Ep. 8 | Die Bergpredigt | Was Jesus über Gott gelehrt hat, wollen viele nicht hören.
Liebt eure Feinde. Einer der bekanntesten Sätze, die Jesus je gesagt hat. Und wahrscheinlich einer der unbequemsten.
Der Bibeltext der diese Aufforderung Jesu enthält, hat viel mehr zu bieten als nur eine weitere Forderung. Jesus dreht hier das Gottesbild seiner Zeit auf den Kopf.
In dieser Folge schauen wir uns Matthäus 5, Verse 43 bis 48 an. Jesus sagt dort: Liebt eure Feinde, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Die Begründung ist keine Moral. Es ist Familienähnlichkeit. Wer seinen Feind liebt, sieht in diesem Moment Gott ähnlich. Weil Gott genau das tut.
Die Götter der Antike liebten ihre Freunde und vernichteten ihre Feinde. Ein babylonischer Gott schickte sogar eine Flut, weil die Menschen zu laut waren und ihn beim Schlafen störten. Das war das Gottesbild, in das Jesus hineingesprochen hat. Und er hat es vollständig auf den Kopf gestellt.
Gottes Wesen ist Feindesliebe. Seine Sonne geht auf über Bösen und Guten, sein Regen fällt auf Gerechte und Ungerechte — nicht nach Verdienst, nicht nach Würdigkeit, einfach so. Und am Kreuz wird diese Liebe zum Ereignis: Christus stirbt für uns, als wir noch Feinde waren.
Die Herrlichkeit Gottes ist nicht die Herrlichkeit eines Kriegergottes, der seine Feinde zertritt. Es ist die Herrlichkeit des Lammes, das sich für den Feind hingibt. Das ist der Gott, den Jesus offenbart.
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