エピソード

  • 5 Warum wir keine kühlen Rechenmaschinen sind
    2026/09/01
    Herbert und Mara nehmen sich die Figur vor, auf der die halbe Wirtschaftstheorie ruht: den vollkommen rationalen Menschen. Herbert beschreibt den homo oeconomicus der Lehrbücher — ein Wesen, das alle Informationen kennt, alle Folgen durchrechnet und stets die beste Wahl trifft. Mara stutzt: So entscheidet doch niemand, den sie kennt. Genau hier öffnet sich der Widerspruch. Kein Mensch verfügt über vollständige Information, unbegrenzte Zeit und grenzenlose Rechenkraft. Der Nobelpreisträger Herbert A. Simon nannte das die begrenzte Rationalität: Wir maximieren nicht, wir nehmen das erste, das gut genug ist — wir suchen nicht das Beste, sondern das Ausreichende. Wir arbeiten mit Faustregeln, mit Gewohnheiten, mit dem, was gerade verfügbar ist, und lassen uns davon lenken, wie eine Wahl uns vorgelegt wird. Durch die drei Linsen wird sichtbar, was jede einzelne übersieht: Im Markt verhalten sich Menschen nicht wie das Modell — sie folgen Daumenregeln statt dem Optimum, weshalb Märkte anders reagieren, als die Theorie erwartet; die Institutionen — Standardverträge, Voreinstellungen, Normen, Routinen — sind zum Teil dazu da, die Komplexität zu bändigen, die unser Kopf nicht fasst; und die Macht liegt bei dem, der die Entscheidung gestaltet, der die Voreinstellung setzt und den Rahmen wählt, in dem wir wählen, denn wer die Auswahl arrangiert, lenkt sie, ohne zu zwingen. Darüber liegt wieder das Gezeitenbild: Kein Lotse berechnet jede Strömung; er liest ein paar Marken und fährt nach Erfahrung. Die vollkommene Rechnung ist eine Fiktion; die Näherung ist das, womit wir tatsächlich navigieren. Übergang nicht als Störung, sondern als Grundzustand. Die Folge prägt das Glossarwort begrenzte Rationalität. Dieser Podcast basiert auf einem Originalskript von Dr. Herbert-Michael Zapf. Er ist Professor für Wirtschaft, Geopolitik und Strategie an der ESCP Business School in Paris und an der Brest Business School (BBS) in Brest. Die Audiofassung wurde mit Unterstützung von Google NotebookLM produziert und redaktionell überarbeitet. Herbert ist auf dem Cover als reale Person zu sehen; Mara ist ein fiktiver, KI-generierter Avatar ohne reales Vorbild. Beide Podcaststimmen wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
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    26 分
  • 4 Warum Märkte ohne soziales Vertrauen kollabieren
    2026/08/25
    Herbert und Mara stellen die Frage, die unter allen vorigen liegt: Was ist ein Markt eigentlich? Herbert räumt mit dem verbreiteten Bild auf, der Markt sei ein Stück Natur — ein Ort, der von selbst entsteht, sobald der Staat nur beiseitetritt. Das Gegenteil ist wahr. Kein Tausch ohne Regeln: Damit zwei Fremde überhaupt Geschäfte machen können, braucht es Eigentum, das anerkannt wird, Verträge, auf die man sich verlassen kann, ein Geld, dem beide vertrauen, und eine Instanz, die einspringt, wenn einer bricht, was er versprochen hat. Mara wendet ein, was viele denken: Der freie Markt sei doch gerade die Abwesenheit von Regeln. Genau hier öffnet sich der Widerspruch. Der freieste Markt ruht auf dem dichtesten Fundament. Freiheit im Tausch ist keine Natur, die man bloß gewähren lässt, sondern eine Leistung von Institutionen, die jemand gebaut hat und in Ordnung halten muss. Durch die drei Linsen wird sichtbar, was jede einzelne übersieht: Im Markt scheinen Angebot, Nachfrage und Preis sich selbst zu regeln; die Institutionen — Eigentumsrechte, Vertragsrecht, Gerichte, Vertrauen — sind der Boden, ohne den kein Tausch zustande käme; und die Macht liegt bei dem, der diese Regeln schreibt, denn wer Eigentum und Vertrag definiert, entscheidet, wer überhaupt mitspielen darf und wer am Ende gewinnt. Darüber liegt wieder das Gezeitenbild: Das Meer ist die Naturgewalt, aber der Hafen, der es nutzbar macht — die Kaimauer, die Fahrrinne, die Bake —, ist gebaut. Ohne ihn ist das Wasser nur Wasser. Übergang nicht als Störung, sondern als Grundzustand. Die Folge prägt das Glossarwort Eigentumsrechte. Dieser Podcast basiert auf einem Originalskript von Dr. Herbert-Michael Zapf. Er ist Professor für Wirtschaft, Geopolitik und Strategie an der ESCP Business School in Paris und an der Brest Business School (BBS) in Brest. Die Audiofassung wurde mit Unterstützung von Google NotebookLM produziert und redaktionell überarbeitet. Herbert ist auf dem Cover als reale Person zu sehen; Mara ist ein fiktiver, KI-generierter Avatar ohne reales Vorbild. Beide Podcaststimmen wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
