelle Frage nach dem Status von und dem Umgang mit Geflüchteten neu. Wir empfinden die innere, geistige Erfahrung des Flüchtlings anhand von Arendts einfühlsamen Beschreibungen Vertriebener und Geächteter nach, und fragen im Rahmen klassischer Staatstheorien nach Genese und Sinn der Nationalstaaten im 20. Jahrhundert. Auch das weltweit zu beobachtende Phänomen einer Rekonsolidierung nationalistischer Kollektivierungsprogramme lassen wir nicht unkommentiert. Der Flüchtling erweist sich bei alldem als Universalfigur für den im Ringen der Staaten zwangsläufig marginalisierten und potenziell entrechteten Menschen.Die Absurdität der bis heute gültigen Tatsache, dass nur ein Staat substanziell das Recht gewährt, Rechte haben zu dürfen - und das obwohl es den Staat in gewissem Sinne nicht gibt - kommt auch im Hörspiel zum Tragen. Ebenso das auch in Diskursen hierzulande wieder erstarkende Faktum, dass der Staat trotz seiner unterstellten Fiktionalität über seine Bürger einiges an sehr realer Verfügungsgewalt innehat.Während Jakob Arendts wertvolle Analysen in der Erfassung und Kritik der gegenwärtigen politische Lage zur Anwendung bringt, wirft Bruno neueste Anekdoten aus seinem selbstgegründeten Trottelverein ein. Zuletzt vergeben wir ab sofort den Martin-Kippenberger-Forscherpreis für paranormale und außenakademische Forschungsleistungen.Literatur:Hannah Arendt: Wir Flüchtlinge (1943/1986)dazu https://www.deutschlandfunk.de/hannah-arendt-ueber-fluechtlinge-es-bedeutet-den-100.htmlBenedict Anderson: Imagined Communities: Reflections on the Origin and Spread of Nationalism (1983)Theodoer W. Adorno: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus (1967/2019)Tipp: ⁠https://www.brandstaetterverlag.com/buch/wir-und-die-fluechtlinge/⁠Inhalt:0:00 Einführung ins Thema5:24 Hörspiel13:47 “Imagined Communities” von Benedict Anderson18:55 Humes historische Kritik an der normativen Vertragstheorie24:17 Problemstellung: Der Flüchtling26:29 Berufsbezeichnungen33:29 “Wir Flüchtlinge” von Hannah Arendt und der Flüchtling in der deutschen Politik38:17 Nationalismus revisited mit Adorno43:35 Die erfahrene Innenperspektive des Flüchtlings nach Arendt46:55 Arendts rechtstheoretische Grundformel “Das Recht, Rechte zu haben”51:04 Minimaldefinition des Flüchtlings59:07 Arendts Plädoyer für den “Paria”01:01:37 Die rechtliche “Nacktheit” des Flüchtlings01:08:17 Die “Avantgarde der Völker”01:14:17 Der Martin-Kippenberger ForscherpreisDanke an folgende Soundcrafter:rifle, 30-06 bolt action rifle, single shot by JoseIgnacioTriay -- https://freesound.org/s/515203/ -- License: Attribution NonCommercial 4.0Wiese - Vögel, Tag, Insekten, Wind, unter Sträuchern 2.wav by BockelSound -- https://freesound.org/s/487753/ -- License: Attribution 4.0Running .wav by Jellytots_Julie -- https://freesound.org/s/654584/ -- License: Attribution NonCommercial 4.0Folgt Lachen und Weinen auf⁠⁠⁠⁠⁠⁠Instagram⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠und lest noch mehr im Blog auf ⁠⁠lachenundweinen.org⁠⁠⁠⁠⁠Ihr könnt uns unterstützen durch eine Mitgliedschaft bei ⁠⁠⁠⁠⁠Steady⁠⁠⁠⁠⁠, durch einmalige Zahlungen über ⁠⁠⁠⁠⁠Paypal⁠⁠⁠⁠⁠ und per ⁠⁠⁠⁠⁠Banküberweisung⁠⁠⁠⁠⁠, vor allem auch indem ihr uns weiterempfehlt oder uns auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
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    1 時間 18 分
  • 37. Keep cool?
    2025/02/23

