In den 1920er Jahren gehört Dresden zu den wichtigsten Zentren der fotografischen Industrie weltweit. In Ateliers entstehen Porträts von Schauspielern und Sängerinnen, deren Bilder in Programmheften, auf Postkarten und in der Presse erscheinen. Gleichzeitig arbeiten nur wenige Straßen weiter Mechaniker und Konstrukteure an Kameras, die in viele Länder der Welt exportiert werden.
Im Mittelpunkt dieser Folge stehen die Kamera-Werkstätten Guthe & Thorsch Dresden. Das Unternehmen entsteht 1919 aus einer Dresdner Werkstatt und entwickelt sich in den folgenden Jahren zu einem innovativen Kamerahersteller. Mit Modellen wie der Patent-Etui-Kamera und der Pilot-Spiegelreflexkamera gelingt es, sich auch international einen Namen zu machen.
Die Folge erzählt von den Anfängen des Unternehmens, vom Wachstum in den 1920er Jahren und von der technischen Entwicklung der Kameras. Sie zeigt aber auch Brüche in der Firmengeschichte: die erzwungene Emigration von Benno B. Thorsch im Jahr 1938 und den anschließenden Neubeginn des Unternehmens unter Charles A. Noble in Dresden-Niedersedlitz. Von dort aus entwickelt sich die Kameraproduktion weiter – bis hin zu den bekannten Modellen der späteren Jahrzehnte.
Eine Folge über Fotografie, Technik und eine Dresdner Industriegeschichte, die bis heute nachwirkt.
Das Projekt wird durch den Stadtbezirksbeirat Prohlis der Landeshauptstadt Dresden gefördert.
– Technische Sammlungen Dresden: Ausstellungstexte zu den Kamera-Werkstätten Guthe & Thorsch (2011, 2024)
– Präsentation „Kamerawerkstätten Niedersedlitz“ (Dresdner Verein)
– Eigene Sammlung historischer Programmhefte der Königlichen Hofoper Dresden