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    25 分
  • 3 Was uns das Preisschild verschweigt
    2026/08/18
    Herbert und Mara wenden sich dem Begriff zu, den fast jeder für die Lösung hält: dem Wettbewerb. Herbert erklärt die vertraute Erzählung — Wettbewerb hält Märkte offen, sorgt für Vielfalt, drückt die Preise und verhindert, dass einer zu mächtig wird. Mara nimmt ihn beim Wort: Dann müsste ein Markt mit echtem Wettbewerb doch immer bunter werden, nicht enger. Genau hier kippt die Sache. Denn Wettbewerb erzeugt regelmäßig das Gegenteil dessen, was er verspricht: Konzentration. Wer einmal vorn liegt, zieht weiter davon. Jeder neue Nutzer macht eine Plattform wertvoller, was neue Nutzer anzieht; wer mehr verkauft, produziert billiger und kann den Preis noch weiter senken. Aus dem offenen Rennen wird ein Sog, der alles zur Spitze zieht — bis wenige übrig bleiben oder nur noch einer. Durch die drei Linsen wird sichtbar, was jede einzelne übersieht: Im Markt treiben Netzwerkeffekte und steigende Skalenerträge zur Konzentration, gegen die Lehrbuchannahme sinkender Erträge; die Institutionen — Wettbewerbsrecht, Kartellaufsicht — sind der Schiedsrichter, ohne den das Spiel sich selbst abschafft; und die Macht wächst dem Sieger zu, der irgendwann nicht mehr im Markt konkurriert, sondern über ihn herrscht und die Regeln schreibt, nach denen die anderen antreten. Darüber liegt wieder das Gezeitenbild: Der Wettbewerb ist kein ruhiger See, der sich von selbst im Gleichgewicht hält, sondern eine Strömung mit Richtung; wer den Sog nicht kennt, wird von ihm überrascht. Übergang nicht als Störung, sondern als Grundzustand. Die Folge prägt das Glossarwort Netzwerkeffekt. Dieser Podcast basiert auf einem Originalskript von Dr. Herbert-Michael Zapf. Er ist Professor für Wirtschaft, Geopolitik und Strategie an der ESCP Business School in Paris und an der Brest Business School (BBS) in Brest. Die Audiofassung wurde mit Unterstützung von Google NotebookLM produziert und redaktionell überarbeitet. Herbert ist auf dem Cover als reale Person zu sehen; Mara ist ein fiktiver, KI-generierter Avatar ohne reales Vorbild. Beide Podcaststimmen wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
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    23 分
  • 2 Warum Wettbewerb zwangsläufig zu Giganten führt
    2026/08/11
    Herbert und Mara wenden sich dem Begriff zu, den fast jeder für die Lösung hält: dem Wettbewerb. Herbert erklärt die vertraute Erzählung — Wettbewerb hält Märkte offen, sorgt für Vielfalt, drückt die Preise und verhindert, dass einer zu mächtig wird. Mara nimmt ihn beim Wort: Dann müsste ein Markt mit echtem Wettbewerb doch immer bunter werden, nicht enger. Genau hier kippt die Sache. Denn Wettbewerb erzeugt regelmäßig das Gegenteil dessen, was er verspricht: Konzentration. Wer einmal vorn liegt, zieht weiter davon. Jeder neue Nutzer macht eine Plattform wertvoller, was neue Nutzer anzieht; wer mehr verkauft, produziert billiger und kann den Preis noch weiter senken. Aus dem offenen Rennen wird ein Sog, der alles zur Spitze zieht — bis wenige übrig bleiben oder nur noch einer. Durch die drei Linsen wird sichtbar, was jede einzelne übersieht: Im Markt treiben Netzwerkeffekte und steigende Skalenerträge zur Konzentration, gegen die Lehrbuchannahme sinkender Erträge; die Institutionen — Wettbewerbsrecht, Kartellaufsicht — sind der Schiedsrichter, ohne den das Spiel sich selbst abschafft; und die Macht wächst dem Sieger zu, der irgendwann nicht mehr im Markt konkurriert, sondern über ihn herrscht und die Regeln schreibt, nach denen die anderen antreten. Darüber liegt wieder das Gezeitenbild: Der Wettbewerb ist kein ruhiger See, der sich von selbst im Gleichgewicht hält, sondern eine Strömung mit Richtung; wer den Sog nicht kennt, wird von ihm überrascht. Übergang nicht als Störung, sondern als Grundzustand. Die Folge prägt das Glossarwort Netzwerkeffekt. Dieser Podcast basiert auf einem Originalskript von Dr. Herbert-Michael Zapf. Er ist Professor für Wirtschaft, Geopolitik und Strategie an der ESCP Business School in Paris und an der Brest Business School (BBS) in Brest. Die Audiofassung wurde mit Unterstützung von Google NotebookLM produziert und redaktionell überarbeitet. Herbert ist auf dem Cover als reale Person zu sehen; Mara ist ein fiktiver, KI-generierter Avatar ohne reales Vorbild. Beide Podcaststimmen wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