    Frohen Wahltag alle miteinander. Überbrückt die Stunden bis zu den vorläufigen Ergebnissen mit uns und kommt ein bisschen runter. Wahrt eure Fassung, kühlt euer Gemüt - es hilft ja nichts! Wir sprechen über die Coolness und ihre Rückseite. Eidetisch variierend nähern wir uns der Coolness als Phänomen und einigen uns: die Coolness ist ein Habitus. Wir sprechen darüber, was das noch gleich war bzw. lassen es uns von einem berühmten Franzosen mit Abstammung aus der Arbeiterklasse, der außerdem ein fettleibiges Buch zum Thema geschrieben hat, erklären. Die Coolness hält eigentlich von der aktiven Einmischung ab und zwingt den Coolen zur Distanzierung - wir hinterfragen aber, ob es heute wirklich noch uneingeschränkt cool sein kann, sich herauszuhalten. Wir drehen und wenden unseren Gegenstand von der Stoa bis zu den ca. 5 coolsten Politikern unserer Zeit - sie zögern, sie zittern und sie hassen nicht.


    Inhalt:

    00:00:00 Begrüßung

    00:04:32 Hörspiel: Cicero und Cato

    00:13:37 Statue, Maske, Spiel, Entfremdung, Anerkennung

    00:30:10 Habitus (und Klasse)

    00:42:20 Stoizismus und Kühle

    01:07:40 Berufsbezeichnungen

    01:12:42 Coolness in der Neuzeit bis heute

    01:32:59 Versuch eines Fazits

    01:35:25 Ranking der coolsten 3 Politiker

    01:38:42 Abschied


    Literatur:

    Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede (1979)

    Epiktet: Handbüchlein der Moral (frühes 2. Jahrhundert n. Chr.)

    https://www.philomag.de/artikel/bourdieu-und-der-habitus

    https://en.wikipedia.org/wiki/Itutu


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    1 時間 40 分
  • 36. Die enge Stirn des Ressentiments
    2025/01/27

    Die Bundestagswahl steht an und wiedervereint sprechen Jakob und Bruno über ein kompliziertes, relativ junges und hochphilosophisches Gefühl - das Ressentiment. Im deutschen ein Lehnwort aus dem Französischen, für das es keine wirklich adäquate Übersetzung gibt - im Französischen ein vom König des Essais, Michel de Montaigne, eigens geschöpftes Wort, bezeichnet es eine sehr genau benennbare Zusammensetzung einiger eher unangenehmer Gefühle. In der richtigen Konstellation ergibt sich als Ressentiment dann eine hochpathologische und politisch gefährliche Dynamik, die sich auch an der Wahlurne entladen kann. Damit es am 23. Februar nicht zu einer allzu destruktiv anklingenden Emotionensymphonie kommt, wollen wir euch auf die anstehende Bundestagswahl gebührend vorbereiten - soweit das philosophisch möglich ist. Wie immer gilt: Bekämpfung der Ernsthaftigkeit, auch parteipolitisch. Und das angesichts der Situation, in der wir uns BE-fin-den.
    Außerdem: Jakob bewirbt sich als Sonderbeauftragter für die kommende Bundesregierung, Bruno arbeitet auf dem Friedhof. Im Hörspiel - wer hätte das gedacht - leidet ein Patient, trifft zu seinem Glück auf einen hochkreativen Therapeuten.


    Niemand ist gefeit, ein Ressentiment zu entwickeln, am allerwenigsten schützt Geld davor.


    Inhalt:

    00:00:00 Anmoderation und Themenbestimmung

    00:05:10 Hörspiel: Der Patient geht ins Offene

    00:17:31 Definitionsansätze des Ressentiments

    00:21:01 Ressentiment nach Montaigne

    00:25:41 Definition nach Max Scheler

    00:29:01 Nietzsches Theorie des Ressentiment

    00:39:21 Wie erkennen wir das Ressentiment?

