"Ich denke, also sage ich vorher": Predictive Processing zur Optimierung von Verhaltensexperimenten bei Depressionen
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In dieser Folge unseres Podcasts „PsyFobi“ beschäftigen wir uns mit einer zentralen Herausforderung der kognitiven Verhaltenstherapie: Warum halten depressive Patientinnen und Patienten oft an ihren negativen Überzeugungen fest, obwohl ein Verhaltensexperiment erfolgreich verlaufen ist?
Wir beleuchten den Mechanismus der kognitiven Immunisierung, bei dem positive Erfahrungen im Nachhinein entwertet werden, um das bestehende Weltbild zu schützen. Auf Basis des neurowissenschaftlichen Modells des Predictive Processing erklären wir, wie das Gehirn aktiv Vorhersagen („Priors“) trifft und wie diese den Prozess des erfahrungsbasierten Lernens steuern.
Sie erfahren in dieser Episode:
- Wie „starke Priors“ die Wahrnehmung bei Depressionen verzerren und positive Informationen ausfiltern.
- Warum die gezielte Auswahl von mittelstarken Erwartungsverletzungen effektiver ist als extrem positive Rückmeldungen.
- Wie Sie Verhaltensexperimente durch eine detaillierte Vorbesprechung so optimieren, dass Patientinnen und Patienten positive Vorhersagefehler als glaubwürdig und valide wahrnehmen.
- Weshalb es nicht ausreicht, negative Erwartungen nur abzubauen, sondern wie Sie gezielt den Aufbau neuer positiver Erwartungen fördern können.
Diese Episode bietet praxisnahe Strategien für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, um die Wirksamkeit therapeutischer Hausaufgaben und Experimente nachhaltig zu steigern.
Quelle: Kube, T., & Hildebrandt, A. (2021). „Ich denke, also sage ich vorher“: Wie „Predictive Processing“ Modelle den Einsatz von Verhaltensexperimenten bei Depressionen optimieren können. Verhaltenstherapie, 31, 61–69. DOI: 10.1159/000510610