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    8 分
  • 1 Warum perfekte Effizienz uns verletzlich macht
    2026/08/04
    Nachdem „Der Stand des Wassers" das Werkzeug eingeführt hat, nehmen Herbert und Mara den ersten Begriff unter die drei Linsen: die Effizienz. Herbert erklärt, wie eine einzige Logik ein halbes Jahrhundert lang die Produktion der Welt geordnet hat — Just-in-Time: der günstigste Fertigungsort, der eine Zulieferer, das kleinstmögliche Lager, der kürzeste Weg vom Bauteil ans Band. Mara hält dagegen, was jeder zuerst denkt: Was soll daran falsch sein? Effizienz heißt doch, mit weniger mehr zu erreichen. Genau hier öffnet sich der Widerspruch. Dieselbe Optimierung, die ein System billig macht, macht es verwundbar. Fällt ein einziges kleines Teil aus — ein Halbleiter in der Pandemie, eine blockierte Meerenge, ein Beschluss in einer fernen Hauptstadt —, steht die ganze fein abgestimmte Maschine still. Durch die drei Linsen wird sichtbar, was jede einzelne übersieht: Der Markt belohnt die Effizienz und bestraft den Puffer als Verschwendung; die Institutionen — Verträge, Normen, offene Handelswege — gaben der globalen Just-in-Time-Ordnung überhaupt erst ihren Rahmen; und die Macht liegt am Ende bei dem, der den einen Knoten hält, ohne den nichts läuft, denn Abhängigkeit ist ein Machtverhältnis. Was wie Verschwendung aussieht — die Reserve, das zweite Lager, der zweite Lieferant —, erweist sich als Versicherung. Darüber liegt wieder das Gezeitenbild: Effizienz rechnet mit ruhigem Wasser, doch die Tide kommt immer zurück; wer nur auf den einen Wasserstand baut, sitzt bei Ebbe auf dem Trockenen. Übergang nicht als Störung, sondern als Grundzustand. Die Folge prägt das Glossarwort Redundanz. Dieser Podcast basiert auf einem Originalskript von Dr. Herbert-Michael Zapf. Er ist Professor für Wirtschaft, Geopolitik und Strategie an der ESCP Business School in Paris und an der Brest Business School (BBS) in Brest. Die Audiofassung wurde mit Unterstützung von Google NotebookLM produziert und redaktionell überarbeitet. Herbert ist auf dem Cover als reale Person zu sehen; Mara ist ein fiktiver, KI-generierter Avatar ohne reales Vorbild. Beide Podcaststimmen wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
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    14 分
  • 0 Der Stand des Wassers
    2026/08/02
    „Der Stand des Wassers" ist der Einstieg in einen Podcast, der in 76 Folgen Wirtschaft erklärt. Herbert und Mara stellen zunächst das Werkzeug vor, mit dem analysiert wird: die drei Linsen Markt, Institutionen und Macht. Herbert erklärt, dass man dasselbe wirtschaftliche Geschehen durch drei Brillen zugleich betrachten muss — was der Markt aus Angebot, Nachfrage und Preisen erzeugt; welche Regeln, Verträge und Institutionen ihm überhaupt erst seinen Rahmen geben; und wer am Ende die Macht hat, diese Regeln zu schreiben und damit zu bestimmen, wer gewinnt. Erst im Zusammenspiel der drei Linsen wird sichtbar, was jede einzelne übersieht. Darüber liegt das Gezeitenbild der bretonischen Küste: Man kann das Wasser nicht anhalten, aber man kann lernen, seinen Stand zu lesen — Übergang nicht als Störung, sondern als Grundzustand. Die Folge prägt das erste Glossarwort Pfadabhängigkeit. Dieser Podcast basiert auf einem Originalskript von Dr. Herbert-Michael Zapf. Er ist Professor für Wirtschaft, Geopolitik und Strategie an der ESCP Business School in Paris und an der Brest Business School (BBS) in Brest. Die Audiofassung wurde mit Unterstützung von Google NotebookLM produziert und redaktionell überarbeitet. Herbert ist auf dem Cover als reale Person zu sehen; Mara ist ein fiktiver, KI-generierter Avatar ohne reales Vorbild. Beide Podcaststimmen wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
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    24 分