    00:42:36 Verschwörungstheorien und Kollektivierung des Ressentiments

    00:46:37 Schelers Stufenmodell des Ressentiments

    00:52:21 Ressentiment und Demokratie

    00:54:26 Leon Wurmser

    00:59:59 Aussicht auf die Bundestagswahlen

    01:08:26 Berufsbezeichnungen

    01:11:15 Internet und Social Media

    01:17:31 Schlusswort zu Ressentiment und Politik


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    1 時間 22 分
  • 35. Magic Mountain Calling (mit Michael Kerkmann)
    2024/12/23

    In Begleitung eines weiteren Gastes begibt sich Bruno auf eine literarische Exkursion, während Jakob in Elternzeit ist. Gemeinsam erkundet er mit einem Pfadfinder geistiger Hochebenen das mysteriöse Terrain des Zauberbergs, dem Jahrhundertroman von Thomas Mann, der just in diesen Tagen sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Die Geschichte eines durchschnittlich begabten angehenden Schiffbauingenieurs, der seinen lungenkranken Vetter im Sanatorium “Berghof” für wenige Wochen besuchen will, um schließlich ganze sieben Jahre “dort oben” zu verweilen, ist Vieles in Einem: ein geistiges Epochenpanorama der klassischen Moderne, ein letzter Blick auf die bürgerliche Welt vor ihrem Untergang, die Vorgeschichte des ersten Weltkriegs und der intellektuelle wie libidinöse Reifungsprozess eines jungen Mannes. Hans Castorp, so der Name des Protagonisten, ist Verführungen aller Art am Zauberberg ausgesetzt: geistiger, politischer, ästhetischer und schließlich erotischer. Er ist das bürgerliche Individuum unter den Bedingungen der Moderne: ohne Bindung an tradition und Familie befindet er sich im freien Fall. Die Vernunft und die Ideale und Errungenschaften vermögen ihn nicht mehr zu erden, nachdem er seine Disposition zur Krankheit entdeckt hat. Sie öffnet ihm den Weg der Selbsterkenntnis, auf dem er nicht geradlinig wie aus Platons Höhle herausklettert, sondern auf dem er mehrfach anhält, an Abbiegungen zögert, sich umdreht, nach hinten schaut, kehrt macht und im Kreis läuft, um schließlich einen Schritt vorwärts zu machen.


    Inhalt:

    (00:00:00) Anmoderation und Begrüßung des Gastes

    (00:04:10) Ist Thomas Mann dem Realismus zuzurechnen?

    (00:05:02) Einführung in das Thema

    (00:09:41) Der Protagonist des Romans

    (00:12:51) Handlungsaufbau des Romans

    (00:22:58) Die Hermetik des Zauberbergs

    (00:24:35) Der geistige Antagonismus im Werk Thomas Manns

    (00:28:56) Hermeneutischer Zirkel und verschiedene Weisen des Verstehens

    (00:34:22) Die Person Thomas Mann

    (00:36:30) Verführung und Verwirrung auf dem Zauberberg

    (00:46:55) Der "Scheitelpunkt" der Romanhandlung

    (00:57:30) Der Gegensatz von Künstler und Bürger damals und heute

    (01:01:35) Gegenwartskunst ohne Antagonismus

    (01:07:23) Das Ende des Zauberbergs im ersten Weltkrieg

    (01:11:20) Wie klassisch ist der Zauberberg und was bleibt von ihm?


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    1 時間 16 分
  • 34. Ausweitung der Flanierzone (mit Maxim Klusch)
    2024/11/07

    Mit einem altbekannten neuen Gast widmen wir uns der kulturärchaologischen Untersuchung eines Leitfossils der klassischen Moderne: dem Flaneur (sein andersgeschlechtliches Pendant, die Passante, ist eine eigene Folge wert). Seit der Entstehung urbaner Lebensräume in der Mitte des 19. Jahrhunderts schlendert er ziellos durch die Gassen und Straßen, die Kaufhäuser und Alleen, die Parks und Armenviertel und saugt die ästhetischen und sozialen Wahrnehmunseindrücke seiner Umwelt wie ein Schwamm Wasser auf. Wir stellen seinen lustwandlerischen Lebensstil vor ein moralisches Gericht: Bereichert und Berauscht sich sein Auge bloß an den Dingen oder hat sein Blick auch als erinnernder eine ethische Note?


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