Erfahrungsbasiertes Lernen: Die Synergie von Exposition und Verhaltensexperiment in der Therapie
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In dieser detaillierten Analyse vertiefen wir die Konzepte hinter zwei der wirksamsten Werkzeuge der modernen Verhaltenstherapie: Expositionsübungen und Verhaltensexperimente. Obwohl beide Methoden unter dem Dach des erfahrungsbasierten Lernens stehen, verfolgen sie unterschiedliche Schwerpunkte in der klinischen Praxis.
Wir beleuchten, wie die klassische Exposition primär auf die Veränderung des emotionalen Erlebens und den Abbau automatisierter Vermeidungsreaktionen abzielt, um die Furchttoleranz der Patienten zu stärken. Im Gegensatz dazu wird das Verhaltensexperiment als die wichtigste beobachtungsbezogene Disputationsmethode vorgestellt, bei der die systematische Überprüfung dysfunktionaler Annahmen im Vordergrund steht – methodisch angelehnt an wissenschaftliche Experimente.
Ein zentraler Fokus der Analyse liegt auf dem gemeinsamen Wirkmechanismus: der Erwartungs- bzw. Befürchtungswiderlegung (Expectancy Violation). Wir diskutieren, warum kognitive Veränderungen oft erst durch das emotionale Erleben in der Situation „mit dem Herzen“ geglaubt werden und welche Rolle die Rekonsolidierung von Gedächtnisinhalten dabei spielt. Abschließend betrachten wir die prozeduralen Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Ansätze und zeigen auf, warum eine sorgfältige kognitive Vor- und Nachbereitung für den Transfer des Gelernten in den Alltag der Patienten unverzichtbar ist.--------------------------------------------------------------------------------Zitierbare Quelle:
Hoyer, J., & Niermann, H. C. M. (2021). Expositionsübungen und Verhaltensexperimente: Varianten des erfahrungsbasierten Lernens in der Verhaltenstherapie. Verhaltenstherapie, 31(1), 30–39